Weltsprache Englisch: Standardenglisch ade?
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Weltsprache Englisch: Standardenglisch ade?

Bild: Foto: Theodor Paul, Public domain, via Wikimedia Commons

Die zahlreichen Spielarten des Englischen

Englisch ist nicht gleich Englisch. Liest man englischsprachige indische Zeitungen, so stößt man auf Dinge wie den rail roko, den Eisenbahnerstreik, oder kapra, die Kleidung. In Ländern, die Englisch als Amtssprache haben, bilden sich oft Formen heraus, die vom Standardenglisch abweichen und von vielen Wörtern der Landessprache durchsetzt sind. Abgesehen von diesen - aus unserer Sicht teils wundersamen - Spielarten der Weltsprache gibt es das britische, australische und amerikanische Englisch. Welches Englisch sprechen wir wirklich?

In vielen Teilen der Welt führte die wirtschaftliche und kulturelle Amerikanisierung seit den 40er Jahren zu einer starken Verbreitung der amerikanischen Varietät. In der zweiten Hälfte des 20. und auch im angehenden 21. Jahrhundert breitet sich die amerikanische Wirtschaftsordnung immer weiter aus, mit ihr Kultur und Sprache der Supermacht. Der American way of life prägt auch die deutsche Kultur seit Generationen. Von Hippies bis Hip Hop, von Carepaket bis Cheeseburger ist ein wichtiger Bestandteil unseres Alltags - und auch unseres Wortschatzes - made in USA. Wie auch das starke Mitgefühl der Deutschen nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 zeigte, haben wir ein ganz besonderes Verhältnis zu den Vereinigten Staaten.

Das war nicht immer so. Als in Deutschland das erste Interesse für einen deutsch-englischen Sprachkontakt erwachte, war die Englische Revolution von 1649 und somit das britische Englisch Zielscheibe der Sympathie. Literarische Bedeutung gewann es Anfang des 18. Jh.s durch bedeutende Übersetzungen englischsprachiger Werke und die daraus hervorgehende Shakespeare-Renaissance - heute eher als Shakespeare-Comeback zu bezeichnen. Wie die Deutschen sich kulturell und auch sprachlich immer mehr Richtung Amerika orientierten, können Sie in unserem dreiteiligen Special “Wie fremd sind Fremdwörter?“ (im Archiv “Wissenswert“) genauer nachlesen.

Obwohl aber der Wortschatz in den letzten Jahrzehnten, insbesondere seit 1945, über das Amerikanische in unsere Sprache gelangt, orientiert man sich innerhalb Europas - wahrscheinlich bedingt durch die geographische Nähe zu Großbritannien - auch heute noch zum großen Teil an den Normen des britischen Englisch.

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