Was man über Pferde wissen muss
Pferde gehören zu den Säugetieren und sind mit Nashörnern und Tapiren verwandt. Wie diese gehören sie in die Tierordnung zu der Klasse der Unpaarhufer.
Das Pferd ist ein echtes Lauftier. In Freiheit lebt es größtenteils in Herden, die aus mehreren Stuten, einem Hengst, sowie den noch nicht erwachsenen Jungtieren bestehen. Pferde bezeichnet man auch als Fluchttiere. Sie sind stets sehr wachsam und flüchten lieber, als dass sie einen Angriff wagen würden. Ihre Sinnesorgane sind sehr hoch entwickelt. Sie haben einen sehr guten Geruchs- und Gehörsinn, außerdem können sie - im Gegensatz zu vielen anderen Tieren - auch Farben unterscheiden.
Pferde pflanzen sich nur sehr langsam fort. Stuten haben eine Tragzeit von elf bis zwölf Monaten und sie bekommen in der Regel nur ein Junges. Das Fohlen wird stets in der Seitenlage geboren. Ohne Hilfe der Mutter befreit es sich von den Eihäuten und ist schon bald in der Lage, der Mutter zu folgen.
Begegnen sich zwei Hengste, beispielsweise beim Umwerben einer Stute, werden sie gegeneinander kämpfen. Je nach Art der Bedrohung unterschiedet man bei Hengsten die Kampfarten Kampfkreisen, Laufkampf, Halskampf, Beißen und Ausschlagen. Stuten wehren sich hingegen nur durch das Beißen und Ausschlagen.
Was an Pferden besonders faszinierend ist, sind ihre verschiedenen Ausdrucksmöglichkeiten. Es ist eine Kombination aus Mimik, Ohrenspiel und anderen Bewegungsmustern, die sich für den Kenner gut interpretieren lassen. Man sagt, Pferde haben ihre eigene "Sprache" - und wer etwas von Pferden verstehen will, sollte ihre Sprache lernen.
Welche Pferderassen gibt es?
Schon etwa 3500 v. Chr. begannen die Menschen wilde Pferde als Haustiere zu halten. Die heutigen Hauspferde stammen vom Przewalskipferd ab, das früher in ganz Nordasien verbreitet war. Heute unterteilt man die Hauspferde in vier Gruppen: Vollblut, Warmblut, Kaltblut und Pony. Dabei sagen die Bezeichnungen nichts über die Temperatur des Blutes aus, sondern geben Hinweise auf Temperament und Körperbau der Tiere. Auf diese vier Gruppen verteilen sich Hunderte verschiedener Pferderassen, die sich ständig verändern und deren Zahl schwankt. Weil Menschen Pferde züchten, züchten sie nur die, die sie "gebrauchen" können. So waren beispielsweise mit beginnender Technisierung die Kaltblüter überflüssig. Sie dienten überwiegend als Arbeits- und Zugtiere. Kaltblüter sind deshalb heute eher selten.
Im Gegenzug entstand ein erhöhter Bedarf an Sport- und Freiteitpferden. Bei der Zucht wird entsprechend der Nachfrage auf besondere Eigenschaften geachtet.
Was muss man bei der Pferdehaltung beachten?
Wer Pferde halten will, muss sich über die Eigenschaften und Bedürfnisse der Tiere klar werden. Als Lauftiere brauchen sie beispielsweise ausreichend Bewegung. Als Herdentiere sollten sie nie völlig isoliert von Artgenossen gehalten werden. Weil Pferde Fluchttiere sind, sollte man sich ihnen stets mit Ruhe und Geduld nähern. Sie erschrecken schnell - und das kann dann gefährlich werden.
Falsche Haltung und Betreuung führen bei Pferden schnell zu Verhaltensstörungen und Krankheiten. Besonders anfällig ist der Bewegungsapparat, wenn es zu starker Überbeanspruchung, etwa beim Springreiten, kommt.
Ein Pferd zu haben, bedeutet, eine große Verantwortung zu übernehmen. Das ist nicht immer das schiere Vergnügen, sondern oft genug auch harte Arbeit. Pferde müssen ausreichend bewegt werden, sie brauche Futter und Wasser, Körperpflege und Streicheleinheiten. Außerdem muss ihre Unterkunft regelmäßig gesäubert werden - und das Ausmisten des Stalles ist nicht immer der schönste Job.
Glücklich auf dem Rücken der Pferde: Das Reiten
Wer das Reiten lernen will, der wird zunächst einmal die "Arbeit" rund ums Pferd besser kennen lernen. Regelmäßiges Striegeln und Hufauskratzen gehört zum Standardprogramm, es soll bei Reitschülern das Vertrauen zwischen Tier und Mensch aufbauen helfen. Die einzelnen Bewegungsabläufe, die zum sicheren Reiten in den verschiedenen Gangarten gehören, werden im Reitunterricht gelernt und immer wieder geübt. Der Körper des Reiters passt sich den Bewegungsabläufen des Pferdes an und unterstützt das Tier bei seiner "Arbeit".
Zum Reitsport gehört eine passende Ausrüstung. Wichtig sind dabei spezielle Hosen, die an den Innenseiten einen weichen Lederbesatz haben. Für die Füße braucht man Reitstiefel, die eine glatte Sohle haben, damit man im Ernstfall nicht im Steigbügel hängen bleibt. Ganz wichtig für den Fall der Fälle ist der Reithelm. Er soll den Kopf bei Stürzen schützen. Die Minimalausrüstung ist für alle Reitsportarten notwendig.
Im Laufe der Zeit haben sich unterschiedliche Reitarten entwickelt. So gibt es den Western-Reitstil, das Jagdrennen oder das Voltigieren (Turnen auf dem Pferd). Je nach Anforderungen unterschiedet man zudem unterschiedliche Reitsportarten, zum Beispiel Spring- oder Dressurreiten, Trab- oder Galopprennen.
Für viele Mädchen ist das Reiten die liebste Freizeitbeschäftigung und das Pferd spielt als treuer Freund eine enorm große Rolle in ihrem Leben. Die wenigsten haben allerdings ein eigenes Pferd. In solchen Fällen könnte man an eine Reitbeteiligung denken, d.h. man darf gegen eine Kostenbeteiligung ein anderes Pferd mitnutzen. Solch eine Reitbeteiligung sollte am besten vertraglich geregelt sein. Der Vertrag muss allerdings von den Eltern unterzeichnet werden.



