Mit einem kleinen Programm namens PGP (Pretty Good Privacy) steht heute jedem Computer-Anwender eine starke und einfach zu bedienende Verschlüsselungs-Software zur Verfügung.
Die PGP-Geschichte
Entwickelt wurde das Security-Tool 1991 von dem Amerikaner Phil Zimmermann. Für Privatanwender ist das Programm kostenlos erhältlich, sowohl für Windows als auch für MacOS und weitere Betriebssysteme. Der Optimierung und weiteren Verbreitung von PGP widmet sich eine Non-Profit-Initiative von Entwicklern. Wegen der unsicheren Zukunftsaussichten für die Freeware PGP, die vom Hersteller zwischenzeitlich schon einmal „stillgelegt“ wurde, entstand das Open-Source-Projekt GnuPG. Es wird in Deutschland als GNU Privacy Guard Projekt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt. Für den Anwender fallen die Unterschiede zwischen PGP und den Open-Source-Produkten nicht ins Gewicht. Grundsätzlich ist der Umgang mit der Verschlüsselungs-Software recht einfach - wie im Folgenden beschrieben.
PGP auf dem Computer einrichten
Ist PGP auf der Festplatte installiert, überprüft es bestehende Verbindungen ins Internet. Fündig geworden, kann der User die Schnittstellen ins weltweite Netz gegen Angriffe absichern. Damit schützt das Programm vor Lauschangriffen oder dem “Mitschneiden“ einer Schlüsselerstellung bei bestehender Internetverbindung.
Das Programm durchsucht die Festplatte automatisch nach bereits vorhandenen Vorgängerversionen und Schlüsseln. Ist noch nichts angelegt, startet der “Key Generation Wizar“. Aktivieren Sie den Experten-Modus und geben Sie Namen und E-Mail-Adresse an. PGP erlaubt auch die nachträgliche Erstellung von Schlüsselpaaren, so dass für mehrere E-Mail-Adressen oder Personen, die sich einen Computer teilen, ein jeweils eigener Schlüssel vorhanden ist.
Wählen Sie dann das gewünschte Verschlüsselungsverfahren und die gewünschte Schlüssellänge. Zögern Sie nicht die größtmögliche Schlüssellänge anzugeben, da diese auch die maximale Sicherheit bietet.
Schützen Sie Ihren Schlüssel
Zur Verwaltung des privaten Schlüssels ist es wichtig, eine geheime Passphrase (Zugangs-Password) zu erstellen, die unerwünschten Zugriff auf den heimischen PC oder Manipulationen verhindern soll, falls der Schlüssel in unbefugte Hände fällt. Je länger die Passphrase ist, um so besser ist Ihr privater Schlüssel geschützt. Verwenden Sie am besten auch Umlaute, Sonderzeichen und Zahlen, da Namen, Zitate und rein alphabetische Buchstabenkombinationen für Cracker keine Probleme darstellen. Am besten denken Sie sich einen unsinnigen Satz aus, und ersetzen zum Beispiel alle Selbstlaute durch eine Zahl. Garniert mit Sonderzeichen sind Sie dann auf der sicheren Seite.
Wiederholen Sie die Passphrase zur Bestätigung, und bestätigen Sie Ihre Eingabe durch Drücken der Weiter-Schaltfläche. PGP erstellt nun automatisch Ihr Schlüsselpaar.
Nach der Fertigstellung der Schlüssel, werden diese an einen virtuellen Schlüsselbund auf der Festplatte "angehängt". Zusätzlich hat man die Möglichkeit, den öffentlichen Schlüssel an einen Key-Server im Internet zu schicken.
Der virtuelle Schlüsselbund
Unter dem Menüpunkt “PGP-Keys“ der PGP-Tool Leiste kann man die eigenen Schlüssel verwalten, und zum Beispiel zusätzliche Schlüssel erstellen. Zugleich dient “PGP-Keys“ als virtueller Schlüsselbund, an dem auch die öffentlichen Schlüssel von Kollegen, Freunden und anderen PGP-Anwendern “hängen“ und zum Beispiel auf ihre Authentizität und Gültigkeit geprüft werden können. Ebenso kann man von hier aus den eigenen öffentlichen Schlüssel als circa drei KByte große Datei exportieren und via E-Mail an Freunde versenden.
Die erste verschlüsselte Mail
Der Versand einer verschlüsselten E-Mail gestaltet sich unkompliziert. Die Mail schreiben Sie wie gewohnt, zum Beispiel in Outlook, und vor dem Absenden drücken Sie auf das PGP-Icon in der rechten oberen Ecke. PGP sucht nun automatisch nach dem öffentlichen Schlüssel des Empfängers im Schlüsselbund und verschlüsselt dann die Mail. PGP integriert sich bei der Installation über Plug-Ins automatisch in die gängigsten Mail-Programme.




