Warum Autos und Busse nicht für Frauen gemacht sind
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Warum Autos und Busse nicht für Frauen gemacht sind

Bild: Foto: Roman Eisele, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

It’s a man’s world – und zwar leider immer noch in vielerlei Hinsicht. Männer gelten auch nach Jahrzehnten der Emanzipation in vielen Belangen immer noch als Maß der Dinge. So ist etwa die Standardtemperatur in Büros für die Durchschnittsfrau häufig zu kühl eingestellt und die Regale im Supermarkt lassen sich mit der durchschnittlichen Größe einer Frau nur schwer erreichen. Die Benachteiligung von Frauen macht auch vor privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln wie Autos und Bussen keinen Halt, wie nun eine Studie des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) verdeutlicht.

It’s a man’s world – und zwar leider immer noch in vielerlei Hinsicht. Männer gelten auch nach Jahrzehnten der Emanzipation in vielen Belangen immer noch als Maß der Dinge. So ist etwa die Standardtemperatur in Büros für die Durchschnittsfrau häufig zu kühl eingestellt und die Regale im Supermarkt lassen sich mit der durchschnittlichen Größe einer Frau nur schwer erreichen. Die Benachteiligung von Frauen macht auch vor privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln wie Autos und Bussen keinen Halt, wie nun eine Studie des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums (DLR) verdeutlicht.

Autounfälle sind für Frauen gefährlicher

Im Falle des Autos kann die Ungleichberechtigung von Mann und Frau sogar direkt erhebliche Auswirkungen auf die Verletzungsgefahr haben. Denn sowohl Gurte als auch Airbags sind auf den durchschnittlichen Mann ausgelegt. Dieser ist einerseits größer und hat andererseits einen anderen Körperbau, sprich anders verteiltes Muskel- und Fettgewebe. Auch die Crashtest-Dummys, an denen Autounfälle simuliert werden, haben häufig einen männlichen Körperbau.

Die Folge: Die Sicherheitsvorkehrungen in Autos können eine Frau bei einem Unfall nicht so gut schützen wie einen Mann, wodurch sie im Schnitt schwerere Verletzungen davonträgt. Das liegt auch daran, dass eine autofahrende Frau in der Regel viel näher beziehungsweise zu nahe am Lenkrad sitzt, weil sie sonst die Pedale nicht erreichen könnte. „Wir brauchen neue und flexiblere Lösungen, welche die Unfallsicherheit gewährleisten und die Anforderungen einer großen Bandbreite von Nutzenden erfüllen“, fordert daher Studienleiterin Laura Gebhardt vom DLR.

Probleme in Bus und Bahn

Doch um Frauen ihr Leben zu erschweren, braucht es nicht erst einen gefährlichen Unfall. Es geht auch um Komfort und um die unterschiedlichen Bedürfnisse der Geschlechter. So müssen Frauen aufgrund ihres überdurchschnittlich hohen Anteils an der Care-Arbeit etwa häufig sperrige Gegenstände wie Kinderwagen, Rollstühle oder Einkäufe transportieren. Doch gerade öffentliche Verkehrsmittel wie Busse sind dafür kaum ausgelegt, wie die Studie ergeben hat.

Es mangelt zum Beispiel an einfachen, höhengleichen Einstiegen. Ohne diese müssen Frauen schwere Gegenstände wie Kinderwagen zunächst mit aller Kraft ins Fahrzeug heben, um mitfahren zu können. Auch der Stauraum – zum Beispiel hoch gelegene Gepäckablagen über den Sitzen – ist für Frauen häufig nur unter großem Kraftaufwand erreichbar. Selbst wenn der Einstieg gelungen ist und alle mitgeführten Gegenstände verstaut sind, hören die Herausforderungen noch lange nicht auf, wie der DLR betont. So sind zum Beispiel die Haltestangen und Halteschlaufen für viele Frauen zu hoch angebracht, um sich sicher daran festhalten zu können.

Darüber hinaus fühlen sich Frauen in öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich unsicherer als Männer – und sie sind es statistisch betrachtet auch. Bedrohlich wirken etwa das laute, aggressive Auftreten von Mitreisenden, das dominante Breitmachen von Männern (Manspreading) und anzügliche Belästigungen. Gerade nachts meiden Frauen daher häufiger Bus und Bahn als Männer, auch wenn eine alternative Taxifahrt sie deutlich mehr kostet.

Was können wir besser machen?

Fest steht: Es braucht viele Nachbesserungen, um Frauen die Fahrt mit privaten und öffentlichen Verkehrsmitteln zu erleichtern. Doch wie könnten solche Nachbesserungen aussehen? „Vor allem müssen wir davon wegkommen, als hauptsächliche Referenz einen durchschnittlichen Mann heranzuziehen“, erklärt das DLR-Forschungsteam.

„Um den Mobility Design Gender Gap zu schließen und bessere Lösungen zu gestalten, brauchen wir mehr Forschung zu geschlechtsspezifischen Bedürfnissen, Verhaltensweisen und Präferenzen“, so die Forschenden weiter. Nur so lassen sich dann auch entsprechende Handlungsanweisungen für Autobauer und Verkehrsplaner entwickeln, die den öffentlichen Verkehr allen Personengruppen gleichermaßen zugänglich machen. Auch halten die Forschenden es für sinnvoll, mehr Frauen in Entscheidungspositionen des Verkehrssektors zu bringen, damit ihre Perspektive von vorneherein stärker gehört wird.

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