Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Leben & Lifestyle/Artikel
Regelfall Nachhilfe
Bildquelle nicht angegeben
Leben & Lifestyle

Regelfall Nachhilfe

Nachhilfe ist ein lukratives Geschäft. Durchschnittlich erhält jeder fünfte Schüler in Deutschland zusätzliche Förderung außerhalb der Schule. Rund 130 Euro im Monat lassen sich die Eltern den Nachhilfeunterricht kosten. Entsprechend hart umkämpft ist der Markt der Nachhilfeanbieter. Grundsätzlich lassen sich drei…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
Artikelbild

Die Suche nach dem Nachhilfelehrer

Nachhilfe ist ein lukratives Geschäft. Durchschnittlich erhält jeder fünfte Schüler in Deutschland zusätzliche Förderung außerhalb der Schule. Rund 130 Euro im Monat lassen sich die Eltern den Nachhilfeunterricht kosten. Entsprechend hart umkämpft ist der Markt der Nachhilfeanbieter. Grundsätzlich lassen sich drei unterschiedliche Formen von Nachhilfe unterscheiden:

Gruppen-Nachhilfe in einem Institut

Etwa 3.000 Nachhifeinstitute werben in Deutschland um Schüler, die mit ihren Noten nicht zufrieden sind. Der Unterricht findet meistens in kleinen Gruppen in den Räumlichkeiten des Anbieters statt. Etwa jeder vierte Nachhilfeschüler in Deutschland büffelt auf diese Weise. Um sich von der Masse abzuheben, werben die Institute mit allerlei Schnupperangeboten und pädagogischen Konzepten: Von modernen Lerncentern ist die Rede, von individualisiertem Unterricht oder einer Förderung der Lerntechniken. Ob es sich dabei um gut klingende Worthülsen oder echte pädagogische Vorzüge handelt, zeigt häufig erst ein Blick in die Unterrichtspraxis. Deshalb sollten mindestens zwei Probestunden kostenlos sein, ehe ein Vertrag abgeschlossen wird. In puncto Vertragsbedingungen lohnt es sich, verschiedene Institute zu vergleichen: Bei den Mindestlaufzeiten und Kündigungsfristen unterscheiden sich die Anbieter erheblich.

Weitere Entscheidungshilfe bieten die Qualitätsstandards, die der TÜV Rheinland für Nachhilfeinstitute entwickelt hat. Maximal fünf Schüler dürfen nach den Richtlinien in einer Lerngruppe zusammenkommen. Außerdem muss das Institut die schulischen Leistungen jedes Jugendlichen genau untersuchen und einen individuellen Förderplan erstellen. Die Nachhilfelehrer müssen qualifiziert sein und das Institut den Lernfortschritt für Eltern und Schüler transparent dokumentieren.

Auch wenn sich nicht jede Nachhilfeschule der kostspieligen Zertifizierung unterziehen kann, lohnt es sich, nach diesen Qualitätsstandards zu fragen.

Kommerziell vermittelte Einzelnachhilfe

Artikelbild

Einige Nachhilfeanbieter haben sich darauf spezialisiert, Nachhilfeschüler und -lehrer zusammenzubringen. Der Unterricht findet meist im Haus des Schülers statt, Schüler wie Lehrer haben einen Vertrag mit dem Anbieter, der einen Anteil der Nachhilfegebühren erhält.

Nicht immer treffen die Eltern ihrem Vertragspartner persönlich: Zunehmend strömen neben den klassischen regional arbeitenden Vermittlern auch Online-Nachhilfedienste auf den Markt. Die Kunden wählen den passenden Nachhilfelehrer selbst anhand von Qualifikation, Postleitzahl oder Fächern aus einer Datenbank aus. Telefonhotlines ersetzen das persönliche Gespräch mit dem Institutsleiter. Trotzdem ist die Betreuung im Vergleich zum örtlichen Nachhilfeinstitut geringer, dafür sind die Preise und Vertragsbedingungen oft günstiger.

Private Nachhilfestunden: Der gute Schüler von nebenan

Er ist der Klassiker unter den Nachhilfelehrern: Der gute Schüler, der kurz vor der Klassenarbeit auf die Sprünge hilft oder geduldig noch einmal den Stoff der letzten Mathestunde erklärt. Möglicherweise unterscheidet er sich kaum von dem Nachhilfelehrer, den ein Vermittler geschickt hätte. Mit ein paar entscheidenden Unterschieden: Es gibt keine formelle Vertragsbindung – dafür aber auch keine systematische Evaluation des Lernfortschritts. Weil kein Institut oder Vermittler mitverdient, ist private Nachhilfe meistens günstiger. Man muss ihn allerdings erst einmal finden, den geeigneten guten Schüler, schließlich ist seine einzige Werbemaßnahme die Mundpropaganda.

Wann führt Nachhilfe zum Ziel?

Ob Gruppen- oder Einzelnachhilfe, privat oder kommerziell – Garantien, dass die Förderung zum Erfolg führt, gibt es nicht. Hat ein Kind selbst ein Interesse daran, seine Leistungen zu verbessern, dann stünden die Chancen jedoch gut, meint Ludwig Haag, Professor für Schulpädagogik in Bayreuth.

Haag erforscht seit 15 Jahren die Wirkung von Nachhilfeunterricht. Er ist überzeugt: „Wenn ein Kind schon am Vormittag in der Schule unmotiviert ist und kein Interesse am Lernen hat, dann klappt das am Nachmittag in der Nachhilfestunde auch nicht besser. Ganz anders sieht es aus bei Kindern, die motiviert, aber einfach ein wenig langsamer sind.“ Der Lehrer sollte im Idealfall bereits Erfahrung mit Nachhilfe besitzen. Ein zweites Staatsexamen brauche er jedoch nicht, ist sich Haag sicher – dafür aber umso mehr Begeisterungsfähigkeit und die Gabe, die knappe Zeit, die für die Nachhilfe zur Verfügung steht, effizient zu nutzen. Außerdem sollte der Lehrer gut erkennen können, was sein Schüler bereits kann und wo mehr Übung nötig ist.

Was aber können Eltern tun, deren Kind die Lust am Lernen verloren hat? Haag rät zu Geduld: „Nachhilfe funktioniert nicht immer so, dass sich die Ergebnisse sofort zeigen. Manchmal platzt der Knoten erst nach einem Jahr. Wenn die Schüler gern zur Nachhilfe gehen, dann ist das für die Eltern ein Zeichen, dass sich die Leistungen langfristig bessern könnten.“ Nur mit Nachhilfe allein ließe sich Lernunlust indes nicht beheben, betont Haag. Möglicherweise könnten auch andere Maßnahmen helfen, etwa der Wechsel auf eine andere Schulform, an der der Schüler mehr Erfolge erleben könne. „Erfolg ist der einzige Treibstoff, der den Lernmotor wirklich wieder ankurbeln kann“, weiß der Pädagoge.

Wann ist Nachhilfe angesagt?

„Nach der zweiten Fünf“, empfiehlt Haag als Faustregel für den Beginn einer Nachhilfephase. Der Grund: Eine zweite Fünf in Folge sei ein Zeichen, dass ein Schüler wichtigen Stoff nicht richtig verstanden hat. Und weil in den meisten Fächern die Inhalte aufeinander aufbauen, könnten die Noten auf Dauer absacken, wenn die Wissenslücke nicht gefüllt wird.

Neben solchen konkreten Fällen hat Haag auch Verständnis für Eltern, die ihren Zöglingen mit Nachhilfe zu einer Gymnasialempfehlung verhelfen oder sie im Abitur unter den Besten sehen möchten. „Unsere Leistungsgesellschaft selektiert nach den Schulnoten, wer welche Laufbahn einschlagen kann. Die Lehrer müssen aber alle Schüler in der Klasse gleich fördern. Kann man es Eltern verübeln, wenn sie durch Nachhilfe dafür sorgen möchten, dass ihr Kind auf den vorderen Plätzen landet?“

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
DIY-Autopilot: Hobbyisten rüsten Privatfahrzeuge mit selbstfahrenden Systemen nach
Leben & Lifestyle

DIY-Autopilot: Hobbyisten rüsten Privatfahrzeuge mit selbstfahrenden Systemen nach

30. September 2026

Eine wachsende Untergrund-Bewegung baut Open-Source-Fahrassistenzsysteme in normale Autos ein. Die Praxis wirft drängende Fragen zu Verkehrssicherheit, Haftung und der Zukunft autonomer Technologie auf.

Reaktionssport Tischtennis: Wie schnelle Bewegungen Körper und Gehirn fordern
Leben & Lifestyle

Reaktionssport Tischtennis: Wie schnelle Bewegungen Körper und Gehirn fordern

1. April 2026

Tischtennis gilt oft als Freizeitspiel, das in Kellern, Schulhöfen oder Parks stattfindet. Gleichzeitig zählt es zu den schnellsten Rückschlagsportarten überhaupt. Der Ball kann Geschwindigkeiten von über 100 km/h…

CO₂-Bilanz beim Hausbau: Wie viel Klimaschutz steckt wirklich im Neubau?
Leben & Lifestyle

CO₂-Bilanz beim Hausbau: Wie viel Klimaschutz steckt wirklich im Neubau?

31. März 2026

Der Hausbau in Deutschland wird seit einigen Jahren von zunehmend strengen energetischen Auflagen begleitet. Seit dem Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) am 1. November 2020 gelten für Neubauten einheitliche…

Anatomie trifft Biomechanik: Warum frauenspezifische Laufschuhe vor Verletzungen schützen
Leben & Lifestyle

Anatomie trifft Biomechanik: Warum frauenspezifische Laufschuhe vor Verletzungen schützen

25. März 2026

Laufen gehört zu den beliebtesten Ausdauersportarten, um das Herz-Kreislauf-System zu stärken und den Kopf nach einem langen Arbeitstag freizubekommen. Doch bei jedem Schritt wirken Kräfte auf den Körper ein, die das…

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite