Auf die Leistung kommt es an
Das Leben eines Freiberuflers ist oft von Höhen und Tiefen geprägt. Wie ein Profisportler oder ein Popmusiker ist auch ein Freiberufler nur so erfolgreich wie seine Leistungen. Wer dem Wettbewerb nicht stand hält oder am Markt nicht gefragt ist, bekommt die Quittung umgehend auf dem Konto dokumentiert die Abfederung des geregelten Einkommens der Festanstellung fehlt. Gerade Berufsanfänger sollten sich mit diesem worst case-Szenario zumindest auseinandersetzen, damit die anfängliche Enttäuschung nicht zu groß ist.
Welche sozialen Qualifikationen sollten Selbstständige mitbringen?
Wer glaubt, entschlossen genug zu sein, um vorübergehend mit einem hohen Frustpotenzial leben zu können, kann den Sprung ins Haifischbecken “Freier Unternehmer wagen. Genügend Eigeninitiative und Eigenmotivation sind entscheidend für den Erfolg als selbstständiger Unternehmer, da niemand einen Selbstständigen zwingt, neue Kunden zu akquirieren oder überhaupt zu arbeiten diese Aufgabe übernimmt allerdings recht schnell der Kontostand.
Da Selbstständige ständig neue Situationen zu bestehen haben, sollte ein Jungunternehmer Flexibilität und Entscheidungsfreude besitzen. Wichtig ist auch der absolute Wille zum Erfolg, denn statt einer 38 Stunden-Woche als Angestellter sind 80 Stunden an sieben Tagen in der Woche das wahrscheinlichere Szenario.
Zeitmanagement – oder die Kunst, immer genau dann Zeit zu haben, wenn ein Kunde sich meldet
Von der Auftragslage einmal abgesehen ist der Freiberufler oft mit dem nicht zu unterschätzenden Risiko konfrontiert, zwar Arbeitsangebote, aber nicht genügend Zeit für deren Erledigung zu haben. Am wahrscheinlichsten ist jedoch das Szenario, dass in Zeiten mit guter Auftragslage weitere Angebote auf den Freien einstürzen und sich in Flautephasen beinahe im Sinne eines Naturgesetzes kein Kunde meldet.
Der Alltag eines Freiberuflers ist entsprechend kaum kalkulierbar der Arbeitsaufwand schwankt von “nicht vorhanden bis “rund um die Uhr. In jedem Fall gehört viel Geduld zu der Arbeit eines Selbstständigen: Oft möchte man sofort loslegen, aber das eine Mal lässt die Freigabe des Projekts auf sich warten, das andere Mal sind die Ansprechpartner ständig im Meeting oder zu Tisch ...
Vor allem Flexibilität und die Bereitschaft zu ungewöhnlichen Arbeitszeiten sind gefordert: Der Selbstständige muss seine privaten Interessen im Zweifel zurückstecken Wochenendarbeit wird bei Freien vorausgesetzt und sollte nicht zu Beziehungskrisen führen. Im Gegenzug kann der Selbstständige in arbeitsfreien Zeiten auch mehr entspannen und einen spontanen Urlaub einbauen, während der Angestellte der festgelegten Arbeitszeit seines Unternehmens unterliegt.
Welche Aufträge sollten Freiberufler annehmen?
Grundsätzlich wird sich ein Freiberufler über jeden Auftrag freuen natürlich, sofern er dem eigenen Können entspricht. Existenzentscheidend für den Selbstständigen sind “feste Aufträge, denn regelmäßige Auftragszeiten bieten eine Planungssicherheit und können so zum Anker und Orientierungspunkt für den Selbstständigen werden.
Letztlich ist Zeit die geheime Währung eines Freiberuflers. Ein Angestellter wird niemals wirklich leistungsgerecht bezahlt werden, weil sein Gehalt über einen bestimmten Zeitraum festgelegt ist, während die Arbeitsleistung bedingt durch Gesundheit, Motivation, Umfeld usw. schwanken mag. Der Freiberufler hingegen wird so gut bezahlt, wie er arbeitet ausschließlich so gut. Vorausgesetzt er verfügt über genügend Aufträge, wird so neben dem Verhandlungsgeschick, die Arbeitszeit zum preisbestimmenden Faktor.
Natürlich gibt es kein Patentrezept dafür, wie lange ein Auftrag dauern “darf aber das Ziel ist klar: Der Auftrag sollte so schnell wie möglich professionell bearbeitet werden. Selbstdisziplin ist daher dringend notwendig. Aber Folgendes sollte für den Freiberufler schon Motivation genug sein: In kaum einem anderen Berufsfeld wird noch so sehr nach dem kapitalistischen Prinzip gearbeitet der Begriff der 'leistungsgerechten Bezahlung entstammt nicht umsonst dem Unternehmertum ...
Vor diesem Hintergrund muss ein Freiberufler kalkulieren, welche Aufträge er annehmen soll und kann. So mag sich manches Mal hinter einem wohlklingenden Marken-Kunden eine langwierige Sisyphus-Arbeit verstecken, die in keinem Verhältnis zur Entlohnung steht. Deswegen sollte ein Unternehmer so viel Mut besitzen, auch einmal einen Auftrag abzulehnen, um immer noch für einen potenziellen, neuen Kunden etwas Platz zu haben.



