Was können Handys?
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Was können Handys?

Bild: Foto: © Geolina, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Ein kleines, handliches Gerät, das alles kann - wer träumt davon nicht?

Die Selbstverständlichkeiten

Wer selbst kein Handy hat, wird die Begeisterung seiner Benutzer nicht verstehen. Im Gegenteil, er wird Handys sogar als lästig empfinden, wenn sie in der Kneipe durch ein Konzert von Klingeltönen hörbar werden. Umgekehrt können sich viele Handy-Benutzer ein Leben ohne das handliche Gerät nicht mehr vorstellen.

Wichtige Telefongespräche sind kein Grund mehr, zu Hause oder im Büro neben dem Apparat auszuharren. Spontane Verabredungen sind leichter, Terminverschiebungen einfacher zu organisieren. Die mühsame Suche nach Telefonzellen entfällt.

Der diskrete Vibrationsalarm weckt weder Kinder auf, noch stört er wichtige Verhandlungen. SMS bietet die Möglichkeit, zu jeder Tages und Nachtzeit schnell und unkompliziert Nachrichten zu verschicken. Eine Textergänzungsfunktion erspart mühsames Tippen.

Ganz nebenbei fungieren Handys als Wecker, Countdown-Timer (“Eieruhr“) oder Stoppuhr. Ebenso selbstverständlich sind Sprachwahl, individuelle Logos, Bildschirmschoner und Klingeltöne, ein erster Einstieg in multimediale Möglichkeiten. Mittels Editoren können Klingeltöne auch selbst kreiert werden.

Organizer-Funktionen

Auch das Handy wartet mit Organizer-Funktionen auf, die gerade für den privaten Gebrauch oft ausreichend sind. Handy-Benutzer müssen keine Adressbücher mitschleppen, auch Terminkalender (mit Erinnerungsfunktion), Taschenrechner und Platz für einige Notizen sind häufig vorhanden. Sprachnotizen werden durch eine Funktion zur Tonaufzeichnung möglich.

Insgesamt besteht kein großer Unterschied zu den Handhelds, abgesehen von bescheidenerem Funktionsumfang und geringeren Kapazität. Dies ist durch den geringeren Speicherplatz bei den Handys bedingt. Viele Handys lassen sich allerdings mit der PIM-Software am PC oder Notebook synchronisieren.

Mobiles Internet

Mit dem Internet kam der schnelle Zugang zu Informationen, die nach der Einführung der WAP-Handys nun fast überall verfügbar sind, wo es Handy-Empfang gibt. Bei aller wenig unterhaltsamen Textlastigkeit besitzen WML-Seiten ihren praktischen Nutzwert. Wer im Gebirge unterwegs ist, hat nicht nur ein Telefon für Notfälle, sondern auch Zugang zu aktuellen Wetterdaten. Neben Nachrichten aller Art gibt es nützliche Dienste, die z.B. Autofahrern bei der Routenplanung helfen.

Nicht alle diese Dienste sind kostenlos - und nicht nur mit dem i-mode-Modell sollen Benutzer darauf vorbereitet werden, im UMTS-Zeitalter für vielfältige Angebote extra zu bezahlen. Die Schnelligkeit der Datenübertragung ist seit der Einführung von GPRS kein wirkliches Hindernis mehr. Aber mobiles Internet ist teuer, was sich beim Abfragen und Senden normaler E-Mails noch weniger bemerkbar macht, umso mehr beim Up- oder Download größerer Datenmengen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie Ihr Handy als Modem benutzen, um sich größere Bilddateien oder nur normale Webseiten per Handy auf Ihr Notebook zu laden.

Java auf dem Handy

Durch die Programmiersprache Java können per Datenkabel oder Download Software-Applikationen aller Art bequem auf ein Mobiltelefon übertragen werden. Java wurde als universelle Programmiersprache von Sun Microsystems entwickelt, patentiert und zusammen mit dem Konsortium für Internetstandards (W3C) zum Standard erhoben. Mit J2ME (Java 2 Micro Edition) können Java-Anwendungen auch für Handys und PDAs erstellt werden.

Vorreiter bei den Anwendungen sind die Spiele, die inzwischen in großer Zahl und in verschiedensten Genres vorliegen. Handys mit Farbdisplays steigern den Spielgenuss. Ein anderes Einsatzgebiet für J2ME könnte - auf Grund höherer Sicherheit - Shopping- oder Banking-Software sein.

Handys mit Kamera und Co.

Dank Multimedia-Message-Service (MMS) locken die meisten Handys heute mit integrierten oder optionalen Kameras für Schnappschüsse oder Minifilme, die sich gleich vom Handy aus verschicken lassen. Aber auch der Ton kommt nicht zu kurz, wofür MP3-Player im Handy sorgen. Wer den Originalton vom Urlaubsort wünscht, kann versuchen, den Urlaubsbildern das Meeresrauschen beizufügen.

Wie interessant das Geschäft mit mobilen Alleskönnern werden könnte, lässt sich daran erkennen, dass auch Microsoft in den letzten Jahren die Vorliebe für das Handy entdeckt hat. Das eigene Betriebssystem namens Smartphone, laut Microsoft ein “Mini-Windows“, wurde extra für das Handy entwickelt, inklusive Organizerfunktionen und Media Player.

Perspektiven und Grenzen

Der Trend zu einer Verschmelzung von Handy, PC und Multimedia-Geräten ist unverkennbar. Wie weit das Handy mitspielen kann, ohne Handlichkeit und Leichtgewicht einzubüßen, ist eine technische Herausforderung: Speicherplatz und Akkus müssen mithalten können.

Aber auch menschliche Sinneswahrnehmung und Anatomie setzen der Miniaturisierung Grenzen. Das Eishockey-Spiel lässt sich auf dem Handy-Display schwer verfolgen. Office-Anwendungen setzen entsprechende Eingabefunktionen voraus. Hier greift man inzwischen auf ausklappbare Tastaturen zurück - Lösungsansätze, die schon bei anderen Mobiltalenten wie PDAs oder Tablet-PCs für mehr Bequemlichkeit gesorgt haben.

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