"Squadra Azzurra" stürmt zum verdienten Titel
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"Squadra Azzurra" stürmt zum verdienten Titel

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Durch ein "Engelsgesicht" in den Fußballhimmel aufgestiegen

Durch ein "Engelsgesicht" in den Fußballhimmel aufgestiegen

"Blaue Nacht” im Bernabeu-Stadion: Vor 90.000 Zuschauern, davon ein Drittel begeisterte Italiener, schlug Italien das deutsche Team in Madrid verdient mit 3:1. Es war der Triumph spieltechnischen Könnens gegen kampfbetontes, aber ideenloses Anrennen.

Nach nervösem Beginn und einer torlosen ersten Halbzeit führte ein Zusammenspiel zwischen Rossi und Gentile zum 1:0 für Italien. Das Spiel löste sich dadurch endlich aus seiner Verkrampfung und nahm an Tempo zu. Tardelli erhöhte nach einem Rückpass von Rossi in der 69. Minute auf 2:0.

Der Elf von Bundestrainer Jupp Derwall mangelte es an Kraft und Spielintelligenz, um noch eine Wende herbeizuführen. Altobelli machte stattdessen neun Minuten vor Schluss das 3:0. Der Anschlusstreffer nach Paul Breitners Weitschuss zwei Minuten später war nicht mehr als Ergebniskosmetik.

Italiens Trainer Enzo Bearzot, der "Schweiger von Friaul", sog still an seiner Pfeife und genoss den Triumph seiner Starrköpfigkeit. Kritisiert und verhöhnt von den italienischen Medien, kam Italien ohne Vorrundensieg nur aufgrund des besseren Torverhältnisses in die Finalrunde. Dennoch hielt Bearzot unbeirrt an seinen Stars von Juventus Turin, vor allem an Stürmer Paolo Rossi, fest. In der schweren Finalrunde C kam es schließlich zur Leistungsexplosion. Zuerst besiegten die Italiener den amtierenden Weltmeister Argentinien (2:1), dann düpierten sie den WM-Favoriten Brasilien (3:2). Im Spiel gegen das Star-Ensemble vom Zuckerhut schoss Rossi alle drei Tore. Jetzt forderte niemand mehr den Kopf von Enzo Bearzot.

Im Halbfinale gegen Polen (2:0) war Rossi, der die ganze Mannschaft mitriss, erneut alleiniger Torschütze. Mit insgesamt sechs Toren wurde das "Engelsgesicht" WM-Torschützenkönig.

Die glanzlose Elf um Jupp Derwall

Der Weg des hochgewetteten deutschen Teams begann mit der 1:2-Auftaktpleite gegen Algerien. Die Fußballwelt im Allgemeinen und die hochmütig auftretenden Deutschen im Besonderen mussten staunend zu Kenntnis nehmen, dass es keine "kleinen" Fußballländer mehr gab. Das afrikanische Spiel wirkte gegenüber dem deutschen spritziger und weitaus phantasievoller. Nach einem 4:1-Erfolg gegen Chile verscherzte sich die DFB-Auswahl im Spiel gegen Österreich in Gijón die letzten Sympathien der Fans. Das "maßgerechte 1:0 aus dem Stand", das beiden Teams zum Weiterkommen verhalf, war das Ergebnis eines skandalösen Nichtangriffspakts. Nach dem Führungstreffer von Horst Hrubesch in der 11. Minute erlahmten die Aktivitäten auf dem Spielfeld. 79 quälend lange Minuten schoben sich die Spieler den Ball hin und her und betrogen die fassungslosen Zuschauer um ihr Eintrittsgeld. Weltweite Empörung und Schiebungsvorwürfe waren die Folge.

Gegen Frankreich im Halbfinale, das endlich einmal hochklassigen Fußball bot, fiel erneut ein Schatten auf die deutsche Mannschaft. Bei einer rüden Abwehrattacke außerhalb des Strafraums verletzt DFB-Torwart Toni Schumacher den Franzosen Patrick Battiston schwer. Die arrogante Teilnahmslosigkeit des Deutschen gegenüber dem bewusstlosen Franzosen, der einige Zähne verlor und dem im Krankenhaus der Bruch des zweiten Halswirbels attestiert wurde, löste ein verheerendes internationales Presseecho ("teutonischer Unmensch") aus.

Am Ende der regulären Spielzeit stand es immer noch 1:1. In der Verlängerung zogen die überlegenen Franzosen auf 3:1 davon. Niemand hätte mehr auf die Deutschen gewettet, als der eingewechselte Rummenigge auf 3:2 verkürzte. Kurz vor Schluss glich Klaus Fischer mit einem spektakulären Fallrückzieher aus. Erstmals kam es bei einer Fußball-WM zum Elfmeterschießen, das Deutschland nach dramatischem Verlauf für sich entschied. Schumacher hielt zwei Strafstöße, Endstand 8:7.

Da die FIFA inzwischen 150 Mitglieder zählte, wurde in Spanien erstmals die Teilnehmerzahl von 16 auf 24 Länder erhöht. Statt bisher 38 fanden 52 Partien statt. Die 146 erzielten Tore waren WM-Rekord und wurden bis 1994 nicht überboten.

Die Teilnehmer

  • Gruppe 1: Polen, Italien, Kamerun, Peru
  • Gruppe 2: BR Deutschland, Österreich, Algerien, Chile
  • Gruppe 3: Belgien, Argentinien, Ungarn, El Salvador
  • Gruppe 4: England, Frankreich, Tschechoslowakei, Kuwait
  • Gruppe 5: Nordirland, Spanien, Jugoslawien, Honduras
  • Gruppe 6: Brasilien, UdSSR, Schottland, Neuseeland

Weltmeisterschaft 1982

  • Teilnehmer Finalgruppe A
  • Polen, UdSSR, Belgien
  • Teilnehmer Finalgruppe B
  • BR Deutschland, England, Spanien
  • Teilnehmer Finalgruppe C
  • Brasilien, Italien, Argentinien
  • Teilnehmer Finalgruppe D
  • Frankreich, Österreich, Nordirland
  • Spiel um den 3. Platz
  • 10.7. Polen – Frankreich 3:2 (2:1)
  • Endspiel
  • 11.7. Italien – BR Deutschland 3:1 (0:0)
  • Italien:Zoff, Scirea, Gentile, Collovati, Cabrini, Bergomi, Oriali, Tardelli, Conti, Rossi, Graziani (8. Altobelli, 88. Causio)
  • BR:Deutschland: Schumacher, Stielike, Kaltz, Karl-Heinz Förster, Bernd Förster, Dremmler (68. Hrubesch), Breitner, Briegel, Rummenigge (70. Müller), Fischer, Littbarski
  • Tore:1:0 Rossi (56.), 2:0 Tardelli (69.), 3:0 Altobelli (81.), 3:1 Breitner (83.)

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