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Tausche Haus gegen Wohnung
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Leben & Lifestyle

Tausche Haus gegen Wohnung

Gleichzeitig gibt es viele junge Familien, die dringend eine größere Wohnung benötigen - aber keine finden. Weil die Nachfrage nach Wohnraum steigt, werden in vielen Kommunen neue Bauflächen ausgewiesen. Doch das muss auch anders gehen, glauben Forscher des Öko-Instituts und des Instituts für sozial-ökologische…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
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Verograph / CC BY-SA 3.0

Gleichzeitig gibt es viele junge Familien, die dringend eine größere Wohnung benötigen - aber keine finden. Weil die Nachfrage nach Wohnraum steigt, werden in vielen Kommunen neue Bauflächen ausgewiesen. Doch das muss auch anders gehen, glauben Forscher des Öko-Instituts und des Instituts für sozial-ökologische Forschung in Frankfurt am Main (ISOE).

Ungenutzter Wohnraum

Sie suchen im vom Bund geförderten Projekt "Lebensräume" nach Lösungen für die Wohnraumproblematik und haben eine Idee: Was wäre, wenn Senioren ihren nicht genutzten Wohnraum einfach anderen zur Verfügung stellen? So könnten sie ihr Haus verkaufen und dafür in eine kleinere Wohnung ziehen. Oder aber: Sie vermieten ungenutzte Teile des Hauses.

Ob dieser Ansatz realistisch ist, untersuchen die Wissenschaftler derzeit in sechs Modellkommunen im Kreis Steinfurt in Nordrhein-Westfalen. In Emsdetten, Ibbenbüren, Lengerich, Mettingen, Saerbeck und Wettringen hat das ISOE dafür ältere Hauseigentümer zu ihrer Wohnsituation und ihren Einstellungen zu einem möglichen Wohnungstausch befragt.

Artikelbild

iStock.com, SilviaJansen

Vermietung ausgeschlossen?

Das Ergebnis: Knapp über die Hälfte der Befragten gab an, über ungenutzte Räume in ihrem Haus zu verfügen. Nicht selten sind das zwei oder mehr vom eigenen Wohnraum abgetrennte Räume oder sogar eine ganze Einliegerwohnung. Die Zahl solcher nicht vermieteten Wohnungen beläuft sich im gesamten Kreisgebiet auf schätzungsweise 5.000, wie die Forscher berichten. "Der hohe Anteil unvermieteten Leerstands ist für uns besonders interessant", sagt Immanuel Stieß vom ISOE.

Grundsätzlich besteht in den Kommunen also großes Potenzial, der Wohnungsnot auch ohne Neubauten entgegenzuwirken. Doch: "Viele Eigentümerinnen und Eigentümer schließen eine Vermietung aus", erklärt Stieß. Sie scheuen demnach die mit einem Umbau verbundenen Belastungen, haben Sorge, ihre Eigenständigkeit zu verlieren oder Angst vor Ärger mit den Mietern.

Artikelbild

iStock.com, Zinkevych

Umzug nicht in Sicht

Dreiviertel der Hauseigentümer gab bei der Befragung zudem an, sich zwar grundsätzlich einen Umzug in eine altersgerechte Wohnung oder in ein kleineres Haus vorstellen zu können. "Aber nur 14 Prozent der Befragten haben vor, in den nächsten fünf Jahren etwas an ihrer Wohnsituation zu verändern", sagt Projektleiterin Corinna Fischer vom Öko-Institut. "Der Weg von einer grundsätzlichen Bereitschaft zu einem konkreten Plan ist weit."

Aus diesem Grund planen die Wissenschaftler nun persönliche Beratungen und Workshops zu dem Thema: "Wir wollen Hauseigentümerinnen und -eigentümer über verschiedene Möglichkeiten informieren und bei der Meinungsbildung unterstützen", so Fischer. In einem nächsten Schritt sollen Kreise und Kommunen praktische Unterstützungsangebote aufbauen. Vielleicht klappt der Wohnungstausch dann ja doch noch.

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