
Rupixen.com / Unsplash.com
Ratenkauf-Angebote erhöhen die Nachfrage
Das bloße Angebot eines Ratenkaufs ist aus Händlersicht durchaus positiv, da gerade Neukunden sich dadurch willkommen fühlen. Eine Studie ergab, dass:
Erleichtert wird Händlern – aber auch Kunden – das Angebot eines Ratenkaufs durch die neuen Zahlungswege im Internet. Viele Zahlungsanbieter, beispielsweise Klarna, stellen neben der Sofortüberweisung auch die Abwicklung von Ratenkäufen zur Verfügung. Händler müssen diese Verträge somit nicht mehr für jeden Kunden gesondert abschließen, sondern vergeben diese Aufgabe an einen Drittanbieter. Kunden hingegen müssen sich nicht an einen ihnen recht unbekannten Händler bieten, sondern haben einen bekannten Drittanbieter im Hintergrund. Letztendlich steigert das natürlich auch die Seriosität kleinerer Händler, die bei Neukunden nun nach einem Blick auf die Zahlungsdienstleister als vertrauenswürdig eingestuft werden.
Ist ein Ratenkauf wirklich sinnvoll?
Doch wie sinnvoll ist der Abschluss eines Ratenkaufs? Wie so häufig hat auch der Ratenkauf seine Vor- und Nachteile:
Nachteile:
Beim letzten Punkt spielt übrigens die Nutzung eines Zahlungsdienstleisters schützend, aber auch drohend mit hinein. Da die meisten Händler einen einzigen Zahlungsdienstleister für die Ratenabwicklung nutzen, ist ein Kunde, der seinen Ratenverpflichtungen nicht nachkommt, künftig automatisch bei allen mit diesem Anbieter agierenden Händlern bezüglich der Ratenkäufe gesperrt. Das ist verständlich. Wenn ein Kunde bei fünf Händlern Ratenvereinbarungen über Dienstleister X abschließt und den Verpflichtungen nicht nachkommt, so wird der Dienstleister dem sechsten Händler natürlich die dementsprechenden Daten zukommen lassen oder ihm von dem Ratenkauf abraten.
Der größte Schwachpunkt bezieht sich jedoch auf die Kosten.
Welche Alternativen gibt es?
Letztendlich gibt es zwei Alternativen zum Ratenkauf: Dem sofortigen Kauf mit Barzahlung – oder über einen Sofortkredit. Letzterer Weg ist manchmal sogar deutlich günstiger:
Allerdings ist die Aufnahme eines Kredits mit einer gewissen Mehrarbeit verbunden. Diese Zahlungsart kann nicht mit einem Klick gewählt werden, sondern Verbraucher müssen im Vorfeld den Kredit sicherstellen. Und das bedeutet:
Kredite lohnen sich immer dann, wenn mehrere Käufe getätigt werden – oder aber, wenn schon Ratenvereinbarungen abgeschlossen wurden, die auch direkt zurückgezahlt werden können. Vielen Verbrauchern fällt es einfacher, eine einzige Rate zu begleichen, als an mehrere monatliche Raten zu denken. Der Kredit ist also auch eine Möglichkeit, um etwaige Ratenverpflichtungen zu begleichen und auf diesem Wege eine Form der Umschuldung zu nutzen.
Der Weg über den Dispokredit ist übrigens selten empfehlenswert. Der Dispo kostet im Vergleich deutlich mehr als die meisten Kredite, zudem senkt er das monatliche Guthaben massiv nach unten. Vielen Menschen fällt es auch schwer, diszipliniert den Dispo zurückzuzahlen, da immerhin keine Bank monatlich Druck macht. Wer bereits im Dispo ist, der sollte ohnehin versuchen, diesen über einen kleinen Kredit auszugleichen und somit wieder bei 0 zu starten.

Chris Liverani / Unsplash.com
Fazit - Ratenkäufe sind praktisch, doch nicht immer sinnvoll
Wer hin und wieder einen Ratenkauf tätigt und seinen Verpflichtungen bis zum Ende nachkommt, der hat natürlich keine Probleme oder begibt sich in Gefahr. Ratenkäufe werden jedoch problematisch, wenn sie sich unverhältnismäßig summieren. Auch eine Rate von nur 20,00 Euro wird zu 200,00 Euro, wenn dieselbe Rate in zehn Shops bezahlt werden soll. Verbraucher sollten gerade bei größeren und notwendigen Einkäufen überlegen, ob nicht die Aufnahme eines kleinen Kredits sinnvoller ist. Die Kreditsumme kann nun für die Neueinrichtung genutzt werden und die Gefahr, dass einzelne Raten vergessen werden, wird gebannt.




