Flieger und Nichtflieger
Das auffälligste Merkmal der Vögel ist, dass sie fliegen können. Doch beherrschen keineswegs alle diese Kunst. Die Pinguine zum Beispiel bewegen sich im Wasser geschickt wie die Fische. Auf dem Land watscheln sie unbeholfen, und fliegen können sie gar nicht. Die Mauersegler dagegen verbringen fast ihr ganzes Leben in der Luft. Vögel, die fliegen, sind anders gebaut als Laufvögel. Sie haben ein leichtes Skelett aus hohlen Knochen. Ihre Arme sind zu Schwingen umgewandelt und besitzen kräftige Muskeln.
Ein Kleid aus Federn
Alle Vögel haben ein Federkleid, auch wenn sie nicht fliegen können. Die Federn bestehen aus Keratin. Aus diesem hornähnlichen Stoff sind auch unsere Haare und Fingernägel. Dicht auf der Haut des Vogels sitzen die Daunen. Sie halten den Körper warm. Die Deckfedern sind kräftiger. Sie liegen wie Dachziegel übereinander und geben dem Vogel seine Gestalt. Die Schwungfedern haben einen biegsamen Schaft. Mit diesen Federn fliegt der Vogel. Die Schwanzfedern sind am längsten. Damit steuert und bremst der Vogel seinen Flug. Einmal im Jahr erneuert ein Vogel alle Federn. Man nennt das die Mauser.
Wie Vögel fliegen
Nicht alle Vögel fliegen gleich gut. Einige schlagen dauernd mit den Flügeln. Andere können stundenlang ohne einen Flügelschlag in der Luft segeln. Die Flugweise hängt wie die Fluggeschwindigkeit von der Flügelform ab. Die schnellsten Flieger sind die Falken und die Mauersegler. Sie haben lange, sichelförmige Flügel. Hühnervögel haben kurze und runde Flügel. Sie können zwar schnell auffliegen, halten aber nicht lange durch.
Nester und Eier
Die meisten Vögel bauen Nester. Die Weibchen legen Eier hinein und brüten sie aus. Oft brüten Männchen und Weibchen auch gemeinsam. Die Jungen, die gefüttert werden, nennt man Nesthocker. Dagegen verlassen Nestflüchter bald das Nest und suchen selbst Futter. Das sind vor allem die Jungen von Bodenbrütern.
Mit Schnäbeln und Krallen
Wie bei anderen Tieren gibt es auch unter den Vögeln Nahrungsspezialisten. Greifvögel zum Beispiel fressen nur Fleisch. Sie machen Jagd auf Tiere. Für diese Ernährungsweise sind sie besonders ausgerüstet: Sie besitzen kräftige, scharfe Schnäbel und spitze Krallen. Kernbeißer haben dicke, kegelförmige Schnäbel, die wie Nussknacker wirken. Viele Vögel sind Insektenfresser mit spitzen, pinzettenartigen Schnäbeln. Kolibris ernähren sich vor allem vom Nektar der Blüten. Ihre Schnäbel sind besonders lang und dünn.
Arten im Überblick
Es gibt über 9 000 Arten von Vögeln. Die Ordnungen mit den meisten Arten sind:
| Sperlingsvögel/ | rund 5 300 Arten |
| davon Singvögel: | rund 4 000 Arten |
| Seglervögel: | rund 400 Arten |
| Spechtvögel: | rund 385 Arten |
| Papageien: | rund 335 Arten |
| Wat- und Möwenvögel: | rund 350 Arten |
| Taubenvögel: | rund 300 Arten |
| Greifvögel: | rund 280 Arten |
| Hühnervögel: | rund 270 Arten |
| Kranichvögel: | rund 205 Arten |
| Gänsevögel: | rund 150 Arten |
Der größte lebende Vogel ist der Afrikanische Strauß, der bis zu 2,74 m groß und 156 kg schwer wird. Der kleinste Vogel der Erde ist die Kubanische Bienenelfe, die maximal 6 cm lang und 2,4 g schwer ist.



