Skandale im Sinn der Ausstellung sind Verfehlungen, die im Zuge ihrer Enthüllung eine weithin empfundene, öffentliche Empörung auslösen und Auswirkungen auf das öffentliche Bewusstsein, die Gesetzgebung oder politische Kultur haben. Die Medien spielen hierbei eine wichtige Rolle: Sie sorgen für hohe Aufmerksamkeit, profitieren aber auch ökonomisch von der Berichterstattung. Als Mittel im Kampf um die politische Macht dienen sie auch dazu, den politischen Gegner zu diskreditieren.
Für die Auswahl der Fälle galten vier Kriterien: Wieweit ist der Einzelfall typisch für einen Themenbereich, für Politik, Wirtschaft, Umwelt, Kultur oder Sport? Welche zeittypischen Erfahrungen haben in ihm ihren Niederschlag gefunden? Welche nachhaltige Wirkung hat er hinterlassen? Ist der Einzelfall repräsentativ für die unterschiedlichen Funktionen, die ein Skandal haben kann?
Die Skala der anhand dieser Kriterien ausgewählten Beispiele reicht vom Protest gegen den Film „Die Sünderin“ 1951, in dem die katholische Kirche eine „Verletzung des sittlichen Empfindens“ sah, bis zum Fall Mannesmann/Vodafone, bei dem im Jahr 2000 im Zuge der Firmenübernahme gezahlte Sonderprämien zum Stein des Anstoßes wurden. So verschieden die Ursachen und der Verlauf auch waren, die gesellschaftliche Empörung führte in beiden Fällen zu einer breiten öffentlichen Debatte und trug schließlich zur Neuformulierung gesellschaftlicher Handlungsrichtlinien bei.
Skandale in der Wechselausstellung
„Die Sünderin"
Flick-Affäre
Theodor Oberländer
Neue Heimat
Rosemarie Nitribitt
Hitler-Tagebücher
Contergan
Barschel-Pfeiffer-Affäre
„Spiegel“-Affäre
Philipp Jenningers Gedenkrede
„Der Stellvertreter“, Rolf Hochhuth
Gladbecker Geiseldrama
Starfighter/Lockheed
Memminger Abtreibungsprozess
Kommunalwahlen in der DDR
Die Klarsfeld Ohrfeige
Amigo-Affäre
Bundesligaskandal
Mannesmann/Vodafone
Hormonskandale
Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland
Museumsmeile
Willy-Brandt-Allee 14
53113 Bonn
Tel.: (02 28) 91 65-0
Fax: (02 28) 91 65-302
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"Skandale nach 1945":
12. Dezember 2007 – 24. März 2008
Wechselausstellung im Haus der Geschichte in Bonn
Dienstag - Sonntag
9:00 - 19:00 Uhr
Eintritt frei



