Durch diese Taktik werden die deutschen Soldaten in hohem Maße belastet. Die gut ausgerüsteten Panzereinheiten legen in wenigen Tagen Entfernungen von mehreren Hundert Kilometern zurück. Sie haben nur geringe Verluste zu verzeichnen und leiden meist nur unter dem Ausfall ihrer Fahrzeuge infolge der Überbeanspruchung des Materials.
Die Infanterieverbände dagegen sind weit schlechter ausgerüstet und folgen den Panzern in Gewaltmärschen. In voller Ausrüstung legen die Soldaten an manchen Tagen 50 km und mehr auf meist schlechten Straßen zurück. Gefechts-, Versorgungs- und Transportfahrzeuge mit Gummireifen und Kugellagerachsen brechen auseinander, Pferde verenden vor Erschöpfung im Geschirr der Fuhrwerke. Bei Regen versinken die Truppen im Matsch der unbefestigten Wege. Eine ständige Gefahr für die deutschen Soldaten sind sowjetische Partisanen, die aus gut getarnten Verstecken die vorrückenden Marschkolonnen angreifen.
Die Versorgung der Truppen wird mit dem weiteren Vormarsch ständig schlechter, da der Nachschub bei den miserablen Verkehrsverhältnissen zeitweise stockt. Rasierklingen, Seife und Zahnpasta werden zu Mangelwaren. Auch aus den eroberten Gebieten kann kaum Verpflegung gewonnen werden, da die sowjetischen Soldaten bei ihrem Rückzug alles verbrannt haben, was sie nicht mitnehmen konnten. Schlechte Unterkünfte, Regenfälle und die fallenden Temperaturen lassen die Stimmung in manchen Infanteriedivisionen in diesen Wochen auf den »Nullpunkt sinken«, wie Offiziere der Heeresleitung mehrfach mitteilen.

Bild: Foto: PantheraLeo1359531, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons
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