Am Hexensabbat kommt es auch ohne aktuelle Unternehmensmeldungen zu ungewöhnlich hohen Umsätzen und starken Kursschwankungen. Zu den bedeutendsten Termingeschäften, die in Deutschland und der Schweiz an der Terminbörse EUREX gehandelt werden, zählen Optionsschein (Warrants) und Futures.
Wetten auf die Zukunft
Optionen und Futures werden auch als Derivate bezeichnet. Diese sind keine Anlagen im Sinne eines Miteigentums, sondern Kauf- bzw. Verkaufsrechte. Deren Bewertung ergibt sich aus Preis bzw. Preisschwankungen sowie den Preiserwartungen der Marktteilnehmer. Der Handel mit Optionen gleicht einer Wette auf steigende oder sinkende Kurse eines Finanzprodukts. Bei Futures verhält es sich ähnlich – allerdings mit höherem Risiko. Bei Futures handelt es sich um Kontrakte über die Lieferung von Waren, Rohstoffen, Anleihen oder Devisen. Bei Optionen darf der Besitzer des Wertpapiers wählen, ob er die Bezugsrechte wahrnimmt oder nicht. Bei Futures ist der Wertpapierhalter nach Ablauf des Kontraktes am Hexensabbat zum Bezug der Basiswerte verpflichtet. Die Konsequenz: Während bei einer missglückten Spekulation mit Warrants lediglich der Kaufpreis für die Option verloren geht, droht bei Futures im Extremfall der Totalverlust. Auf der anderen Seite bieten Warentermingeschäfte enorme Gewinnchancen.
Die Geisterstunde bringt die Entscheidung
Käufer von Futures und Optionen versuchen naturgemäß vor dem Verfallstermin die Kurse auf ein für sie günstiges Niveau zu treiben. Diese Kursmanipulation geschieht über Käufe und Verkäufe des Basiswerts. In der Regel durch Fondsmanager oder Vermögensverwalter. Am Hexensabbat, dem Verfallstag der Termingeschäfte, verlieren oder gewinnen einzelne Aktien oft in Sekundenschnelle an Wert. Die Stunde vor dem endgültigen Verfallstermin (beim Index bis 13 Uhr, bei Optionen auf deutsche Aktien bis 20 Uhr) wird unter den Börsenhändlern „Geisterstunde" genannt.



