Sprechen ist Handeln: Die Sprachwissenschaft entdeckt das Leben
Leben & Lifestyle

Sprechen ist Handeln: Die Sprachwissenschaft entdeckt das Leben

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die Entdeckung der Sprechakte war für die Linguistik ein großer Zugewinn an Lebensnähe. Im Unterschied zu anderen Bereichen der Sprachwissenschaft geht die Sprechakttheorie über den Satz hinaus und - mitten hinein in die menschliche Kommunikation. Sie interessiert sich dafür, wie Sprache im alltäglichen Leben funktioniert (oder nicht funktioniert), und wendet ihr Augenmerk auch den scheinbar weniger wichtigen Phänomenen zu, etwa dem Smalltalk. Nicht zuletzt kann sie Aufschluss über die Entstehung von Missverständnissen geben und sogar helfen, Verständnisprobleme zu lösen.

Die Entdeckung der Sprechakte war für die Linguistik ein großer Zugewinn an Lebensnähe. Im Unterschied zu anderen Bereichen der Sprachwissenschaft geht die Sprechakttheorie über den Satz hinaus und - mitten hinein in die menschliche Kommunikation. Sie interessiert sich dafür, wie Sprache im alltäglichen Leben funktioniert (oder nicht funktioniert), und wendet ihr Augenmerk auch den scheinbar weniger wichtigen Phänomenen zu, etwa dem Smalltalk. Nicht zuletzt kann sie Aufschluss über die Entstehung von Missverständnissen geben und sogar helfen, Verständnisprobleme zu lösen.

Unter Handlungen verstehen wir so komplexe Dinge wie Kraftwerke bauen, eine Blinddarmoperation durchführen, eine Symphonie komponieren, aber auch etwas so Konkretes wie Spaghetti kochen ... Was aber soll das Sprechen mit Handeln zu tun haben? Und inwiefern können Handlungen überhaupt ein Thema für die Sprachwissenschaft sein? Wer mit Sprachwissenschaft die Untersuchung grammatischer Phänomene wie der Syntax verbindet, dem wird die Sprechakttheorie zunächst befremdlich vorkommen.

Oft werden Sprechen und Handeln einander sogar entgegengesetzt. Man denke an Ermahnungen wie: “Anstatt immer nur zu reden, sollten wir endlich mal was tun!“ Was aber ist mit einem Satz wie “Ich wette einen Hunderter, dass du es nicht tust“ oder dem Urteilsspruch eines Richters? Obwohl sprachlich, sind diese Äußerungen Handlungen: Ein Urteil sprechen ist urteilen, “Wetten, dass ...“ sagen ist wetten.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite