Tom Hanks ist Robert Langdon
„Robert Langdon ist der Held jedes Intellektuellen, einer, der unermüdlich forscht, um dieses Mysterium zu entschlüsseln“, beschreibt Drehbuchautor Akiva Goldsman. „Durch die Geschichte hindurch fühlen wir uns zu Menschen hingezogen, die nach der Wahrheit suchen, nach dem Gral. Viele von ihnen waren Ritter, Männer mit reinem Herzen und starkem Willen – unbeugsam.“
Hanks war der Erste, der für The Da Vinci-Code - Sakrileg im Gespräch war. Obwohl er in den vergangenen Jahren nicht mit Ron Howard gearbeitet hatte, blieben sie in Verbindung. „Aber es war mehr als nur Freundschaft, was mich dazu brachte, Tom als Robert Langdon zu besetzen“, versichert Howard. „Als ich zum ersten Mal mit ihm über die Rolle sprach, hatte ich ein ähnlich gutes Gefühl wie vor zehn Jahren bei Apollo 13. Es gibt viele Überschneidungen zwischen Tom – als Schauspieler wie als Mensch – und dem sensiblen Charakter Langdons. Tom ist dieser Kerl: Langdon wird von Wissensdurst getrieben und er hat diesen wunderbaren trockenen Humor. Von kleinsten Details wird sein Interesse geweckt und er möchte die Wahrheit begreifen. Auch Tom ist sehr klug und fasziniert von der Welt um ihn herum. Ich wusste, dass ich in ihm einen intelligenten und hilfreichen Mitstreiter hatte.“
Hanks war begeistert, erneut mit Howard zu arbeiten – umso mehr, als er ihm die Herausforderung bot, eine Rolle zu spielen, die nichts mit seinem persönlichen Erfahrungsschatz zu tun hatte. „Langdon hat dieses unglaubliche, ausufernde Fachwissen, es füllt ihn aus“, erzählt Hanks. „Und es ist ihm gelungen, seine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Als Symbologe kann er dir genau sagen, was drei Striche auf einer Höhlenwand bedeuten, was sie damals bedeuteten und wie sich ihr Sinn über die Jahrhunderte hinweg verändert haben mag. Er ist jemand, der permanent alles beobachtet. Er erkennt all diese Zusammenhänge, ständig.“
Der Schauspieler betont, dass der Austausch mit Howard wesentlicher Bestandteil für den Zugang zur Rolle des Robert Langdon war: „Ron ist völlig entspannt, dabei aber unglaublich verantwortungsbewusst, aufmerksam und äußerst perfektionistisch.“
Audrey Tautou ist Sophie Neveu
Der Vorname Sophie ist von Sofia abgeleitet, dem griechischen Wort für Weisheit. Neveu bedeutet im Französischen ursprünglich Nachkomme – womöglich eine Nachfahrin von Maria Magdalena ...?
Für Howard ist die Figur der Sophie Neveu der Dreh- und Angelpunkt von The Da Vinci-Code - Sakrileg. „Ein Aspekt, der mich beim Lesen besonders beschäftigt hat und der unbedingt auch im Zentrum des Films stehen sollte, war das Prinzip des göttlich Weiblichen“, erzählt Howard. „Ich habe drei Töchter und bin seit dreißig Jahren mit einer starken Frau verheiratet, darum ist mir das sehr wichtig. Sophie macht in The Da Vinci-Code - Sakrileg eine aufregende emotionale Entwicklung durch. Dass eine so starke Frauenfigur im Mittelpunkt steht und wir mit ihr gemeinsam herausfinden, wer sie wirklich ist – das macht die Geschichte erst richtig spannend.“
Drehbuchautor Goldsman teilt Howards Faszination für den Weiblichkeitskult. „Der interessanteste Aspekt des Romans war für mich die Geschichte dieser jungen Frau, die Suche nach ihrer wahren Identität. Für einen Schriftsteller ist das natürlich fruchtbarer Boden. Sicher bietet das Buch epischere Ansätze, doch für mich war dies der packendste, der menschlichste Part.“
Natürlich war es kein leichtes Unterfangen die richtige Darstellerin für die Schlüsselfigur Sophie Neveu zu finden. Diverse bekannte französische Schauspielerinnen sprachen für die Rolle vor. Die Favoritinnen flogen schließlich nach Los Angeles zur Leseprobe mit Hanks. Audrey Tautou, die zuvor nur einen einzigen Film in englischer Sprache gedreht hatte (Kleine schmutzige Tricks), blieb von allen am wenigsten Zeit, sich vorzubereiten. Umso stärker beeindruckte sie die Filmemacher mit ihrer nuancierten Darstellung. „Audrey hat eine einzigartige Ausstrahlung, die angesichts der mystischen Elemente in The Da Vinci-Code - Sakrileg einfach perfekt war: Sie ist rätselhaft und sympathisch zugleich.“
„Audrey ist Respekt einflößend und geheimnisvoll“, stimmt Tom Hanks zu. „Sie wirkt sehr zart, aber wenn sie dann eine Frage stellt, ist sie vollkommen authentisch und bodenständig.“
Sir Ian McKellen ist Sir Leigh Teabing
„Teabing ist unsere Sphinx“, lacht Akiva Goldsman. „Er steckt voller Geheimnisse. Zugleich ist er der Motor der Geschichte, im Buch wie im Film. Vieles geschieht nur, weil er im Hintergrund die Fäden zieht.“
„Es gibt eine ganze Reihe großer englischer Schauspieler, die für Sir Leigh Teabing in Frage gekommen wären“, so Howard. „Aber als ich Sir Ian traf, wusste ich sofort, dass wir viel Spaß miteinander haben würden und er aus der Rolle etwas ganz besonderes machen könnte. Und ich behielt Recht! Ich habe ihn schon in so vielen unterschiedlichen Filmen bewundert. Er hat diese erstaunliche Bandbreite von Popcorn-Kinohelden bis hin zu düsteren, ambivalenten Charakteren in kleinen Produktionen.“
Auch Hanks freute sich darauf, mit einem so erfahrenen, respektierten Schauspieler zu drehen. „Ich glaube, niemand hat mehr Spaß am Schauspielern als Sir Ian McKellen“, lacht er. „Unsere erste gemeinsame Filmszene ist repräsentativ für die tägliche Zusammenarbeit bei Meetings und Proben: Es war ein stetiges Ausprobieren, herrlich. Ian jonglierte nicht nur mit den Textzeilen, sondern auch mit den Untertönen. Auch am Set hörte er nie auf zu experimentieren. Egal, ob er am Schreibtisch einen Abriss über die Geschichte der Prieuré de Sion gab, oder mit den Worten ‚Wen haben wir denn hier?‘ eine Treppe hinunter schritt: Das Ergebnis war jedes Mal anders. Für ihn ist die Welt eine gigantische Bühne. Es macht ihm einfach Freude, immer etwas Neues zu versuchen.“
Paul Bettany ist Silas
Paul Bettanys wichtigste Aufgabe bestand darin, dem mörderischen Albino-Mönch Silas, der wohl bizarrsten Figur in Dan Browns Roman, ein menschliches Gesicht zu geben. „Silas ist ein furchtbar verstörtes Individuum, das sich verzweifelt nach einer Vaterfigur sehnt. Der erste Mensch, der ihm mit Freundlichkeit begegnet, ist Bischof Aringarosa. Dass er Silas’ gestörte Psyche als Waffe einsetzt, ist natürlich bedauerlich. Für den Mord an seinem Vater, der Silas „Gespenst“ nannte, saß der Albino im Gefängnis. Doch dann trifft er Aringarosa, der seinem traurigen Dasein endlich einen Sinn gibt.“
Silas war die Hauptrolle, die zuletzt besetzt wurde. Zwar hatte Howard zahlreiche Schauspieler vorsprechen lassen, fand aber, dass sie sich der Rolle nicht richtig näherten. Mit Bettany hatte er bereits das Oscar®-prämierte Drama A Beautiful Mind gedreht und er bewunderte seine Leistung in Gangster No. 1, die Bettanys enorme Wandlungsfähigkeit zeigt. Also wandte er sich auf der Suche nach dem perfekten Silas an Bettany – und hat es nicht bereut.
„Paul liebte die Figur, liebte das Drehbuch – er hat alles auf eine Karte gesetzt, um diese Rolle zu spielen“, sagt Howard. „Er ist im Film wirklich erschreckend, einfach Angst einflößend. Und er bescherte mir einige verstörende Tage am Set: Zwischen den Szenen war er mein Freund Paul Bettany. Aber sobald die Kamera lief, schien er innerlich zu erstarren, und ich erkannte, dass er die Rolle auf absoluter Isolation aufbaut. Dank Bettanys Talent wurde Silas zwar Furcht einflößend, aber kein Monster. Paul hat so viel in die Figur eingebracht. Er ist alles, was ich mir erhofft hatte – und mehr: In Paul Bettanys Händen ist Silas ein menschliches Wesen.“
Jean Reno ist Bezu Fache
Bezu heißt auch der Ort in Südfrankreich, wo die Festung der Tempelritter steht, „faché“ bedeutet auf Französisch so viel wie „verärgert“.
Jean Reno hatte bereits mit Produzent John Calley gearbeitet und zeigte großes Interesse an der Rolle des Capitaine Fache. Ein Aspekt reizte ihn besonders: Faches Enttäuschung darüber, dass Aringarosa sein Vertrauen missbraucht. „Er steckt da mit drin, weil er wirklich an etwas glaubt“, erläutert Reno. „Aber zu allererst ist er Polizist und versucht, seinen Job zu machen. Mich interessierte, wie dieser Mann sich verhält, wenn er ausgerechnet von einem Erzbischof betrogen wird.“
Howard konnte sich niemand anderen für den Part des Pariser Polizeichefs vorstellen: „Jean bringt große Freude an der Arbeit mit, Intelligenz, erlesenen Geschmack und Talent.“
Die Figur des Bezu Fache ist Reno auf den Leib geschrieben: „Ich fühlte mich sehr geehrt, als ich erfuhr, dass Dan Brown tatsächlich mich im Hinterkopf hatte, während er sein Buch schrieb. Dass ich Fache jetzt im Film verkörpern darf, bedeutet mir umso mehr.“
Alfred Molina ist Bischof Aringarosa
Alfred Molina wurde kontaktiert, als er gerade in England As You Like It drehte – übrigens gemeinsam mit Ron Howards Tochter, Bryce Dallas Howard – und fuhr sofort für einen Probetag nach London. Molina war dankbar für die Möglichkeit, schon vor Beginn der Dreharbeiten Zeit mit Howard und Akiva Goldsman zu verbringen: „Ron, Akiva und ich gingen meine Szenen immer wieder durch, um all die Kleinigkeiten abzustimmen, die wir herausarbeiten wollten, um die Geschichte bestmöglich im Hinblick auf meinen Charakter zu erzählen.“
Howard lobt Molinas Einsatz beim Erfassen seiner Rolle: „Alfred hat sich in einer Weise in Aringarosa hinein versetzt, die weit über das Wort auf dem Papier hinausging. Diese Extraportion Einfühlungsvermögen ist in den Film eingeflossen.“



