Sydney 2000
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Sydney 2000

Bild: Foto: Hermann Struck, Public domain, via Wikimedia Commons

Olympia in Sydney ist laut. Olympia in Sydney ist bunt. Vor allem die Abschlussfeier in Sydney bleibt unvergessen.

Prachtvolle Schlussfeier

Bunt, laut, rockig und märchenhaft gestalteten die Sydneysider die Abschlussfeier “ihrer” Olympischen Spiele 2000. Die fröhliche Stimmung, die während der 16 Tage den Wettkämpfen ihren unverwechselbaren Stempel aufgedrückt hatte, kulminierte im Olympiastadion in einem prachtvollen Schlussakkord. Stars wie Paul Hogan alias “Crocodile Dundee”, Top-Model Elle McPherson und Golfer Greg Norman trugen ebenso zum Gelingen bei wie die 13-jährige Niki Webster, die schon die Eröffnungsfeier mitgestaltet hatte.

Der damalige IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch lobte in einer phasenweise sehr persönlichen Schlussrede das beispiellose Engagement der zahlreichen Freiwilligen, freute sich über den Sportsgeist und würdigte den diplomatischen Erfolg der Spiele – der gemeinsame Einzug der nord- und südkoreanischen Sportler zu Beginn der Spiele hatte ein Zeichen gesetzt.

Was blieb – neben der Erinnerung an die grenzenlose Begeisterung der Australier und die herausragenden Leistungen der Athleten – von den Spielen? Zunächst die nüchternen Zahlen: Kommerziell war Olympia auf dem fünften Kontinent ein Erfolg. Die Bilanzen wurden ausgeglichen, 6,7 Millionen Eintrittskarten verkauft. Milliarden Zuschauer in aller Welt verfolgten die Spiele live am Fernseher. Natürlich sorgten auch die großen sportlichen Highlights und ihre Athleten für Highlights: Die überraschenden Siege von Heike Drechsler im Weitsprung und Niels Schumann im 800m-Lauf, die überragende Leistung der Kanutin Birgit Fischer, die Goldmedaillen von Ian Thorpe, Inge de Bruijn, Cathy Freeman, Marion Jones, Michael Johnson – und wie sie alle hießen. Neue persönliche Bestmarken wurden aufgestellt, Weltrekorde purzelten. Kleinere Nationen und ihre Athleten konnten sich der Weltöffentlichkeit präsentieren und – immer wieder – auch überraschen. Mehr als 11.000 Sportlerinnen und Sportler kämpften in 28 Sportarten und 300 Wettbewerben um Gold, Silber und Bronze.

Und es gab noch viele andere gute Nachrichten: Kein Triathlet wurde – wie zuvor befürchtet – von einem Hai verschlungen und das erwartete Transportchaos blieb weitgehend aus. Aber es lag auch ein dunkler Schatten über den Spielen: Zahlreiche Dopingfälle belasteten die Spiele. Turn- und Gewichtheber mussten ihre Medaillen zurückgeben, nachdem sie positiv getestet wurden, einige Sportler hatten sich angesichts der verschärften Kontrollen erst in letzter Sekunde gegen die Reise nach Australien entschieden.

In seiner Schlussansprache – der letzten, die er als IOC-Präsident bei Olympischen Spielen hielt – stellte Samaranch den Australiern und den Spielen ein überragendes Zeugnis aus. Es seien die “besten Olympischen Spiele aller Zeiten gewesen”, so der Spanier. Das abschließende Feuerwerk, das viele Teile der Stadt, die herrliche Oper und die gewaltige Harbour Bridge in zauberhaftes Licht tauchte, setzte einen passenden Schlussakzent. Athen, Austragungsort der nächsten Olympischen Spiele im Jahr 2004, wird es nicht leicht haben – die “Aussies” haben die Messlatte hoch gelegt!

Deutsche Bilanz durchwachsen

So erfreulich die Erfolge deutscher Athleten in Sydney waren – die Sportnation Deutschland gehörte erstmals seit 1972 nicht mehr zu den großen Drei bei Olympischen Spielen: Athleten und Offizielle mussten sich mit Platz 5 zufrieden geben. 57 statt der erhofften 65 Medaillen brachte das deutsche Team vom fünften Kontinent mit nach Hause. Reihenweise konnten die Schwimmer und Fechter, die Ruderer und die Turner, die Schützen und die Judoka nicht die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen. Aber zum Glück gab es die deutschen Radsportler, die Kanuten und mit Niels Schumann und Heike Drechsler auch einige (positive) Überraschungen. Nur mit höheren finanziellen Mitteln der Bundesregierung – so das Fazit – könne es gelingen, zu den besten vier Sportnationen zu gehören.

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