Bei Anruf Koch
Wocheneinkauf – ein Grausen. Warteschlangen an der Kasse, Getränkekisten wuchten, proppevolle Supermärkte. Alternativen bot bislang nur der Pizzaservice. Dem machen jetzt Lebensmittellieferanten Konkurrenz. Darunter das “Gemüseabo”, das Lebensmittel wöchentlich ins Haus liefert. Der Kunde entscheidet sich für eine der Abo-Kisten und erhält Obst und Gemüse nach Wunsch von heimischen Höfen und je nach Saison. Der “gemüsige“ Titel täuscht: Wurst, Hönig, Käse, Brot können gleich mitbestellt werden.
Wem das noch zu aufwändig ist, der lässt sich gleich den Koch kommen. Michael König aus Berlin kam auf die Idee, gestressten Jungunternehmern mit gesunder Kost unter die Arme zu greifen. Der Koch kommt ins Büro. Alles, was man braucht sind Küche und Appetit.
Lost in the city?
Einkaufen kann auch da schwierig sein, wo es Spaß macht. Geschäftsreisende irren oft allein durch die Shoppingmeilen fremder Städte. Ihnen ist guter Rat teuer. Einkaufsberaterinnen – sog. Personal Shopper – navigieren Hilflose durch die besten Läden, geben Tipps zu Stil und Preisen oder besorgen das ausgefallene Cocktailkleid, das am Abend so dringend benötigt wird. Türmen sich abends die Einkäufe im Hotel, lässt sich auch das Kofferpacken von Profis besorgen. Kofferpackdienste erledigen das nervige Gepäckstopfen anhand einer vom Kunden erstellten Liste. In einigen First-Class-Hotels bereits Standard, kann man die Kofferpacker mittlerweile auch nach Hause holen.
Rettung aus höchster Gassi-Not
Auch Haustiere müssen nicht länger ohne Dienstleister leben. Tiersitter springen in die Bresche, wenn Gassinot herrscht, weil Frauchen oder Herrchen keine Zeit haben. Schmusen, Spielen, Füttern, Ausführen und sogar ein Hundetaxi gehören zum Service der in Deutschland meist privat organisierten Pfotenpfleger.
Schmachtlyrik auf Bestellung
Neue Dienstleistungen treiben mitunter skurrile Blüten. Schmachtende Nicht-Dichter geben Liebesbriefe für die Angebetete kurzerhand online in Auftrag und erhalten steinerweichende Werke. Wenige private Angaben wie Kosenamen, Stärken und Schwächen sowie eine Gebühr von etwa 33 Euro genügen. Eine virtuelle Gedenkstätte für Verstorbene bietet die “Hall Of Memory”. Zwischen 150 und 1500 Euro kostet es Hinterbliebene, ihren Toten in Form einer Website ein elektronisches Denkmal zu setzen. Laufzeiten von 30 Jahren werden garantiert. Gegen Aufpreis erscheinen an Feiertagen Pixelblumen auf dem Monitor.
Seltsames aus Russland
Nicht nur in Deutschland erblüht die Servicewüste. Auch in Russland treibt seit ihrer Einführung die freie Marktwirtschaft mittlerweile skurrile Blüten. Bestattungsunternehmen schminken Verstorbene auf Ähnlichkeit mit James Bond oder anderen Hollywoodstars. Musiker komponieren auf Wunsch persönliche Hymnen. Erfolglose Angler lassen sich frischen Fisch anliefern, den sie daheim als stolzen Fang preisen. Im Nebenraum eines Moskauer Frisiersalons können Kunden für 50 Dollar dreißig Minuten gegen eine nackte Schönheit Billard spielen – Körperkontakt verboten.



