Volapük
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Volapük

Bild: Foto: Morn, CC0, via Wikimedia Commons

Volapük ist eine Erfindung des deutschen Pfarrers Johann Martin Schleyer (1831-1912), der die Sprache 1879 “aus reiner Liebe zur viel geplagten und zerklüfteten Menschheit” veröffentlichte. Volapük war seinerzeit der bis dahin erfolgreichste Versuch, das Prinzip Plansprache zu verwirklichen und erfreute sich relativ schnell in ganz Europa, den USA, Brasilien und China einer großen Anhängerschaft.

Vorreiter aller Plansprachen

Volapük ist eine Erfindung des deutschen Pfarrers Johann Martin Schleyer (1831-1912), der die Sprache 1879 “aus reiner Liebe zur viel geplagten und zerklüfteten Menschheit” veröffentlichte. Volapük war seinerzeit der bis dahin erfolgreichste Versuch, das Prinzip Plansprache zu verwirklichen und erfreute sich relativ schnell in ganz Europa, den USA, Brasilien und China einer großen Anhängerschaft. Der rasche Erfolg währte aber nur kurz, das 1887 erschienene Esperanto verdrängte die erste Welthilfssprache fast vollständig. Erst in den 1930ern erlebte die Sprache vor allem in den Niederlanden eine Art Wiederbelebung, Arie de Jong (1865-1957) gilt in diesem Zusammenhang als eine der Hauptfiguren.

Grammatik-Abriss mit Beispielsätzen

Die Wortstämme für Volapük (Umbildungen aus “vol” für “world” und “pük” für “speak”) entnahm Schleyer zwar hauptsächlich dem Englischen, er baute aber auch deutsche, lateinische und romanische Wörter ein. Volapük gebraucht mit Ausnahme der Buchstaben “Q” und “W” das lateinische Alphabet, hinzukommen die Umlaute “Ä”, “Ö” und “Ü”. Die Regeln für große Anfangsbuchstaben entsprechen mehr oder weniger dem Englischen oder Französischen. Unterschiede zwischen den Geschlechtern finden sich nicht, auch Artikel werden normalerweise nicht gebraucht. So heißt “pod” z.B. abhängig vom Kontext “Apfel”, “ein Apfel” oder “der Apfel”, “Man fidom” bedeutet “Der Mann isst”, “Vom fidof” “Die Frau isst”. Eine Ausnahme ist der Artikel “el”, der mit nicht in die Sprache aufgenommenen Eigennamen und anderen Wörtern gebraucht wird, die nicht dekliniert werden können. Adjektive enden im Volapük “-ik”, wie z.B. in “Flens gudik” (Gute Freunde).

Weitere Textbeispiele in Volapük:

El Paris binon cifazif Fransäna. – Paris ist die Hauptstadt von Frankreich.

Vom binof in dom. – Die Frau ist im Haus.

Vom golof ini dom. – Die Frau geht in das Haus.

Kanobs logön eli Sputnik me daleskop. – Wir können den Sputnik mit dem Fernrohr sehen. Das “-i” am Ende von “el” und “in” in den letzten beiden Sätzen bezeichnet den Akkusativ (direktes Objekt).

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