Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch
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Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch

Bild: Foto: Horst Sturm, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Bis zur Einladung zum Vorstellungsgespräch war es ja zugegebenermaßen eine recht stressige Zeit. Erst die Prüfungen an der Uni, Fachhochschule, Industrie- und Handelskammer oder einem anderen Prüfungsgremium, zwischendurch noch der Stress beim Jobben für Absolventen einer Ausbildung. Oder die vielleicht quälend gewordene Atmosphäre am alten Arbeitsplatz, wenn man schon etwas länger im Berufsleben steht und den Job einfach nur wechseln will. Wie auch immer, es hat jedenfalls jede Menge Zeit und auch Energie gekostet, alles unter einen Hut zu bekommen. Schließlich sind diese Abschnitte im Leben, in denen man aus einer Ausbildung oder einem alten Job heraus in den Traumjob wechseln will, meist alles andere als Erholung pur. Woher soll man die Zeit nehmen, sich jetzt auch noch eingehend auf das neue Unternehmen einzustellen?

Zeit für ein Warm-up

Bis zur Einladung zum Vorstellungsgespräch war es ja zugegebenermaßen eine recht stressige Zeit. Erst die Prüfungen an der Uni, Fachhochschule, Industrie- und Handelskammer oder einem anderen Prüfungsgremium, zwischendurch noch der Stress beim Jobben für Absolventen einer Ausbildung. Oder die vielleicht quälend gewordene Atmosphäre am alten Arbeitsplatz, wenn man schon etwas länger im Berufsleben steht und den Job einfach nur wechseln will. Wie auch immer, es hat jedenfalls jede Menge Zeit und auch Energie gekostet, alles unter einen Hut zu bekommen. Schließlich sind diese Abschnitte im Leben, in denen man aus einer Ausbildung oder einem alten Job heraus in den Traumjob wechseln will, meist alles andere als Erholung pur. Woher soll man die Zeit nehmen, sich jetzt auch noch eingehend auf das neue Unternehmen einzustellen?

Wer so denkt, hat sicher recht. Aber er verschenkt seine Chance, den Traumjob wirklich zu bekommen. Stellen Sie sich folgendes vor: Sie müssen einen 100-Meter-Lauf absolvieren, und haben bereits 95 Meter geschafft. Würden Sie fünf Meter vor dem Ziel stehen bleiben?

Wohl kaum. Aber genau das tun Sie, wenn Sie unvorbereitet in ein Vorstellungsgespräch gehen. Denn erfahrungsgemäß erhalten lediglich zehn Prozent der Bewerber eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. Sie haben also bereits neunzig Prozent der Konkurrenz hinter sich gelassen. Deshalb ist die Einladung ein Achtungserfolg, der Ihnen allerdings nicht zu Kopfe steigen sollte. Die schwerste Zeit steht Ihnen noch bevor. Geben Sie sich einen Ruck, auch wenn es momentan schwer fällt, und packen Sie Ihre Chance am Schopf. Auf den nächsten Seiten erfahren Sie, wie man sich bestens auf diesen Termin vorbereiten kann.

Informationen sammeln – Fleiß zahlt sich aus

Nicht immer finden Sie Ihren Traumjob bei einem Ihnen bisher völlig unbekannten Unternehmen. Rund 15 Prozent der Hochschüler, so fanden Experten heraus, bleiben beispielsweise bei den Unternehmen, für die sie bereits während des Studiums gejobbt haben. Klar, dass in solchen Fällen wichtige Informationen schon vor dem Vorstellungsgespräch vorhanden sind und nicht extra gesammelt werden müssen.

Doch in aller Regel werden Sie von Ihrer Wunschtätigkeit bisher lediglich gehört oder über sie gelesen haben. Denn entweder hat Sie ein guter Freund oder Bekannter auf diese Jobgelegenheit aufmerksam gemacht, oder Sie fanden die entsprechende Stellenanzeige in der Zeitung oder Internet-Jobbörse ansprechend. Dritte Möglichkeit: Sie haben eine der inzwischen zahlreichen Bewerbermessen, wie den alljährlich stattfindenden Absolventenkongress, besucht und dort erste interessante Kontakte geknüpft. Ganz gleich, welchen Weg Sie bis jetzt gegangen sind: Ihre Informationen über das Unternehmen, in dem Sie arbeiten wollen, sind wahrscheinlich noch lange nicht vollständig. Der Mann oder die Frau, dem oder der Sie im Vorstellungsgespräch gegenüber sitzen, hat einen gewissen Informationsvorsprung. Denn schließlich hält er oder sie Ihre schriftliche Bewerbung in Händen.

Den Spieß können Sie umdrehen. "Wie?" werden Sie jetzt fragen. Ganz einfach: Während Ihr Gesprächspartner lediglich bestimmte, von Ihnen ausgewählte Informationen bekommen hat und sicher noch lange nicht alles über Sie weiß, haben Sie jetzt die einmalige Chance, alle wichtigen Informationen über Ihr Gegenüber zu sammeln, und zwar im Vorfeld zu diesem Gespräch. Frei zugängliche Informationsquellen gibt es reichlich. Ersparen Sie sich also die Schweißperlen auf der Stirn, wenn Ihr Gegenüber fragt: "Warum haben Sie sich ausgerechnet bei uns beworben?" Falls Sie weniger der Ängstliche, als vielmehr der nassforsche Typ sind, sei Ihnen an dieser Stelle versichert: Ambitioniert klingende Gegenfragen nach dem Motto "Wieso nicht? In der Branche ist doch bekannt, dass Ihr Unternehmen gut bezahlt." oder geschmackvolle Antworten wie "Interessante Frage. Erzählen Sie doch mal!" führen ebenso direkt ins Aus wie ein hilfloses Stottern. Nur wenn Ihr Gegenüber den Eindruck gewinnt, dass Sie sich bereits im Vorfeld Ihres Zusammentreffens eingehend mit dem Unternehmen beschäftigt haben, wird er Ihnen abnehmen, dass Sie nicht auf der Suche nach irgendeinem gutdotierten Job sind. Mit einer guten Vorbereitung dokumentieren Sie schließlich auch, dass sich Ihr Gesprächspartner nicht vergebens Zeit für Sie genommen hat, sondern Sie seine Aufmerksamkeit verdient haben. Denken Sie immer daran: Ein Vorstellungsgespräch ist kein Blind Date. Damit es auch nicht wie ein solches abläuft, besorgen Sie sich rechtzeitig Informationen aus erster Hand.

Informationen zum Gesprächspartner – Lernen Sie Ihr Traumunternehmen kennen

"Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß!" Kennen Sie diesen Spruch? Ganz sicher. Manchmal - vor allem im zwischenmenschlichen Bereich - kann es sich durchaus als nützlich erweisen, ihn zu befolgen. Für Ihre Vorbereitungsphase auf ein Vorstellungsgespräch wäre es allerdings fatal, wenn Sie sich an diese Volksweisheit halten würden. Machen Sie es vielmehr wie die Finanzanalysten und Investmentbanker, die ein Unternehmen an die Börse bringen oder - falls es schon dort notiert - neu bewerten wollen. Alles, was sie interessiert und wissen müssen, um ihre Aufgabe zu bewältigen, bringen sie in Erfahrung. Das heißt im Klartext: Sie müssen sich zunächst einmal im Klaren sein, welche Informationen Sie genau benötigen. Wahllos zu sammeln, kostet zu viel Zeit und bringt nichts.

Machen Sie sich eine Checkliste. Ausgangspunkt hierzu ist die Stellenanzeige - ob Print oder im Internet gesichtet - in der mehr oder minder genau die Anforderungen an Ihre möglicherweise künftige Tätigkeit formuliert sind.

Versuchen Sie mit Hilfe Ihres gesammelten Infomaterials folgende Fragen zu beantworten:

  • Wie ist der Unternehmensbereich, für den Sie sich beworben haben, in das Gesamtunternehmen eingegliedert?
  • Handelt es sich dabei um einen Kernbereich?
  • Welche Bedeutung hat dieser Bereich für das Unternehmen insgesamt?
  • Seit wann existiert dieser Unternehmensbereich?
  • Wer ist die primäre Zielgruppe - ganz gleich, ob extern oder hausintern - für die Produkte oder Dienstleistungen, die in diesem Bereich erstellt werden?
  • Ist das Unternehmen bei der Erstellung dieser Produkte oder Dienstleistungen in der Branche, landesweit oder gar europa- oder weltweit führend?
  • Welchen Ruf genießt das Unternehmen in der Branche / bei der Konkurrenz?
  • Welche Produkte / Dienstleistungen bietet das Unternehmen über die in "Ihrem" Unternehmensbereich erstellten hinaus an?
  • Wie hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren entwickelt (Umsatz, Gewinn nach Steuern, andere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, Mitarbeiter)?
  • Welche Rechtsform hat das Unternehmen?
  • Ist das Unternehmen an der Börse notiert? Falls ja, wie hat sich der Kurs im vergangenen Jahr entwickelt?
  • Wann wurde das Unternehmen gegründet und von wem?
  • Welche Informationen gibt es zur Firmengeschichte?
  • Wie unterscheidet sich das Unternehmen, bei dem Sie sich beworben haben, von der Konkurrenz?
  • Worin liegen das Marktpotenzial und damit die Zukunftschancen dieses Unternehmens?

Wie gesagt, Informationsquellen gibt es viele. Die beste zur Vorbereitung auf Ihr Vorstellungsgespräch ist selbstverständlich das Unternehmen selbst. Denn jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält und deswegen auf seine Außendarstellung wert legt, präsentiert sich gerne und teils auch sehr aufwändig gestaltet in mannigfaltiger Weise.

Bewerbern, die sich gerne schnell und unkompliziert informieren, sei ein Blick in den Internetauftritt ihres Gastgebers empfohlen. Dabei sollten Sie es allerdings nicht bewenden lassen. Denn nicht immer pflegen Unternehmen ihre Homepages mit Hingabe. Im Klartext: Manchmal fallen die Auftritte im World Wide Web (WWW) eher kärglich aus. Wichtige Unternehmensinformationen werden gar nicht oder nur teilweise, beispielsweise in Kurzform, ins Netz gestellt. Da empfiehlt es sich, zu Papier zu greifen. Mit anderen Worten: Rufen Sie die Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit an und bitten Sie um eine Unternehmens- oder Imagebroschüre, einen Geschäftsbericht und aktuelle Presseinformationen zum Unternehmen allgemein sowie zu einzelnen Produkten, Dienstleistungen etc. Manche Unternehmen bieten zusätzliche Publikationen, wie spezielle Jubiläumsbücher oder -broschüren an. Hierin sind meistens die Firmengeschichte sowie die wichtigen Führungspersönlichkeiten des Unternehmens in Gänze und aller Ausführlichkeit dargestellt.

Falls Sie sich nicht ausschließlich auf die firmeneigenen Informationen verlassen wollen, können Sie auch beim örtlichen Wirtschaftsförderungsverband oder einem Interessensverband, in dem das Unternehmen organisiert ist, nachfragen. In aller Regel informiert Sie die Pressestelle des Unternehmens darüber, in welchen Vereinen und Verbänden das Unternehmen Mitglied ist.

In speziellen Nachschlagewerken wie dem "Handbuch der Großunternehmen" erfahren Sie ebenfalls einiges über Ihren potenziellen Arbeitgeber. Schließlich können Sie noch einen Blick in das Handelsregister werfen. Falls Ihnen das noch nicht genug ist, stöbern Sie ruhig etwas im Archiv der örtlichen Tageszeitung.

Erwartungen des Arbeitgebers – Auf der Suche nach dem Traumkandidaten

Haben Sie Ihr Studium in weniger als sieben Semestern mit einer hervorragenden Note abgeschlossen, zwischendurch noch einige Auslandspraktika bei renommierten Unternehmen Ihrer Fachrichtung absolviert, sprechen mindestens vier Sprachen fließend und sind nicht älter als 25 Jahre? Falls nicht, sollte Ihnen das kein Kopfzerbrechen bereiten. Denn Sie befinden sich in guter Gesellschaft. Im Übrigen wird Ihr Gesprächspartner beim Vorstellungsgespräch das auch nicht unbedingt erwarten. Denn über Ihre Ausbildung und Ihre bisherige berufliche Entwicklung müsste er eigentlich aufgrund Ihrer Bewerbungsunterlagen gut informiert sein.

Hard Facts

Dass Ihre berufliche Vorgeschichte zumindest in wichtigen Punkten mit dem Anforderungsprofil für die neu zu besetzende Stelle übereinstimmt, beweist die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Sicher wissen Sie, dass in jedem professionell geführten Unternehmen für jeden Arbeitsplatz ein solches Anforderungsprofil existiert. Das ist nichts Anderes als eine Aufzählung aller wichtigen Kompetenzen und persönlichen Eigenschaften, die der Traumkandidat für diesen Arbeitsplatz idealerweise mitbringen sollte: so genannte "Hard Facts" wie Ausbildungs- oder Studienabschlüsse und Berufserfahrungen einerseits und "Soft Skills" andererseits.

Soft Skills

Gemeint sind damit persönliche Eigenschaften wie Überzeugungsfähigkeit, Teamgeist, Durchsetzungsvermögen, Verhandlungsstärke und anderes. Was Ihr Gesprächspartner von Ihnen erwartet, hat er - zumindest in groben Zügen - bereits in der Stellenanzeige formuliert. Deshalb lohnt es sich in jedem Fall, diese Anzeige vor dem Vorstellungsgespräch noch einmal Punkt für Punkt durchzugehen. Logisch, dass Ihr potenzieller Arbeitgeber bereits anhand der eingereichten Unterlagen ersehen kann, ob Sie die geforderten "Hard Facts" erfüllen. Doch weil Papier bekanntlich geduldig ist, sagen Ihre Unterlagen wenig bis nichts über Ihre persönlichen Eigenschaften aus. Diese kann man am einfachsten in einem persönlichen Gespräch prüfen.

Was den Gesprächspartner interessiert

Um genau zu sein, will Ihr Gesprächspartner beim Kennen lernen vor allem drei Punkte "checken": Neben Ihren persönlichen Eigenschaften vor allem Ihre Leistungsmotivation und Ihre Kompetenzen. Der Personalentscheider will herausfinden, ob Sie zum Unternehmen und dem Team, in dem Sie möglicherweise eingesetzt werden, passen, den nötigen Biss und das Durchsetzungsvermögen für die Stelle haben und das nötige Engagement mitbringen. Selbstverständlich will er auch wissen, ob Sie sich mit dem Unternehmen und der Position identifizieren können. Ebenfalls wird er prüfen, ob Sie bei der Beschreibung Ihrer beruflichen Fähigkeiten nicht übertrieben haben. Und nicht zuletzt spielt der "Nasenfaktor" eine mehr oder minder große Rolle: Sind Sie Ihrem Gegenüber sympathisch, und passen Sie menschlich in das Unternehmen?

Der Gesamteindruck

Alle diese Fragen kann Ihr Gegenüber mit aber auch ohne Ihr wesentliches Zutun beantworten. Wenn Sie beide sich am Ende des Gesprächs verabschieden, wird er seine Antworten in jedem Fall gefunden haben. Es liegt also an Ihnen, wie diese ausfallen und ob das Gespräch einen angenehmen Eindruck hinterlässt. Den letzten Aspekt sollten Sie nicht unterschätzen: Denn bei einem Vorstellungsgespräch zählt ganz wesentlich die Verpackung. Oder anders ausgedrückt: Ihr Gegenüber möchte - zumindest in gewissem Maß - von Ihnen unterhalten werden. Falls das Gespräch einen eher drögen Verlauf nimmt, weil der Bewerber in recht ermüdender Weise jede Kleinigkeit vor seinem Gegenüber ausbreitet, hat er in der letzten Runde ebenso schlechte Karten, wie jemand, der vergleichsweise mundfaul ist. Denn auch Schweigen kann zur Qual werden. Denken Sie immer daran: Bewerben hängt mit dem Wort "werben" zusammen. Genau das sollen Sie im Vorstellungsgespräch tun: in eigener Sache werben. Die Kunst ist also, das Gespräch kurzweilig und informativ zu gestalten. Das wiederum gelingt Ihnen am besten, wenn Sie möglichst schnell herausfinden, was Ihren Gesprächspartner am meisten interessiert. Die größten Erfolgschancen haben Sie, wenn Ihr Gesprächspartner am Ende der Veranstaltung den Eindruck mitnimmt, dass es gelohnt hat, sich Zeit für Sie zu nehmen. Auch er ist auf der Suche: So wie Sie Ihren Traumjob suchen, will er seinen Traumkandidaten finden. Helfen Sie ihm dabei.

Ihre Erwartungen – Prüfen Sie sich genau!

Wollen Sie als Gewinner aus dem Vorstellungsgespräch hinaus gehen? Ja sicher, werden Sie jetzt denken, ansonsten hätte ich mir doch die ganze Mühe vorher sparen können. Stimmt, und trotzdem ist es immer wieder erstaunlich, warum so viele Kandidaten auf die einfache Frage "Warum haben Sie sich gerade bei uns beworben?" ins Stottern geraten.

Besser Sie sparen sich einen solchen oder einen ähnlich peinlichen Auftritt und überlegen sich vor dem Vorstellungsgespräch, warum Sie ausgerechnet bei jener Firma arbeiten wollen. Wenn Ihnen die Antwort darauf nicht spontan einfällt und Sie sich statt dessen beim Gänseblümchen zupfen ertappen, sollten Sie besser etwas tiefer in sich hineinhorchen. Das heißt nichts anderes, als dass Sie Ihr Vorgehen auf den Prüfstand stellen und sich dazu selber folgende Fragen beantworten:

  • Warum will ich mich verändern?
  • Was reizt mich besonders an dieser Aufgabe, für die ich mich beworben habe?
  • Wann kann ich den neuen Job antreten?
  • Welche beruflichen Ziele habe ich langfristig?

Seien Sie dabei ehrlich zu sich selbst

Noch haben Sie die Möglichkeit, einen Rückzieher zu machen. Zugegeben: nicht jedem fällt es leicht, eine persönliche Standortbestimmung durchzuführen und sich mit den Ergebnissen anzufreunden. Besser Sie definieren Ihre berufliche und persönliche Lage, als dass es andere übernehmen. Das Vorstellungsgespräch selbst ist dafür eine denkbar ungünstige Situation.

Ohne dass Sie wissen, wo Sie stehen, können Sie den nächsten Schritt nicht machen: nämlich bestimmen, wohin die berufliche Reise gehen soll. Und erst wenn Sie sich darüber Klarheit verschafft haben, können Sie herausfinden, ob das Angebot des Unternehmens mit Ihrer Vorstellung übereinstimmt.

Eine solche "Gewissenforschung" kann auch zu einer Art "spontanen Heilung" führen: nämlich dann, wenn Sie herausfinden, dass Sie den alten Job nur aus einer momentanen Frustration heraus hinwerfen wollten. Solche Bewerbungen aus Frust sind meist nicht das "Gelbe vom Ei". Ihr Gegenüber hat sicher wenig Interesse an einem Bewerber, der nur deshalb vor ihm sitzt, weil er von seinem alten Arbeitgeber weg möchte. Sein Traumkandidat bewirbt sich vielmehr bei ihm, weil er genau in jenem Unternehmen arbeiten will. Und auch Sie selber bringt eine solche Bewerbung nicht unbedingt weiter: Möglicherweise war die Frustration nur vorübergehender Natur. Und bei genauerem In-sich-Hineinhorchen finden Sie heraus, dass Sie Ihre Tätigkeit gar nicht wechseln wollen. In einem solchen Fall ist es besser, anstrengende Vorstellungsgespräche erst gar nicht anzutreten. Doch zugegeben, das ist eher die Ausnahme.

Was Sie noch interessiert

Falls Sie sich entscheiden, den Gang zum Vorstellungsgespräch anzutreten, sollten Sie selbstverständlich einige Erwartungen an Ihr Gegenüber haben. Die sollten nicht damit enden, dass Sie einen höflichen Gesprächspartner vorfinden, der Ihnen eine Tasse Kaffee und ein paar Kekse anbietet. Ihr wichtigstes Anliegen: Sie wollen wissen, ob das Unternehmen und insbesondere die Ihnen offerierte Stelle zu Ihnen und Ihren beruflichen Zielen passt. Um das herauszufinden, müssen Sie in Vorbereitung auf das Gespräch eine Art Spickzettel vorbereiten. Auf dem notieren Sie alle Fragen, die Sie interessieren.

Gehaltsfragen – Wertschätzung mit Grenzen

Selbstverständlich gibt es eine Frage, die Sie wie alle Bewerber brennend interessiert: nämlich die nach dem Gehalt. Fast alle Bewerber sind während des Vorstellungsgesprächs hin und her gerissen: Auf der einen Seite würden sie nur allzu gerne möglichst schnell erfahren, wie viel ihnen das Unternehmen bereit ist zu zahlen. Auf der anderen Seite wissen sie genau: Vorschnelles und allzu intensives Nachfragen könnte die Gesprächsatmosphäre möglicherweise stören.

Über Geld spricht man nicht?

Dass viele Bewerber sich an die Frage nach dem Gehalt während des Gesprächs vorsichtig ranpirschen und auch im entscheidenden Moment noch ein ungutes Gefühl im Bauch haben, liegt meist an zweierlei: Zum einen ist es in Deutschland noch immer weit verbreitet, dass man über Geld nicht gerne offen spricht. Das mag in manchen Lebensbereichen seine Berechtigung haben. Beim Jobwechsel ist dieses Verhalten im Zusammenhang mit der Gehaltsfrage indes unangebracht. Schließlich ist das Gehalt nichts weiter als die Gegenleistung für Ihre Arbeitskraft. Danach fragt Sie Ihr Gegenüber schließlich auch genau, um Sie gut einschätzen zu können. Doch alle Theorie ist grau. In der Praxis herrscht - zumindest in den eher altmodischen Unternehmen - noch ein gewisses verstaubtes Benehmen, wenn es ums Geld geht.

Zum anderen ist Ihr potenzieller künftiger Chef mit Sicherheit an Ihrer Kompetenz und Ihrem Leistungsvermögen interessiert. Zugespitzt formuliert hätte er beides am liebsten jedoch kostenlos. Mit anderen Worten: Die Interessen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer in punkto Gehalt sind naturgemäß gegensätzlich. Während Ihr Chef möglichst wenig bezahlen will, wollen Sie Ihre Arbeitskraft möglichst teuer verkaufen und das zu Recht.

Selbstbewusst fordern

Sie können es drehen und wenden, wie Sie wollen: Wenn Sie sich nicht vorab genau überlegen, wie viel Sie in dem angebotenen Job verdienen wollen, werden Sie im Vorstellungsgespräch von Ihrem Gegenüber sehr wahrscheinlich in diesem Punkt einfach überrumpelt. Legen Sie also Ihren persönlichen "Zielkorridor" fest: wie viel wollen Sie wenigstens verdienen, bei welcher Gehaltshöhe wären Sie hoch zufrieden. Warten Sie nicht unbedingt ab, bis Ihr Gesprächspartner auf diesen heiklen Punkt zu sprechen kommt. Besser ist, Sie ergreifen zum richtigen Zeitpunkt die Initiative. Wann der sein wird, lässt sich nicht vorhersagen. Dafür brauchen Sie das gewisse Fingerspitzengefühl, um die Gesprächssituation richtig einzuschätzen. Falls Sie das "heiße Eisen" Gehalt selber ansprechen, haben Sie jedoch zwei Pluspunkte gemacht. Denn zum einen signalisieren Sie, dass Sie ein offener und ehrlicher Mensch sind. Schließlich liegt es in Ihrem ureigensten Interesse als Bewerber, über das Thema Gehalt zu sprechen. Zum anderen machen Sie damit auch deutlich, dass Ihre Arbeitskraft etwas wert ist und es sich durchaus lohnt, darüber zu sprechen. Doch wie bei fast allen Schritten in der Vorbereitung und im Vorstellungsgespräch selbst gilt auch in diesem Punkt die Regel: Nicht übertreiben. Falls Sie sich allzu wortgewaltig diesem Thema widmen, werden Sie genau das Gegenteil dessen erreichen, was Sie wollten. Statt Wertschätzung für Ihre künftige Leistung wird Ihr Gegenüber Sie höchstwahrscheinlich missverstehen und als "Raffke" einstufen. Doch Bewerber, die nur auf der Suche nach irgendeinem gutdotierten Job sind, gibt es viele. Und die sind bestimmt nicht das, was er sucht.

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