Was steckt hinter „Frau“, „Dame“, „Weib“ und „Fräulein“?
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Was steckt hinter „Frau“, „Dame“, „Weib“ und „Fräulein“?

Bild: Foto: © Geolina, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Auch wenn es Feministinnen nicht gefällt: So wie in der Bibel Eva aus Adams Rippe geschaffen wurde, so hat sich die Frau [mhd. vrouwe; ahd. frouwa = »Herrin«] im Deutschen als Femininbildung des althochdeutschen frô = Herr entwickelt. Begriffe wie der Frondienst, die unbezahlte Arbeit des unfreien Bauern für den Herren, und Fronleichnam, das Fest des Dienstes am Leib Christi, stammen davon ab, desgleichen das Wort Fürst. Der Wortstamm frô markiert also die Blütezeit des Patriarchats. Bis in den altnordischen Götterhimmel: Sogar Odins Gemahlin Freyja, die Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, steht als »Herrin« unter seiner Knute. Diese Tradition, die Frau als Anhängsel des Mannes zu betrachten, hat sich bis in unser Jahrhundert fortgesetzt, etwa wenn sie als »Frau Meisterin«, »Frau Geheimrätin« oder »Frau Direktorin« am Ehrentitel ihres Mannes teilhaben, ihn aber nicht selbst erwerben durfte.

Auch wenn es Feministinnen nicht gefällt: So wie in der Bibel Eva aus Adams Rippe geschaffen wurde, so hat sich die Frau [mhd. vrouwe; ahd. frouwa = »Herrin«] im Deutschen als Femininbildung des althochdeutschen frô = Herr entwickelt. Begriffe wie der Frondienst, die unbezahlte Arbeit des unfreien Bauern für den Herren, und Fronleichnam, das Fest des Dienstes am Leib Christi, stammen davon ab, desgleichen das Wort Fürst. Der Wortstamm frô markiert also die Blütezeit des Patriarchats. Bis in den altnordischen Götterhimmel: Sogar Odins Gemahlin Freyja, die Göttin der Liebe und Fruchtbarkeit, steht als »Herrin« unter seiner Knute. Diese Tradition, die Frau als Anhängsel des Mannes zu betrachten, hat sich bis in unser Jahrhundert fortgesetzt, etwa wenn sie als »Frau Meisterin«, »Frau Geheimrätin« oder »Frau Direktorin« am Ehrentitel ihres Mannes teilhaben, ihn aber nicht selbst erwerben durfte.

Fräulein:

Dass die Männergesellschaft mit den Frauen selten zimperlich umgegangen.ist, belegt nicht nur manche negative Redensart (»Frauenzimmer«) und tierische Titulierung (»Gans«, »Henne«, »Schnepfe«, »Pute«, »Zicke«), sondern auch die allmähliche Abwertung von Geschlechts- und Standesbezeichnungen. So war das Fräulein [mhd. vrouwelin, Verkleinerungsform von frouwe] lange Zeit einfach ein Diminuitiv; ähnlich wie wir heute von »Männlein und Weiblein« sprechen. Wollte man den Stand einer unverheirateten frouwe betonen, sprach man einer juncfrouwe [mhd. = »junge Herrin, Edelfräulein«]: Speziell Adelsdamen, die einer Fürstin als »Kammerjungfern« dienten, um später gut verheiratet zu werden, bezeichnete man als »Jungfrauen«. Erst als das Wort - mit Bezug auf die Gottesmutter - in der mittelalterlichen Mystik sexuelle Unberührtheit intendierte, rückte das Fräulein an seine Stelle. Immer noch blieb es unverheiraten Adelsdamen vorbehalten; in Bürgerkreisen sagte man Jungfer oder Mamsell [von frz. demoiselle]. Alle drei Begriffe erhielten in der heiratsfixierten Gesellschaft des 19. Jahrhunderts eine zunehmend negative Bedeutung (»alte Jungfer«). Das herrschaftliche Fräulein verbürgerlichte und sank später sogar zur besseren Bediensteten herab, zum »Frollein«: Im Einkaufsladen oder in Gaststätten rief man so die weibliche Bedienung. Seitdem 1972 behördlicherseits das Fräulein nur noch auf speziellen Wunsch verwendet wird, ist es aus dem Sprachgebrauch weitgehend verschwunden - es gibt ja auch kein »Herrlein«.

Weib:

Ähnlich wie Fräulein hat auch das Weib [mhd. wip, wib] im Laufe der Zeit eine Abwertung erfahren, es wird nur noch in dem Adjektiv weiblich (und englisch als wife) gebraucht. Die Herkunft des Wortes ist nicht genau bekannt. Zum einen vermuten Etymologen die Ableitung vom germanischen wiba = »Schleier« [zu altnordisch vifadr = »verhüllt«]: Dann bezöge sich das Wort auf die verschleierte Braut. Zum anderen wird eine Herkunft vom indogermanischen ueib = drehen, sich schwingend bewegen vermutet: In diesem Fall wäre die geschäftig waltende Hausfrau gemeint. Sicher ist jedenfalls, dass das Wort gleichwertig zu »Frau« ohne Rücksicht auf Alter, Stand und Heirat verwendet wurde. Eine negative Belegung (»böses Weib«, »altes Weib«) findet sich etwa seit 1500, trotzdem meinte Weibsbild bis ins 17. Jahrhundert eine edle Frau, während die Weibsen und das Weibsstück zur selben Zeit bereits das Ende allen Charmes einläuteten.

Dame:

Selbst die Dame [von lat. domina = »Hausherrin«] hat ihren guten Ruf nicht ganz bewahren können. Seit der Barockzeit, seit Potenzprotzen wie Ludwig XIV. und August dem Starken, bezeichnete man auch Mätressen und Dirnen despektierlich als Damen. Seit der französischen Revoluton - im Zeitalter von Freiheit, Gleichheit, Schwesterlichkeit - sagt man dagegen spöttisch »Die markiert die große Dame« und empfindet den Begriff als etwas altmodisch.

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