Im Thriller erfahren der Harvard-Symbologe Robert Langdon und die Pariser Kryptologin Sophie Neveu, dass das Geheimnis der Nachkommen von Jesus und Maria Magdalena über die Jahrhunderte bewahrt worden ist – zunächst von den Gründern des Geheimbundes „Prieuré de Sion“ und später vom Templerorden. Auch Leonardo da Vinci, der ein Großmeister der „Prieuré de Sion“ gewesen sein soll, habe dieses Geheimnis gekannt und in seinem Bild „Das letzte Abendmahl“ verschlüsselt wiedergegeben. Auf der anderen Seite der „Wahrheit“ steht der Laienorden „Opus Dei“. In Dan Browns Thriller schreckt er beinahe vor nichts zurück, um die Träger dieses Geheimwissens aus dem Verkehr zu ziehen.
„Prieuré de Sion“, Templerorden, Freimaurer und Opus Dei – wer waren sie wirklich? Und wen gibt es noch heute?
„Prieuré de Sion“
In „Sakrileg“ spricht die Kryptogin Sophie Neveu von ihrem Onkel, der ein führendes Mitglied einer Geheimgesellschaft gewesen sei: dem „Priorat von Zion“. Der „Prieuré de Sion“ sei ein europäischer Geheimbund und bereits 1099 gegründet, heißt es im Bestseller von Dan Brown. Der amerikanische Autor beruft sich dabei auf eine Sammlung von Abschriften und Urkunden, die in der Pariser Nationalbibliothek liegen. Die Echtheit dieser Quellen ist allerdings nicht verbürgt. Im Gegenteil: Zahlreiche Kritiker belegen, dass die gleichnamige Bruderschaft tatsächlich erst 1956 gegründet wurde – vom französischen Fälscher und Betrüger Pierre Plantard.
Templerorden
Der Orden der Tempelritter wurde wahrscheinlich offiziell 1128 n. Chr. auf der Synode von Troyes gegründet – als „Arme Ritterschaft vom Salomonischen Tempel“. Wie der Name andeutet, war für die Ordensbrüder ein schlichtes Leben und karge Kost vorgeschrieben. Ihre Aufgabe: Die Ritter mit den weißen Mänteln und dem roten Kreuz sollten die Pilgerwege nach Jerusalem sichern und die Christen vor Übergriffen der Araber schützen. Einige Experten – wie der Historiker Louis Charpentier – behaupten allerdings, dass die Ordensbrüder in Palästina auch etwas Heiliges suchten, das im Tempel Salomos vermutet wurde. Waren es die Gebeine von Maria Magdalena und Dokumente, die eine Elternschaft mit Jesus belegen? War es der Heilige Gral? Darüber wird spekuliert.
Papst Alexander III. (1159 – 1181) sicherte dem Orden immerwährenden Schutz zu. Während des Mittelalters wuchs der Orden und gelangte dank zahlreicher Spenden zu immensem Reichtum. Nach Ende der Kreuzzüge zogen sich die Templer aus Palästina zurück und ließen sich vor allem in Südfrankreich nieder.
Wegen angeblicher Entartung wurde der Templerorden 1312 durch Papst Klemens V. aufgehoben und sein Besitz dem Johanniterorden übertragen.
Er existierte als Laienorden jedoch weiter und hat im 20. Jahrhundert eine Neubelebung erfahren.
Freimaurer
Die Freimaurer sind eine im 18. Jahrhundert gegründete geschlossene Männergesellschaft. Sie fühlen sich den Idealen der Aufklärung – Humanität, Toleranz, Brüderlichkeit – verpflichtet. Ihr Anliegen ist die individuelle geistige Vervollkommnung. Dabei spielt die religiöse oder politische Herkunft des Mitglieds keine Rolle.
Die Freimaurer berufen sich auf die mittelalterlichen Maurerzünfte. Beeinflusst wurden sie auch von den Templern und Rosenkreuzern. Aufgrund der liberalen Auffassung zur Religion, steht die katholische Kirche in kritischer Distanz zu den Freimaurern. Immer wieder unterstellt wird, dass sie die Weltherrschaft anstrebten. Doch das würde ihrem pluralistischen Selbstverständnis widersprechen. Zu den bekanntesten Mitgliedern zählten Mozart, Goethe, Churchill und George Washington.
Opus Dei
Der Laienorden „Opus Dei“ (Werk Gottes) wurde 1928 vom spanischen Priester Josemaria Escriva de Balaguer (1902 – 1975) in Madrid gegründet. Anfangs soll er sich an das faschistische Regime des Diktators Franco angelehnt haben. Seit 1982 ist das Opus Dei eine „Personalprälatur“ mit Hauptsitz in Rom. Die etwa 85.000 ofiziellen Mitglieder sind verpflichtet, ein „heiliges, gottgefälliges“ Leben zu führen. Dazu gehört in der Regel sexuelle Enthaltsamkeit, die finanzielle Unterstützung des Ordens und der häufige Besuch der Messe. Über die Identität seiner Mitglieder macht das Opus Dei keine Angaben. Der größte Teil soll aus Laien bestehen. Der Orden unterhält Schulen, Studentenheime, Kulturzentren, Universitäten und Stiftungen. Die religiöse Bildung gehört zum Hauptziel des Ordens. Kritiker werfen ihm einen sektenhaften Charakter vor, politisches Machtstreben und Praktiken wie Selbstkasteiung.



