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Grundsätzlich gib es keinen Grund, der Sex im Alter ausschließt. Allerdings ändern sich sowohl bei Männern als auch Frauen Wahrnehmungen und teilweise auch körperliche Voraussetzungen. Was jedoch falsch ist, sind Ansichten wie:
Nochmals: Es gibt wirklich keinen Grund, warum alte Menschen keinen Sex haben sollen. Wenn beide Spaß daran haben, dann sollte alles andere (und erst Recht falsche Moralvorstellungen einer prüden Erziehung) hintenan stehen. Wichtigste Grundlage ist, dass Schamgefühle fallen gelassen werden. Wer seinen Körper nie richtig entdeckte, wird sich auch im Alter nicht gehen lassen können. Ein Tipp noch: Bei beiden Geschlechtern verläuft die Erregungskurve jetzt flacher. Dem Vorspiel sollte daher maximale Bedeutung zukommen. Lassen Sie sich Zeit.

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Im Alter machen die Arterien oft Probleme. Das bedeutet, es kann eine gewisse Zeit dauern, bis genügend Blut in die Schwellkörper fließt und zu einer harten Erektion verhilft. Verzweifeln sollten Männer daran doch nicht. Einerseits gilt auch beim „besten Stück“: Im Alter wird alles etwas langsamer. Und andererseits gibt es heute genügend Präparate, die dieses physische Problem aus der Welt schaffen.
Außerdem: Ab 40 müssen Männer wesentlich seltener mit vorzeitigem Erguss kämpfen – der Sex wird also länger. Und wenn Gelenkprobleme Stellungen schmerzhaft werden lassen, sucht man sich eben eine andere. Zudem: Nicht jeder Sex muss eine Penetration beinhalten. Auch im Alter kann es sehr lustvoll sein, sich gegenseitig mit Händen und Zunge zu stimulieren, besonders an den Tagen, an denen „er“ nicht so will wie sein Besitzer. Und auch als Rentner kann man sich selbst noch trainieren: Eine US-Studie fand heraus, dass über die Hälfte aller älteren Männer in Partnerschaften onanieren.

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Bei Frauen treten im Alter ebenfalls körperliche Gebrechen auf. Das für den Sex dringlichste ist die mangelnde Lubrikation der Scheide nach den Wechseljahren. Die einfachste Lösung lautet hier: Gleitgel. Und zwar so viel wie möglich. Das verhindert jeglichen Reibungsschmerz und damit einhergehende Schamgefühle.
Außerdem sollten Frauen nach den Wechseljahren sich etwas Positives vergegenwärtigen: Sie müssen jetzt auf keinerlei Verhütung mehr achten. Bloß gilt auch hier: Erzählen Sie Ihrem Partner, was Sie möchten und was sie erregt. Nur dann können Sie es auch bekommen und den Sex wirklich genießen und nicht nur als „Akt“ sehen, der hoffentlich bald vorbei ist.
Auch für Frauen gilt die Regel: Selbstbefriedigung hilft immens dabei, die eigenen Bedürfnisse kennenzulernen – sie ist die ideale Trockenübung für den eigentlichen Sex. Das ist insbesondere deshalb wichtig, weil durch im Alter vermindertes Fettgewebe der Schambereich insgesamt empfindlicher (auch im negativen Sinn) wird. Hier muss die eigene Empfindungsschwelle neu justiert werden – und das geht nur durch Selbstentdeckung. Selbstbefriedigung hat folgende Vorteile:
Und vor allem letzteres kann vielen Frauen den Spaß am Sex verleiden: Die altersbedingt schlechtere Durchblutung macht auch vor Darm und Blase nicht halt. Es kann also während des Orgasmus zu gewissen Undichtigkeiten kommen. Doch auch dies lässt sich vergleichsweise sehr einfach regeln: Einfach vor dem Liebesspiel die Toilette aufsuchen. Und wenn es passiert: Auch dafür hat ein liebevoller Partner Verständnis.
Im Alter macht Sex genau so viel, wenn nicht gar mehr Spaß, als in früheren Jahren. Wichtig ist nur, dass keine Schranke im Kopf entsteht, und man sich ohne Angst und Scham an die neuen körperlichen Realitäten gewöhnt. Sex ist immer schön, ob mit 19 oder 79.




