Radikalisiert: Was macht einen Menschen zum Extremisten?
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Radikalisiert: Was macht einen Menschen zum Extremisten?

Bild: Foto: Tess Mattew, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Antwort auf diese Fragen kennen selbst Experten bisher nur zum Teil. Denn die Radikalisierung eines Menschen beruht auf der Kombination vieler Faktoren. "Es gibt kein psychopathologisches Musterprofil eines Extremisten", erklärt Mazda Adli von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Einen potenziellen Täter allein aufgrund seines Persönlichkeitsprofils oder seiner Umstände frühzeitig zu erkennen, ist daher nicht möglich.

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"Den" Radikalen gibt es nicht

Die Antwort auf diese Fragen kennen selbst Experten bisher nur zum Teil.  Denn die Radikalisierung eines Menschen beruht auf der Kombination vieler Faktoren. "Es gibt kein psychopathologisches Musterprofil eines Extremisten", erklärt Mazda Adli von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). Einen potenziellen Täter allein aufgrund seines Persönlichkeitsprofils oder seiner Umstände frühzeitig zu erkennen, ist daher nicht möglich.

Dennoch gibt es einige Merkmale, die immer wieder auftauchen. "Ob es sich um teils minderjährige Attentäter in Paris, Boston und Beirut handelt, sich heiser brüllende Pegida Anhänger in Dresden und anderen deutschen Städten oder um junge Mädchen aus NRW, die von zu Hause weglaufen, um sich dem IS in Syrien anzuschließen - alle Formen von Radikalisierung und Extremismus, unabhängig von Richtung und Kontext, haben gemeinsame psychologische Nenner", sagt Adli.

Ausgegrenzt und verbittert

Einer dieser Faktoren ist das psychologische Klima, in dem jemand lebt. Typisch ist, dass sich radikale Täter ausgeschlossen und benachteiligt fühlen – und meist haben sie durchaus Grund dazu. Denn nach Ansicht der Experten ist die Radikalisierung auch das Ergebnis von gesellschaftlicher Ausgrenzung, beispielsweise von Minderheiten oder Menschen mit Migrationshintergrund.

"Wenn dann zu solchen Segregationsprozessen das Versprechen von Zugehörigkeit, Sinnstiftung und Selbstwirksamkeit durch extremistische Organisationen kommt, entsteht das 'toxische' Klima, das einer Radikalisierung Vorschub leistet", erklärt der Experte. Gerade für viele Jugendliche ist es daher weniger die Religion oder Ideologie an sich, als vielmehr das enge Gruppengefühl, die Akzeptanz und die Haltung "Wir gegen den Rest der Welt", die sie zu radikalen Gruppen zieht.

Aber auch die Persönlichkeit spielt eine wichtige Rolle. Denn nicht jeder, der mit Ausgrenzung und Vorurteilen leben muss, wird gleich zum Extremisten oder Terrorist. Meist neigen radikale Menschen dazu, schnell zu verbittern und neigen zur Polarisierung: Wer nicht für sie ist oder anderer Meinung, der wird dann schnell zum "Feind". Das einfache Weltbild radikaler Gruppen kommt ihnen daher sehr entgegen und bestätigt sie.

Psychisch krankhaft?

Die Frage stellt sich immer wieder, wenn sich schreckliche Gewalttaten wie die Terroranschläge in

Paris ereignet haben: Was für ein Mensch kann so etwas bloß tun? Häufig neigt man dazu, die Tat Wahnsinnigen, psychisch Kranken oder Psychopathen zuzuschreiben. Doch in den allermeisten Fällen  stimmt diese Antwort nicht, wie die Psychiaterin und Neurologin Iris Hauth erklärt: "Der Blick in die Wissenschaft zeigt, dass schwere Gewalttaten nur selten auf eine psychische Erkrankung zurückzuführen sind. Extremistische Täter wissen meist sehr genau, was sie tun und  welche Folgen ihr Handeln hat." Nach Ansicht der Expertin darf man daher nicht versuchen, jeden Anschlag oder jede schwere Gewalttat psychiatrisch zu begründen.

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