Magische Momente
Vielleicht denken manche von euch insgeheim: Theater - wie öde. So lange im Dunkeln stillsitzen. Und nicht mal Popcorn darf man essen.
Wir sind heute ganz schön verwöhnt durch Kino und Fernsehen. Mit vielen Dingen kann das Theater nicht mithalten: So halsbrecherische Stunts oder atemberaubende Filmtricks wie auf der Leinwand gibt es auf der Bühne nicht.
Dafür hat das Theater etwas anderes zu bieten: Es ist „live“. Alles, was ihr seht, passiert tatsächlich genau in diesem Augenblick. Die Schauspieler müssen bei jeder Vorstellung ihr Bestes geben.
Nur so können sie uns für ein paar magische Momente in eine andere Welt entführen.
Lampenfieber
Kaum auszudenken, was bei einer Aufführung alles schief gehen kann: Der Held vergisst seinen Text, die Prinzessin stolpert zu spät auf die Bühne, der Drache verliert seinen Schwanz, das Schwert des Helden liegt nicht da, wo es eigentlich sein sollte, der Wald im Hintergrund fällt einfach um, ...
Und selbst wenn alles reibungslos läuft, kann es manchmal passieren, dass der Funke zum Publikum nicht überspringt.
Kein Wunder, dass Schauspieler vor einer Vorstellung ganz schön nervös sind. Man nennt das Lampenfieber. Vielleicht sind Theaterleute deshalb auch total abergläubisch.
Hals- und Beinbruch
Im Theater sind jede Menge Dinge verboten, weil sie angeblich Unglück bringen. Zum Beispiel vor der Aufführung Glück wünschen.
Stattdessen sagt man „Toi, toi, toi!“ und spuckt dem anderen über die Schulter. Aber nur über die linke, bitteschön! Die Antwort heißt nicht „Danke“, sondern „Hals- und Beinbruch“.
Und dass um Himmels willen keiner im Theater vor sich hinpfeift oder gar auf der Bühne seine Brotzeit auspackt.
Hinter den Kulissen
Was ihr auf der Bühne sehen könnt, ist nur ein winzigkleiner Ausschnitt aus der Theaterwelt.
Hinter den Kulissen sind viele Hände am Werk: Da gibt es Schreiner, Schlosser und Maler, die das Bühnenbild bauen. Maskenbildner, die die Schauspieler schminken. Schneider, die die Kostüme nähen. Requisiteure, die dafür sorgen, dass alles zur rechten Zeit am rechten Platz liegt. Techniker, die die Scheinwerfer bedienen und noch vieles mehr.
Bevor ein Stück auf die Bühne kommt, proben die Schauspieler monatelang, bis jeder Einsatz und jede Geste sitzt.
Theater für jeden Geschmack
Das Theater hat für jeden Geschmack etwas zu bieten:
Traurige Stücke heißen Tragödien. Manche berühmten Tragödien aus dem alten Griechenland sind schon über 2000 Jahre alt.
Lustige Stücke nennt man Komödien. Daneben gibt es aber auch noch Musiktheater - klassische Opern oder poppige Musicals -, Tanztheater wie das Ballett, Kindertheater und sogar Puppentheater.
Im Sommer werden auch viele Theaterstücke im Freien aufgeführt. In aller Welt bekannt sind zum Beispiel die Opernfestspiele in der italienischen Stadt Verona. Die Bühne ist ein riesiges, steinernes Amphitheater aus der Römerzeit.
In Deutschland strömen jedes Jahr Tausende von Winnetou-Fans zu den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg.
Selbst spielen
Theater kann man nicht nur ankucken, man kann auch selbst spielen. Für viele Leute ist es das schönste Hobby der Welt.
Wenn ihr Lust habt, in eine Rolle zu schlüpfen, schaut euch doch mal nach einer Theatertruppe um.
Vielleicht gibt es ja auch an eurer Schule eine Aufführung so wie in der Geschichte vom „Fliegenden Klassenzimmer“.
Wenn euch im letzten Moment das Lampenfieber packt und ihr am liebsten alles hinwerfen würdet, denkt daran: So geht es auch allen großen Schauspielern.
Eltern-Tipp
Viele Kinder sind heute mit Bildern und Eindrücken übersättigt. Trotzdem ist ein Besuch in einem Theater ein unvergessliches Erlebnis.
Hier können Kinder hautnah mitverfolgen, wie Menschen aus Fleisch und Blut - zum Teil mit einfachsten Mitteln - Geschichten zum Leben erwecken.
Manche Theater bieten auch Führungen hinter den Kulissen an. Ein Rundgang kann eine wahre Fundgrube an Aha-Erlebnissen sein: So funktioniert eine Drehbühne, da hängt ja das Kleid von Aschenbrödel, die Hexe sieht in Wirklichkeit ganz nett aus, aber das prächtige Schloss des Prinzen ist nur aus Pappe usw.
Bühnen und Spielpläne finden Sie auf der Webseite Theaterportal.
Buch-Tipps
Peter Thiesen
Schlapplachtheater
Beltz, Februar 2002
112 Seiten
9,00 €
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Paul Maar, Max Schmidt
Vorhang auf und Bühne frei!
Schneider Verlag November 1998
12,00 €
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