Zum Inhalt springen
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de - Das große Wissensportal
  • Wissenstests
  • Lernen & Familie
  • Gesundheit
  • Reisen
  • Natur & Umwelt
  • Technik & Mobilität
  • Lexika
  • Leben & Lifestyle
  • Digital
wissen.de-Newsletter
Spannende Fakten und Wissenstests direkt in Ihr Postfach.

Leserservice

  • Shop

Info

  • AGB
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Barrierefreiheit
  • Datenschutzeinstellungen

Kontakt zur Redaktion

wissen.deErnst-Mey-Str. 8
70771 Leinfelden-Echterdingen

E-Mail: wissenschaft@konradin.de
Folgen Sie uns
Konradin Mediengruppewissenschaft.denatur.de
© 2026 wissen.de
Startseite/Leben & Lifestyle/Artikel
Vor 70 Jahren: Als die D-Mark nach Deutschland kam
Bildquelle nicht angegeben
Leben & Lifestyle

Vor 70 Jahren: Als die D-Mark nach Deutschland kam

Bundesarchiv, Bild 183-2005-1017-514 / CC-BY-SA 3.0
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
4 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle
Artikelbild

Bundesarchiv, Bild 183-2005-1017-514 / CC-BY-SA 3.0

Für die Alliierten war klar: So konnte es nicht weitergehen. Sollte das besiegte Deutschland wirtschaftlich wieder auf eigenen Füßen stehen, musste eine Währungsreform her. Unter strenger Geheimhaltung trafen sich deutsche und US-amerikanische Finanzexperten in einem abgelegenen Militärstützpunkt und arbeiteten die Details dieser Reform aus. Nach knapp 50 Tagen lagen die Ergebnisse dieses "Währungskonklave" vor – der Grundstock für die D-Mark war gelegt.

Am 18. Juni 1948 wurden die "Gesetze zur Neuordnung des Geldwesens" bekanntgegeben. Über das Radio erfuhren nun auch die Bewohner Westdeutschlands und Berlins von der bevorstehenden Währungsreform. Am 20. Juni 1948 trat die Währungsreform in Kraft.

Artikelbild

Alliierte Militärbehörde in Deutschland/historisch

Die ersten Scheine waren amerikanisch

Treibende Kraft hinter der neuen Währung waren vor allem die US-Amerikaner. Einer von ihnen, der Finanzexperte und US-Leutnant Edward Tenenbaum, war es auch, der den Namen für die neue deutsche Währung vorschlug: "Deutsche Mark". Auch die ersten neuen Banknoten stammten nicht aus Deutschland, sondern waren in New York und Washington gedruckt worden. Einige Tage vor der großen Währungsreform wurden diese Banknoten unter dem Codenamen "Bird Dog" in 23.000 Holzkisten über den Atlantik verschifft. In Bremerhaven wurde die wertvolle Fracht ausgeladen und von dort in das alte Reichsbankgebäude in Frankfurt transportiert.

Die ersten neuen D-Mark-Scheine verrieten auch in ihrem Aussehen ihre Herkunft: Ihr Design erinnerte noch stark an US-Dollar-Noten. Im Gegensatz zu späteren Zeiten gab es damals auch noch Scheine mit den Werten eine halbe, eine und zwei D-Mark. Weil die erste Serie in den USA gedruckt worden war, fehlte auf ihr zudem noch Ausgabeort und -datum, sowie der Name der ausgebenden Bank.

Artikelbild

Am 20. Juni 1948 war es dann soweit: In den drei westlichen Besatzungszonen wurde die neue Währung ausgegeben. In Westberlin begann die Umstellung erst drei Tage später. Schnell bildeten sich vor den Ausgabestellen schnell lange Schlangen. Pro Person erhielt jeder zunächst 40 D-Mark "Kopfgeld" in bar, weitere 20 D-Mark folgten zwei Monate später.

Wer noch Vermögen oder Bares in alten Reichsmark besaß, musste diese wenig später in speziellen Umtauschstellen abliefern und bekam dafür die neuen Münzen und Scheine – oder ein entsprechendes D-Mark-Guthaben. Der Umrechnungskurs allerdings war schlecht: Alle Abzüge eingerechnet, blieben von 100 Reichsmark nur 6,50 D-Mark übrig. Immerhin: Löhne und Gehälter wurden 1:1 umgerechnet.

Artikelbild

INKiESS VOSCOPLAST KG / CC BY-SA 4.0

Volle Läden, Unmut bei den Sowjets

Parallel zur Geldausgabe verkündete Ludwig Erhard, damals Direktor im Wirtschaftsrat der britischen und amerikanischen Zone, die Freigabe vieler Preise. Für die Wirtschaft hatte dies einen sofort belebenden Effekt. Denn nun konnten Hersteller, Landwirte und andere Unternehmer wieder selbst ihre Preise festlegen – und damit lohnten sich Produktion und Verkauf wieder. Die Folge: Nach jahrelangem Mangel und leeren Ladenregalen gab es nun in Geschäften und Schaufenstern wird Waren zu sehen und zu kaufen.

Für die Sowjetunion aber war die Währungsreform der Westalliierten ein Affront. Schon im Vorfeld, bei ersten Diskussion im alliiertem Kontrollrat in Berlin, waren sie gegen die Vorschläge Großbritanniens und der USA zu neuen Währung – auch weil man sich nicht einigen konnte, wer diese neue Währung dann kontrollieren würde. Als dann den westlichen Besatzungszonen mit der neuen D-Mark vollendete Tatsachen geschaffen wurden, reagierten die Sowjets prompt: In der Nacht zum 24. Juni 1948 begann die Blockade Westberlins, alle Land- und Seewege nach Westdeutschland wurden von sowjetischen Truppen abgeriegelt.

Wie es weiterging

Die weitere Geschichte der D-Mark ist eine echte Erfolgsstory: Schon bald etablierte sich die Währung und auch mit der Wirtschaft der Bundesrepublik ging es bergauf. Die Schwarzmärkte verschwanden, der Wohlstand nahm zu und auch international agierte das Land nun wieder auf dem Börsenparkett. Schnell erwarb sich die D-Mark einen Ruf als "harte" und damit stabile und hochdotierte Währung. In Europa war sie Jahrzehnte sogar die stabilste Währung nach dem Schweizer Franken.

Entsprechend skeptisch betrachteten viele Deutsche die Einführung des Euros in Deutschland und der EU. Im Jahr 2010 war mehr als die Hälfte der Deutschen der Ansicht, dass man die Deutsche Mark hätte behalten sollen, anstatt den Euro einzuführen. Seit Beginn der Eurokrise und der Probleme mit dem Finanzausgleich innerhalb der EU wird von einigen vermehrt diskutiert, die D-Mark wieder einzuführen.

Allerdings: Das Rad der Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Würde Deutschland aus der Währungsunion wieder austreten, hätte dies für unsere Wirtschaft mehr Nachteile als Vorteile – gerade wegen des noch immer guten Rufs der D-Mark. Denn wie Finanzexperten vor kurzem erklärten, käme es dann unter anderem zu einer Aufwertung der D-Mark gegenüber dem Euro. Das aber würde deutsche Produkte im Ausland so teuer machen, dass die Exporte wahrscheinlich einbrächen. Zusammen mit weiteren Effekten würde dies bei uns eine neue Wirtschafts- und Finanzkrise auslösen.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Footer Menu Main

Footer Menu Legal

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
DIY-Autopilot: Hobbyisten rüsten Privatfahrzeuge mit selbstfahrenden Systemen nach
Leben & Lifestyle

DIY-Autopilot: Hobbyisten rüsten Privatfahrzeuge mit selbstfahrenden Systemen nach

30. September 2026

Eine wachsende Untergrund-Bewegung baut Open-Source-Fahrassistenzsysteme in normale Autos ein. Die Praxis wirft drängende Fragen zu Verkehrssicherheit, Haftung und der Zukunft autonomer Technologie auf.

Reaktionssport Tischtennis: Wie schnelle Bewegungen Körper und Gehirn fordern
Leben & Lifestyle

Reaktionssport Tischtennis: Wie schnelle Bewegungen Körper und Gehirn fordern

1. April 2026

Tischtennis gilt oft als Freizeitspiel, das in Kellern, Schulhöfen oder Parks stattfindet. Gleichzeitig zählt es zu den schnellsten Rückschlagsportarten überhaupt. Der Ball kann Geschwindigkeiten von über 100 km/h…

CO₂-Bilanz beim Hausbau: Wie viel Klimaschutz steckt wirklich im Neubau?
Leben & Lifestyle

CO₂-Bilanz beim Hausbau: Wie viel Klimaschutz steckt wirklich im Neubau?

31. März 2026

Der Hausbau in Deutschland wird seit einigen Jahren von zunehmend strengen energetischen Auflagen begleitet. Seit dem Inkrafttreten des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) am 1. November 2020 gelten für Neubauten einheitliche…

Anatomie trifft Biomechanik: Warum frauenspezifische Laufschuhe vor Verletzungen schützen
Leben & Lifestyle

Anatomie trifft Biomechanik: Warum frauenspezifische Laufschuhe vor Verletzungen schützen

25. März 2026

Laufen gehört zu den beliebtesten Ausdauersportarten, um das Herz-Kreislauf-System zu stärken und den Kopf nach einem langen Arbeitstag freizubekommen. Doch bei jedem Schritt wirken Kräfte auf den Körper ein, die das…

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite