Seit dem überragenden Erfolg von “Star Wars: Episode I” weiß die Science-Fiction-Branche: Der Beginn einer berühmten Weltraumsaga stößt auf doppeltes Interesse. Alteingessene Fans hatten endlich die Gelegenheit, die Geburt des Science-Fiction-Epos mitzuerleben und Neulinge konnten zum tatsächlichen Beginn der Science-Fiction-Saga einsteigen. Dasselbe Konzept verfolgt auch “Enterprise” aus dem Star Trek-Universum , das zuvor die Orignalserien mit Kirk und Spock, Captain Picard und seiner “Next Generation”, “Deep Space 9” sowie “Voyager” hervorbrachte. “Enterprise” spielt im 22. Jahrhundert – knapp 150 Jahre bevor Kirk und Spock zu Expeditionen in unbekannte Regionen des Alls aufbrechen.
Kultserie seit 1966
Viele werden sich noch erinnern: Kirk, Scotty und “Pille” griffen in der Original-Serie (ab 1966) entschlossen gegen Klingonen und Co. zur Phaserwaffe, in den Achtzigern feierte dann eine neue Star Trek-Generation ein unglaublich erfolgreiches TV-Comeback, das nicht zuletzt der Figur des kultiviert-diplomatischen Captain Jean-Luc Picards zu verdanken ist, der lieber über Definition von Lebensformen philosophierte, als die Photonen-Torpedobänke zu laden.
In der 2001er Serie “Enterprise” hat die frisch gebackene Crew weder Zeit für das eine noch das andere. Die Weltraum-Entdecker haben erst einmal alle Hände voll zu tun, mit den Tücken der noch unausgereiften Raumfahrttechnik des 22. Jahrhunderts fertig zu werden – zur Belustigung des Publikums, für die das “Beamen” und der “Warp”-Antrieb alte Weltraumkamellen sind. Doch in “Enterprise” ist der Teleportationstechnik noch nicht ganz zu trauen, die Überlichtgeschwindigkeitsantrieb fällt immer mal wieder aus und auch die Phaserwaffen funktionieren irgendwie noch nicht richtig.
James T. Kirk, Jean Luc Picard und Jonathan Archer
Als neuen Captain der “Enterprise NX-1” suchten sich die Star Trek-Produzenten Rick Berman und Brennon ein bekanntes TV-Gesicht aus. Scott Bakula, bekannt aus der Science-Fiction-Serie “Zurück in die Vergangenheit”, spielt den temperamentvollen Weltraum-Cowboy Jonathan Archer, der das Kommando auf der Enterprise übernimmt. “Captain Archer ist der Prototyp aller kommenden Sternenflotten-Kapitäne”, erklärt Rick Berman, “seine Figur besitzt alle Fähigkeiten eines NASA-Piloten, der heute eine Crew in die unbekannten Regionen des Weltalls führen würde”.
Der 40-jährige Weltraum-Entdecker steht in der Serie einer jungen, sechsköpfigen Offizierscrew vor. Wie Kirk hat Archer ein spitzohriger Wissenschafts-Offizier vom Planeten Vulkan an seiner Seite, der seinem Captain nicht nur mit brillianten Ideen aus so mancher interstellaren Zwickmühle hilft, sondern außerdem eine atemberaubend gut aussehende Frau ist – Alter leider unbekannt. Wie oft aber Sub-Commander T-Pol und der draufgängerische Archer auf der Enterprise-Brücke einer Meinung sind, kann sich jeder Trekkie vorstellen, der noch die schier ewigen Wortduelle zwischen Spock und “Pille” in Erinnerung hat.
Über Vulkanier und Menschen
Überhaupt steht in der Serie das Verhältnis zwischen Vulkaniern und Menschen im Mittelpunkt. Der Zuschauer erfährt, wie die klugen Bewohner des roten Planeten als erste außerirdische Spezies friedliche Kontakte mit den Menschen knüpften, allerdings danach für 100 Jahre verhinderten, dass Erdbewohner in die Tiefen des Alls vorstießen. Warum? Das verrät T-Pol ihrem Captain bereits in der ersten Folge: “Weil Ihr Menschen mir Eurer provinziellen Einstellung und eurer zerbrechlichen Haltung noch nicht reif genug wart, den Weltraum zu entdecken”.
Brückendesign im klassischen Look
A propos Sternenflotte: Von feinster futuristischer Technik wie bei “The Next Generation” oder “Deep Space Nine”, seien es Holo-Decks oder künstliche Intelligenz, ist bei “Enterprise” wenig zu sehen. Die Bordtechnik erinnert stärker an zeitgenössische Raumstationen. Zahlreiche Schaltpulte mit mechanischen Panelen zieren das Bild der Kommandobrücke. Angeblich besuchten die Produktions-Designer von “Enterprise” ein Atom-U-Boot der US-Marine, um sich für die Brückendekoration inspirieren zu lassen. Produzent Berman sagt dazu: “Die Zuschauer sollen miterleben, wie sich die Technik in Star Trek von Anfang an entwickelt hat”.
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