Trickfilmer/in
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Trickfilmer/in

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

"Trickfilm ist alles, was nicht Realfilm ist", so umschreibt Nicola Steller, Mitarbeiterin der Pressestelle des Stuttgarter Trickfilm-Festivals, das breite Spektrum dieses Mediums. Darunter fallen die klassischen Formen Zeichentrick, Puppentrick und Knetanimation ebenso wie die Produktion von 3D-Animationen und "Visual Effects" am Computer.

Computer und Zeichenbrett

"Trickfilm ist alles, was nicht Realfilm ist", so umschreibt Nicola Steller, Mitarbeiterin der Pressestelle des Stuttgarter Trickfilm-Festivals, das breite Spektrum dieses Mediums. Darunter fallen die klassischen Formen Zeichentrick, Puppentrick und Knetanimation ebenso wie die Produktion von 3D-Animationen und "Visual Effects" am Computer.

In allen klassischen Formen wird unbelebten Objekten durch Einzelbildaufnahmen in verschiedenen Zuständen bei der Filmprojektion synthetisch Bewegung verliehen. Der erste Trickfilm wurde 1898 in den USA gedreht: "The-Humpty-Dumpty-Circus". "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" glänzte 1988 mit einer gelungenen Integration von Spiel- und Zeichentrickfilm. Zeichentrickfiguren stimmig in einer realen Welt unterzubringen, verlangte auch von den Schauspielern ungewöhnliche Fähigkeiten: Sie mussten mit unsichtbaren Partnern spielen, weil diese dank Richard Williams' Trickgenie erst nachträglich einmontiert wurden.

Vor allem in den letzten Jahren hat sich der Computer zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel entwickelt, der auch aus den klassischen Produktionen nicht mehr wegzudenken ist. Sven Pannicke von der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg möchte den Begriff des Trickfilmers deshalb auch erweitert sehen: "Eigentlich wird mittlerweile vom Animator gesprochen. Hiermit ist das vielseitige Tätigkeitsprofil besser getroffen."

Kurz & bündig

Trickfilmer stellen Trickaufnahmen für Film- und Fernsehproduktionen her. Neben den klassischen Methoden wie Knet-, Zeichentrick-, oder Puppenanimation tritt dabei immer mehr die digitale Produktion in den Vordergrund.

Wo arbeiten Trickfilmer?

Trickfilmer arbeiten als Angestellte in Film- und Fernsehstudios oder projektbezogen als freie Mitarbeiter. Eine andere Option ist der Weg in die Selbständigkeit. Gerade im künstlerischen Bereich wird dieser Weg aber immer dorniger. "Der klassische 'Independant Autorenfilm' verliert immer mehr an Boden, weil die Finanzierung immer schwieriger wird", bedauert Sven Pannicke die momentane Situation.

Synonym für die Bezeichnung Trickfilmer werden auch folgende Begriffe verwendet:

  • – Trickanimator/in
  • – Animator/in
  • – 2D/3D-Animator/in

Was genau machen Trickfilmer?

Der Autodidakt Sven Pannicke schildert den Reiz, den der Trickfilm schon immer auf ihn ausübte: "Bei Trickfilmen gibt es keine visuellen Grenzen. Nichts ist unmöglich, solange die Charaktere glaubhaft und lebendig wirken. Die kreativen Entfaltungsmöglichkeiten sind wirklich unendlich." Das Medium Trickfilm vereint die unterschiedlichsten Ausdrucksformen aller Kunstformen, ob Malerei, Plastik, Literatur, Musik, Grafik oder Fotografie, hier kann alles eingesetzt werden. Trickfilme gibt es in kurzen Formaten, als Trailer, Musikvideo, Kurzfilm oder Werbespot, ebenso wie in Spielfilmlänge. Ohne visuelle Kreativität kommt kein Trickfilmer aus und auch psychologisches Gespür für Figuren ist dringend notwendig.

Trotz der schon genannten Unterschiede zwischen klassischer Animation und Computeranimation sind die Schritte eines Trickfilmprojektes doch immer ähnlich. Die Basis jeder Produktion ist das Drehbuch. Darauf aufbauend entsteht eine "Character Bible", das "Character Design" und schließlich das "Production Design". Sven Pannicke erläutert die aus dem Amerikanischen entliehenen Begriffe: "In der 'Character Bible' werden die Charaktere und die persönlichen Eigenarten der Figuren erarbeitet. Die visuelle Umsetzung erfolgt dann durch das 'Character Design', bei dem die Figuren ihr Aussehen erhalten.

Schließlich muss noch der Hintergrund erstellt werden, das heißt die Welt, in der diese Figuren leben." In der nächsten Phase wird das "Storyboard" entwickelt. Beim Storyboard geht es in erster Linie um die Auflösung der Szenen, also die Anzahl der Einstellungen, Blickwinkel, Kamerabewegungen und den Einbau zusätzlicher Visual Effects. Im "Animatic", der vorletzten Stufe, wird das Storyboard umgesetzt und teilweise schon animert und das Timing festgelegt. Die unbewegten Szenen im Animatic werden nach und nach abgearbeitet und bewegt. Der Tonbereich wird vorher schon vorbereitet und nur noch über den fertig animierten Film gelegt. Auch bei komplett computergenerierten Animationsfilmen sind die ersten Entwürfe immer Skizzen oder Tonmodelle. Bei klassischen Produktionen wird der Computer während des Abfilmens und vor allem in der Nachbearbeitung als wichtiges Hilfsmittel eingesetzt.

Vor allem an größeren Projekten sind eine Vielzahl von Menschen beteiligt. Nur im Team können die unterschiedlichen Aufgaben, die dabei zu bewältigen sind, erledigt werden. Kommunikation mit Auftraggebern, Produzenten und Mitarbeitern ist dabei eine Basisqualifikation.

Wer ist geeignet?

Die Zugangsmöglichkeiten zum Beruf Trickfilmer sind vielfältig und reichen von "learning by doing" in Form von Praktika über eine Ausbildung bis hin zum Studium.

  • Mediengestalter/innen Bild und Ton
  • Absolventen eines Studiums Film und/oder Animation oder Digital Artist an einer Filmakademie
  • Absolventen eines Designstudiums, z.B. Kommunikationsdesign oder Medien-Design
  • Kameraleute
  • Quereinsteiger mit Kompetenzen in den Bereichen Gestaltung, Grafik, Film

Wo und wie studieren?

Die Ausbildungswege zum Trickfilmer sind breit gefächert. Als Berufsausbildung empfiehlt sich Mediengestalter Bild und Ton. Es existieren jedoch auch Studiengänge mit den Fächern audiovisuelle Kommunikation, Trick oder Animation an Filmakademien, beispielsweise an der Hochschule für Film und Fernsehen Babelsberg. Die Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg verfügt über den Studiengang Film und Medien. Nach einem breiter angelegten Grundstudium können sich die Studierenden im darauf folgenden Projektstudium beispielsweise auf das Fach "Animation" spezialisieren. In eine ähnliche Richtung geht auch der dort angesiedelte, noch in der Versuchsphase befindliche Studienschwerpunkt "Technical Director", der eine Schnittstelle zwischen Technik und Kunst herstellen soll. Voraussetzung dafür ist jedoch ein abgeschlossenes Studium im technischen Bereich, beispielsweise ein Informatikstudium. Die German Film School in Elstal (bei Berlin) weist mit dem Abschluss "Digital Artist" eine Besonderheit auf. Interessierte werden dort vor allem mit der digitalen Medienproduktion vertraut gemacht und nicht mit der klassischen Animation.

"Ein Praktikum während des Studiums ist sehr empfehlenswert", betont Sven Pannicke und ergänzt: "Die Studierenden in Ludwigsburg bekommen dafür ein Urlaubsjahr und können so praktische Erfahrung sammeln."

Wo und wie weiterbilden?

An der privaten animation-school-hamburg können sich Personen mit Berufserfahrung im Zeichenbereich, Absolventen und Absolventinnen einer grafischen Ausbildung oder zeichnerische Talente auch ohne Voraussetzungen für einen Hochschulzugang bewerben und sich in einer 14-monatigen Ausbildung alles Wissenswerte über Animation aneignen. Auch das Weiterbildungsprogramm Trickfilm/Animation an der Internationalen Filmschule Köln gibt Leuten aus dem Gestaltungs- oder Designbereich die Chance im Metier Film Erfahrung zu erlangen.

Kontakt

Internationales Trickfilm-Festival Stuttgart
Film- und Medienfestival GmbH


Bosch-Areal
Breitscheidstr. 4
70174 Stuttgart
Tel.: 0711/92546-0
Fax: 0711/92546150
http://www.itfs.de

Interessenverband Comic e.V. (ICOM)
(Comic, Illustration, Trickfilm, Cartoon)


Danneckerstraße 12
70182 Stuttgart
Tel.: 0711/244578
Fax: 0711/233388
http://www.comic-i.com

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