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Von Ratzefummeln, Rosenkränzen und Papst-Packages
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Leben & Lifestyle

Von Ratzefummeln, Rosenkränzen und Papst-Packages

In Regensburg sprechen die Leute vom „Jahrhundertereignis“, und auch in München herrscht Ausnahmezustand. Welchen Radiosender man auch derzeit in Bayern einschaltet oder wo auch immer im Freistaat man die Zeitung aufschlägt, es scheint nur ein Thema zu geben: Der Papst kommt. Der bayerische Papst.
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle

Bayern steht Kopf, seit Wochen schon. Und wenn Benedikt XVI. dann am 9. September endlich auf dem Franz-Josef-Strauß-Flughafen in München gelandet ist, um sechs Tage lang seine alte Heimat zu besuchen, dann wird Südbayern still stehen. Pilgerströme, Massen-Gottesdienste, Straßensperren, Schulfrei.

München im Ausnahmezustand

Artikelbild

Nehmen wir München, wo die Reise ihren Anfang nimmt. Hier ist man schon seit geraumer Zeit damit beschäftigt, die doch stets stark frequentierte Innenstadt papstgerecht herzurichten. Das heißt: alle Autos raus, S- und U-Bahnhöfe im Herzen der bayerischen Landeshauptstadt und draußen in Riem, wo der Papst seine Messe zelebrieren wird, sperren. Gullis wurden zugeschweißt, Papierkörbe weggeräumt, auch Streusandkisten, Briefkästen, Schauvitrinen, Pflanzentröge und die bunten Münchner Plastiklöwen an der Fahrroute des Papstes entfernt. Selbst dort abgestellte Fahrräder wurden eingesammelt. Es herrscht Alarmstufe 1, das höchste Maß an Sicherheit. Auch Drahtesel gelten als mögliche Verstecke für Bomben. Nach dem Papstbesuch können die Besitzer ihr Radl wieder abholen – falls sie es genau beschreiben können. Stattdessen beherrschen Absperrgitter das Straßenbild. Die bayerische Polizei benötigt für den Papstbesuch 4500 Stück. Aneinandergereiht würden die eine Strecke von 13,5 Kilometern ergeben. So viel Zaun haben selbst Günther Becksteins Beamte nicht parat. Weshalb die aushelfenden Kräfte aus anderen Bundesländern ihre Absperrgitter mitbringen müssen.

Klar, dass die anstehenden Tage auch für den Öffentlichen Nahverkehr in München eine echte Herausforderung werden. Deren Chef Herbert König spricht von „Ausnahmezustand“, wohl wissend, dass bei den Fahrgästen noch mehr Geduld als sonst gefordert ist. Der Andrang Richtung Messe wird enorm sein, obwohl die MVG den Takt auf der Strecke erhöht. Der wichtigste Nahverkehrsknoten der Stadt, der U- und S-Bahnhof Marienplatz, wird komplett gesperrt, während Papst Benedikt am Samstagnachmittag an der Mariensäule betet. Dann werden die Bahnen unter ihm nonstop durchrauschen.

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