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Temporäre Selfies - bleibende Eindrücke
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Digital

Temporäre Selfies - bleibende Eindrücke

Ein Selfie im Weihnachtspulli vorm Tannenbaum oder ein Video von der feuchtfröhlichen Silvesterparty: Solche Inhalte wollen wir liebend gerne mit unseren Freunden teilen. Doch werden sie für die Ewigkeit im Netz festgehalten, kann uns das noch Jahre später zum Verhängnis werden – zum Beispiel bei der Stellensuche.…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
1 Minute
Rubrik
Digital
Artikelbild

thinkstock.com, standret

Ein Selfie im Weihnachtspulli vorm Tannenbaum oder ein Video von der feuchtfröhlichen Silvesterparty: Solche Inhalte wollen wir liebend gerne mit unseren Freunden teilen. Doch werden sie für die Ewigkeit im Netz festgehalten, kann uns das noch Jahre später zum Verhängnis werden – zum Beispiel bei der Stellensuche. Denn dass Personaler bei der Auswahl der Bewerber auch in den sozialen Medien recherchieren und ihre Entscheidung von dem, was dort zum Vorschein kommt, maßgeblich beeinflusst wird, ist ein offenes Geheimnis.

Hier kommen "vergängliche" soziale Medien wie Snapchat oder Instagram Stories wie gerufen – Formate, bei denen Inhalte nach einer kurzen Zeit automatisch wieder gelöscht werden. Auf den ersten Blick erscheint die Vergänglichkeit der Daten als Wundermittel, welches dem Drang sich mitzuteilen und der Wahrung der Privatsphäre gleichermaßen entgegenkommt. Tatsächlich werden solche Plattformen immer beliebter: Snapchat hat inzwischen rund 150 Millionen Nutzer. Die Instagram Stories verwenden etwa 250 Millionen Menschen regelmäßig.

Kurzer Eindruck, lange Wirkung

Letztlich können Inhalte, die nicht mehr existieren, uns später nicht mehr zu schaffen machen, so die gängige Meinung. Oder doch? Eine verhaltenswissenschaftliche Untersuchung von Forschern um Reto Hofstetter von der Universität Luzern deutet nun darauf hin, dass Vergänglichkeit zwar das Problem des späteren Wiederauftauchens bestimmter Informationen löst. Trotzdem scheinen auch vergängliche Inhalte bleibende Eindrücke zu hinterlassen.

Bekannt war bereits, dass erste Eindrücke häufig lange haften bleiben. Folglich kann etwa ein indiskretes Foto längerfristig einen negativen Eindruck hinterlassen – auch wenn es nur temporär geteilt wurde. Zusätzlich fanden die Wissenschaftler heraus: Sehen Betrachter unangemessene Inhalte, beziehen sie dies direkt negativ auf das Urteilsvermögen der Person, die diese geteilt hat. Dass der Beitrag ja nur kurzzeitig öffentlich ist, entschuldigt aus ihrer Sicht beispielsweise ein peinliches Selfie nicht.

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