Vor 250 Jahren: James Cook landet in Australien
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Vor 250 Jahren: James Cook landet in Australien

Bild: Foto: Unknown, Public domain, via Wikimedia Commons

Der Mythos der Terra Australis Incognita reicht zurück bis in die Antike. Schon die alten Griechen vermuteten, dass ganz weit unten im Süden eine riesige Landmasse zu finden sein müsse, die als Gegengewicht zu den Kontinenten der Nordhalbkugel die Erde im Gleichgewicht hält. Dieses Südland stellte man sich als eine Art Paradies auf Erden vor – mit angenehmen Temperaturen, vielen Einwohnern und ungeheuren Reichtümern. Lange aber bleibt die Terra Australis unerreichbar – zu groß sind die Entfernungen.

Historisch

Der Mythos der Terra Australis Incognita reicht zurück bis in die Antike. Schon die alten Griechen vermuteten, dass ganz weit unten im Süden eine riesige Landmasse zu finden sein müsse, die als Gegengewicht zu den Kontinenten der Nordhalbkugel die Erde im Gleichgewicht hält. Dieses Südland stellte man sich als eine Art Paradies auf Erden vor – mit angenehmen Temperaturen, vielen Einwohnern und ungeheuren Reichtümern. Lange aber bleibt die Terra Australis unerreichbar – zu groß sind die Entfernungen.

Das ändert sich erst mit dem Zeitalter der Entdeckungen. Seefahrer wie Vaso da Gama und später Fernando Magellan dringen als erste bis an die Südspitze von Afrika und Südamerika vor. Nachdem Magellan die später nach ihm benannte Magellanstraße passiert hat, hält er das unwirtliche Gebiet südlich der Magellanstraße für einen der Ausläufer des mystischen Südkontinents. In zeitgenössischen Karten geht seine Entdeckung deshalb als das „neu entdeckte aber noch unbekannte südliche Land“ ein. In den folgenden Jahrhunderten machen sich zahlreiche Entdecker und Seefahrer auf die Suche nach diesem Land, finden aber nur einige Inseln und viel Ozean.

Laurent Gass Photographie / CC BY-NC-ND 2.0

Cooks erste Reise

Deshalb bringt die britische Marine nun James Cook ins Spiel – einen erfahrenen Offizier und Kartografen. Der Seefahrer bekommt im Jahr 1768 das Kommando über ein eigenes Schiff, die Endeavour, und einen mehrteiligen Auftrag. Zuerst soll Cook nach Tahiti segeln und dort gemeinsam mit Wissenschaftlern eine astronomische Messstation aufbauen. Denn am 3. Juni 1769 ist von dort aus ein Venus-Transit zu sehen – die seltene und für die Astronomie enorm wichtige Passage des Planeten Venus vor der Sonne.

Nachdem Cook dies erledigt hat, folgt der zweite, geheime Teil seines Auftrags: Er soll weiter nach Süden segeln und nach der Terra Australis suchen. Als Helfer und Lotsen hat der Seefahrer den Tahitianer Tupaia mit an Bord. Dieser hilft ihm, sich im Gewirr der polynesischen Inseln zurechtzufinden. Im Oktober 1769 erreicht die Endeavour Neuseeland. Cook und seine Mannschaft erkunden und kartieren sechs Monate lang die Küsten. Dabei entdecken sie als erste Europäer die Meerenge, die die Nord- von der Südinsel Neuseelands trennt. Damit belegen sie als erste, dass Neuseeland eine Doppelinsel ist. Heute heißt diese Meeresstraße zwischen der Tasmansee und dem Südpazifik ihm zu Ehren Cook Strait.

Die Entdeckung der australischen Ostküste

Von Neuseeland aus segelt Cook in westlicher Richtung weiter – noch immer auf der Suche nach dem sagenhaften Südland. Und tatsächlich wird er fündig: Am 19. April 1770 kommt erneut eine langgestreckte Küste in Sicht. Es ist die Ostküste Australiens. Cook und seine Mannschaft sind damit die ersten Europäer, die diesen Teil Australiens entdecken und kartieren. Wenige Tage später, am 23. April, sieht Cook die ersten Ureinwohner: "Wir waren der Küste so nahe, dass wir mehrere Menschen am Strand erkennen konnten, die sehr dunkel gefärbt zu sein schienen. Ob das ihre Hautfarbe war oder die der Kleidung, die die trugen, weiß ich aber nicht", schreibt er in seinem Tagebuch.

Den ersten Fuß auf das australische Festland setzt James Cook erst am 29. April 1770. Die Endeavour ankert dafür in einer Bucht, die Cook erst Stingray Bay nennt, später aber in Botany Bay umtauft, nachdem die an Bord mitgereisten Botaniker einige völlig neue Pflanzenarten entdeckt haben. Bei seinem Landgang beansprucht Cook die Ostküste Australiens für die britische Krone und tauft diese Gegend New South Wales.

Doch der Seefahrer bleibt nicht lange – ihn drängt es danach, diese Gegend weiter zu erkunden – auch um herauszufinden, ob dies das Südland ist. Von Botany Bay aus segelt die Endeavour weiter nordwärts die australische Küste entlang, läuft dann aber am 11. Juni auf ein Korallenriff auf – einen Ausläufer des Great Barrier Reef. Das Schiff wird stark beschädigt und die Mannschaft benötigt sieben Wochen, um es im Schutz einer Flussmündung wieder seetüchtig zu machen. Zur Erinnerung an dieses Ereignis heißt dieser Fluss bis heute Endeavour River. Nach einigen Wochen auf Nordkurs lässt Cook schließlich Australien hinter sich und kehrt über Indonesien und die Südspitze von Afrika wieder nach England zurück.

Kgbo / CC BY-SA 4.0

Vom Paradies zur Strafkolonie

Zuhause angekommen berichtet er der britischen Admiralität von seinen Erkundungen und erklärt, dass es das legendäre Südland seiner Ansicht nach nicht geben kann – zumindest nicht in der Form, in der man sich dies jahrhundertelang vorgestellt hat. Dafür rät er seinen Auftraggebern, das neuentdeckte New South Wales so bald wie möglich zu kolonialisieren. 1788 geschieht dies dann auch – allerdings nutzen die Briten Australien und vor allem die Gegend um Botany Bay zunächst nur als Strafkolonie. Sie verschiffen ihre Sträflinge und sonstige unerwünschte "Subjekte" als unfreiwillige Siedler dorthin.

James Cook wird noch zwei weitere Reisen in die Südsee und den tiefen Süden des Pazifik unternehmen. Dabei erreicht er auch den südlichen Polarkries und stößt auf ausgedehntes Packeis. Damit ist endgültig klar: einen paradiesischen Südkontinent kann es hier nicht geben. Bis heute gilt der britische Seefahrer als einer der wichtigsten Entdecker und Kartografen des Pazifikraums – und als einer der "Väter" Australiens.

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