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Stereotypen
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Leben & Lifestyle

Stereotypen

Das muss nicht immer negativ sein – solange diese Klischees nicht so mächtig sind, dass sie ein echtes Kennenlernen verhindern und zu einem festgefügten Vorurteil werden. Denn Stereotypen helfen uns auch dabei, Informationen über andere Menschen effektiv zu speichern und im Gedächtnis zu behalten. Oft merken wir uns…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
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Das muss nicht immer negativ sein – solange diese Klischees nicht so mächtig sind, dass sie ein echtes Kennenlernen verhindern und zu einem festgefügten Vorurteil werden. Denn Stereotypen helfen uns auch dabei, Informationen über andere Menschen effektiv zu speichern und im Gedächtnis zu behalten. Oft merken wir uns beispielsweise eine Person an einem besonders hervorstechenden Merkmal "Das war der mit der roten Nase".

Stille Post mit Aliens

Aber wie entstehen die kulturellen Stereotypen, die nahezu jeder kennt – und wie viel Wahres steckt in ihnen? Das haben Martin und seine Kollegen nun in einem Experiment überprüft. Dafür zeigten sie ihren Versuchspersonen Steckbriefe von verschiedenen, fremdartig aussehenden Aliens. Neben den Bildern war auch eine Beschreibung ihres Charakters darauf zu lesen. Die Teilnehmer sollten sich nun die Persönlichkeiten dieser Aliens einprägen und anschließend einer anderen Person diese Wesen  beschreiben. Diese Person wiederum musste sich die Beschreibungen merken und diese nun ihrerseits an weitere Personen weitergeben. Im Prinzip also eine Kommunikationskette wie beim Spiel "Stille Post".

Vom Individuum zum Klischee

Dabei machten die Forscher eine interessante Beobachtung: "Während die Information von Person zu Person weitergegeben wird, wird die anfangs chaotisch und umfangreiche Zuordnung von Aliens und ihren Merkmalen immer mehr vereinfacht", beschreibt Martin das Geschehen. "Am Ende der Kette haben wir dann Beschreibungen, die in ihrer Struktur den klassischen Klischees verblüffend ähneln: Bestimmte körperliche Merkmale werden mit Persönlichkeitsmerkmalen verknüpft." Also beispielsweise: der blaue Alien ist friedlich aber scheu, der grüne hat lange Ohren und ist aggressiv.

Das Spannende dabei: Im Laufe der Zeit führte dies dazu, dass alle blauen Aliens automatisch mit einer friedlichen Grundhaltung assoziiert wurden, grüne mit einer aggressiven. Auch dafür gibt es eine psychologische Erklärung: Der Mensch neigt dazu zu glauben, dass Personen, die ein auffallendes Merkmal teilen, auch in anderer Hinsicht  ähnlich sein müssen. Deshalb merken wir uns die Eigenschaften eines Fremden besser, die in dieses Schema passen, abweichende vergessen wir schneller wieder.

Wahres und Falsches gemischt

Weil dies in einer Kommunikationskette allen so geht, gleichen sich die Beschreibungen von Einzel-Aliens – oder Einzelpersonen – mit einer auffallenden Gemeinsamkeit immer weiter an.  Sie werden dadurch zur Stereotype. Diese vereint nun Merkmale, die diese Gruppe tatsächlich auszeichnet mit solchen, die anfangs tatsächlich einer von ihnen hatte, die aber dann im Laufe der Zeit irtrtümlich auch auf andere Angehörige der gleichen Gruppe übertragen wurden.

"So sind dem Klischee nach Schotten rothaarig und tragen einen Kilt, was für viele zutrifft", sagt Martin. "Gleichzeitig aber wird ihnen auch zugeschrieben, besonders geizig und mürrisch zu sein – was eher keine Basis in der Realität zu haben scheint." Wie das Experiment zeigte, kommen solche falsch verallgemeinernden Verknüpfungen typischerweise immer dann zustande, wenn soziale Informationen immer wieder weitergegeben werden. Irgendwann "mutiert" dann ein individueller Charakterzug zu einem Merkmal, dass auch alle andren Angehörigen seiner Gruppe auszeichnet – zumindest dem Klischee nach.

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