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Umweltschutz in cool
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Umweltschutz in cool

Zunächst aber ein bisschen Wissen. Denn der Unterschied zwischen Re- und Upcycling mag so manchem nicht ganz klar sein, aber eigentlich ist es ziemlich einfach.
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
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fotolia.com, avizzara

Zunächst aber ein bisschen Wissen. Denn der Unterschied zwischen Re- und Upcycling mag so manchem nicht ganz klar sein, aber eigentlich ist es ziemlich einfach.

Also: Beim Recycling wird bis auf den Grundstoff zerlegt, beim Upcycling wird gleich aus dem Ausgangsprodukt Neues erschaffen.

1. Mehr Schlauch, bitte

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fotolia.com, paulcreeps

Doch selbst der beste Feuerwehrschlauch hat irgendwann ausgedient, denn das Auf und Ab von mehreren Bar Druck, das ständige Ein- und Abrollen macht ihn mürbe. Den Schlauch aber zu schreddern, wäre aufgrund der buchstäblich bombensicheren Konstruktion aber eine Schande – das zumindest dachten sich zwei Brüder aus Köln. Sie gründeten das Unternehmen Feuerwear und tun dort nichts anderes, als Upcycling zu betreiben. Und zwar ausschließlich mit Feuerwehrschläuchen als Ausgangsprodukt. Vom Rucksack über die Handyhülle bis hin zum wahrhaft reißfesten Hosengürtel geht die Palette – und die haben alle Attribute, die auch der Schlauch besitzt.

2. Ist ja bannerhart!

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fotolia.com, Ewald Fröch

Auftritt Comebags. Das ist ein Unternehmen, das den Upcycling-Gedanken von der anderen Seite aus angeht. Denn die Firma aus Bruchsal wartet nicht nur darauf, dass sie gebrauchte Banner bekommt, sondern arbeitet direkt mit deren Produzenten zusammen. Denn bei der Herstellung fällt eben auch eine Menge Verschnitt an – und der ist für das Comebags-Geschäftsmodell ebenso gut geeignet, wie LKW-Planen und ähnliche Stoffe der Güteklasse „Mega-robust“. Comebags reinigt das Material, bedruckt es nach Kundenwünschen und fertigt dann daraus Rucksäcke und Taschen, die wiederum im B2B-Bereich weiterverkauft werden. Und ganz nebenbei sind auch noch Menschen mit Behinderungen eingebunden – sie sind nämlich die Künstler, die den dicken Stoff an der Nähmaschine in Taschen verwandeln.

3. Ziemlich aufgeblasen

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fotolia.com, Dmitry Vereshchagin

Eigentlich schade, denn der Airbag selbst, also das, was sich im Notfall aufbläst, besteht aus Nylon-6,6 – ein echter Wunderstoff: leicht, wetterbeständig, ziemlich weich und äußerst reißfest. Und wie könnte es anders sein, haben sich auch dafür clevere Köpfe eine Nachverwendung einfallen lassen. Die Firma Kar-Bag besorgt sich solche Alt-Airbags (aus Pietät aber keine aus Unfallfahrzeugen), trennt das wertvolle Nylon ab und macht daraus kleine Taschen und Accessoires. Und wenn das Unternehmen aus Oer-Erkenschwick schon bei der Altauto-Verwertung zugange ist, findet auch ein weiteres Sicherheits-Feature eine Zweitverwendung: Die Sicherheitsgurte nämlich, die sich wegen ihrer extremen Reißfestigkeit und dem guten Hautgefühl perfekt als Tragegurte für die Air-Bags eignen.

4. Wellen-Reiten

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fotolia.com, dmlid

Für die maritime Flora und Fauna ist das natürlich ein Problem, ein gewaltiges sogar, das geschätzt zehn Prozent der Kunststoffverschmutzung der Ozeane ausmacht. Denn die Netze bestehen aus äußerst robustem Plastik, sie verrotten nicht und treiben als Geisternetze oft noch jahrzehntelang durch die Weltmeere. In der Ostsee hat sich mittlerweile der WWF der Sache angenommen – auf der anderen Seite des Globus, vor Chile, geht man indes mit pazifischer Lässigkeit an das Problem heran. Dort arbeitet nämlich die Firma Buero. Und Buero macht zwei Dinge: Erstens animiert das Unternehmen die örtlichen Fischer, nicht einfach alte Netze über Bord zu werfen, sondern der Firma zur Verfügung zu stellen. Zweitens vergibt Buero „Sammelpunkte“ für Seefahrer und Privatleute, die auf eigene Faust herrenlose Netze aus dem Meer fischen.

Und jetzt kommt das Lässige: Buero zerkleinert die Netze und macht sie zu Kunststoffgranulat. Doch daraus entstehen keine langweiligen Becher und Brotdosen, sondern Skateboards, Frisbees und Sonnenbrillen. Und die sind wegen des fischigen Ausgangsmaterials nicht minder robust als die Netze – aber weitaus weniger gefährlich für die Meeresfauna.

5. Aus dem Kaffee in den Kaffee

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fotolia.com, dredredhat

Da aber allein in Deutschland jährlich pro Kopf rund 162 Liter des schwarzen Gebräus getrunken werden, sind das buchstäblich Tonnen von Kaffeesatz. Mit der Jahresproduktion könnte Deutschland jeden Wahrsager auf der Welt bis an sein Lebensende mit Material versorgen – oder aber den Kaffeesatz zur Kaffeetasse machen. Das zumindest dachte sich Produktdesigner Julian Lechner. Er, der im Studium literweise davon trank, überlegte mehrere Jahre lang, wie er aus dem Kaffeesatz etwas Nützliches machen könnte. Bis er darauf verfiel, das Pulver zu trocknen und mit karamellisiertem Zucker zu vermischen. Heraus kommt ein Material, das nicht nur spülmaschinenfest, sondern essbar ist – und sich zu einem holzartig anmutenden, kunststoffgleichen Gebilde pressen lässt. Kaffee Form war geboren. In Berlin nahm Julian Lechner direkt eine Reihe von Cafés rund um seinen Firmenstandort mit ins Boot – in der Hauptstadt der Hipster reißt ihm so der Nachschub garantiert nicht ab. Und so entstehen dort Kaffeetassen und Untertassen aus Kaffee und Zucker – der vielleicht kürzeste Recycling-Kreislauf, den man sich vorstellen kann.

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