Skisprung: Hätten Sie's gewusst?
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Skisprung: Hätten Sie's gewusst?

Bild: Foto: Christoph Rieder, CC0, via Wikimedia Commons

Ein sehr beliebter Wettbewerb der olympischen Winterspiele ist das Skispringen. Am 9. und 11. Februar werden im RusSki Gorki Ski Jumping Center die ersten Medaillen von der Normalschanze vergeben. Am 15. und 17. Februar folgen die Springen von der Großschanze.

Zum ersten Mal mit Frauen

Dabei wird es eine absolute Premiere geben: Bei den Winterspielen von Sotschi gehen am 11. Februar erstmals auch Frauen auf die Jagd nach dem weitesten Sprung. Der Grund: Die ersten Frauen-Wettbewerbe im Skispringen begannen erst um die Jahrtausendwende. 2003/2004 erst richtete der internationale Skiverband einen ersten offiziellen Damen-Sprungwettbewerb im Rahmen der Junioren-Weltmeisterschaft in Norwegen aus, 2009 folgte dann die erste Weltmeisterschaft im Skisprung der Frauen. 2010 lehnte das olympische Komitee den Antrag zur Aufnahme des Frauen -Skispringens in die Winterspiele zunächst ab, erst in diesem Jahr dürfen auch die Skispringerinnen bei Olympia starten.

700 Sprünge und 84 Kilometer

Jeder Skispringer, der an Weltcup-Wettbewerben teilnimmt, absolviert pro Jahr etwa 700 Sprünge, teilweise sogar bis über 800, rechnet man Trainingssprünge, Tests, Qualifikationen und Finaldurchgänge zusammen. Die durchschnittliche Weite liegt dabei bei rund 120 Meter.

Addiert man die Weiten aller Sprünge, dann legen die Sportler dabei bis zu 84 Kilometer pro Jahr in der Luft zurück. Zum Vergleich: Damit könnten die Athleten München dreimal von Ost nach West überspringen, auch der Ärmelkanal zwischen Großbritannien und Frankreich wäre für sie hin und zurück kein Problem. Der weiteste Einzel-Skisprung erreichte eine Distanz von 246,5 Metern. Der Rekord wurde vom Norweger Johan Remen Evensen auf der Skiflugschanze im norwegischen Vikersund aufgestellt. Mit dieser Weite könnte man auch zwei Fußballfelder der FIFA-Norm (105 Meter) der Länge nach überfliegen.

Enorme Geschwindigkeiten

Skispringer beschleunigen in vier Sekunden auf bis zu 105 Kilometer pro Stunde. Skiflugschanzen wie Vikersund oder Planica in Slowenien sind für ihre hohen Beschleunigungen bekannt. Zum Vergleich: Ein aktueller Golf GTI benötigt für das Erreichen von 100 km/h rund 6,5 Sekunden. Ein BMW M3 braucht immerhin auch noch satte 4,6 Sekunden. Bei der Landung sind die Athleten stellenweise bis zu 140 Stundenkilometer schnell und sinken dabei aus bis zu acht Metern Höhe dem Erdboden entgegen.

Wer schnell ist, muss aber auch mit möglichen Konsequenzen rechnen. So lastet bei den Landungen zum Teil das Vierfache Körpergewicht auf den Athleten. Verletzungen sind dabei vorprogrammiert. Besonders häufig sind Kreuzbandrisse oder Schlüsselbeinbrüche. Durchschnittlich „verbrauchen“ die Athleten dennoch nur acht bis zehn Paar Ski im Jahr. „Zu meiner aktiven Zeit musste ich mit vier bis sechs Paar auskommen“, so Skilegende Dieter Thoma.

Die Produktion eines neuen Sprungskis ist dabei richtig arbeitsintensiv: „Für die Anfertigung eines neuen Skis benötigen wir eine Woche. Einen Gebrochenen bekommen wir in zwei Tagen wieder hin“, so Skijump Race Manager Pierre Heinrich. Zum Vergleich: Der Bau eines Durchschnitts-PKWs dauert rund 24 bis 36 Stunden.

Sieben Mal dabei: Für den japanischen Skispringer Noriaki Kasai ist Sotschi seine siebte Olympiateilnahme. Der 41-jährige bestritt 1992 im französischen Albertville seine ersten olympischen Winterspiele. Damals waren Springer wie der Vierschanzentournee-Gewinner Thomas Diethart oder der Erste im Sommer Grand-Prix, Andreas Wellinger, noch gar nicht auf der Welt.

Die höchste Skisprungschanze der Welt ist die im norwegischen Vikersund. Sie ist 225 Meter hoch und damit deutlich höher als die Cheops-Pyramide (139 Meter) in Ägypten oder das Ulmer Münster (161,5 Meter).

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