Wer hat sie - die Atombombe?
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Wer hat sie - die Atombombe?

Bild: Foto: Basile Morin, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Die offiziellen und die inoffiziellen Atommächte: wissenswerte Fakten rund um die Atommächte der Welt.

Wussten Sie schon, dass in Deutschland...

noch immer amerikanische Atomwaffen lagern sollen? Atomwaffengegner fordern nach wie vor, dass die USA endlich die letzten nuklearen Waffen, Relikte aus der Zeit des Kalten Krieges, abziehen sollen. Zwischen zehn und 20 Sprengköpfe vom Typ B-61 werden auf dem Bundeswehrstützpunkt auf dem Fliergerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz vermutet. Sie sollen dort für NATO-Aufgaben gelagert sein. Deutschland verfügt über Tornado-Jets, die als Trägerflugzeuge für die Sprengköpfe dienen könnten. Die in Büchel vermuteten Bomben verfügen über eine Sprengkraft zwischen 45 Kilotonnen und bis zu 170 Kilotonnen, was mehr als die 13-fache Zerstörungskraft der Hiroshima-Bombe bedeuten würde. Bis 2004 sollen in Deutschland, vor allem auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein, 150 US-amerikanische Atombomben gelagert gewesen sein. Die Existenz von amerikanischen Atomwaffen in Deutschland ist nie offiziell bestätigt worden. Insgesamt sollen in Europa noch an die 200 B-61-Bomben aus amerikanischen Beständen lagern. Zu den offiziellen Atommächten in Europa zählen im Übrigen nur Großbritannien und Frankreich, die beide jedoch nur über ein sehr überschaubares Atomwaffenarsenal verfügen.

dass die schlagkräftigste Atommacht der Welt ...

die Vereinigten Staaten von Amerika sind? Sie sind auch die einzige Nation, die jemals Atombomben hat fallen lassen - 1945 auf Japan. Die beiden Städte Hiroshima und Nagasaki sind damals vollständig zerstört worden. Heute sind die USA noch im Besitz von 2700 einsatzbereiten Atomsprengköpfen und weiteren 2500, die im Ernstfall erst noch aktiviert werden müssten. Mit ihren Atombombern und Internkontinentalraketen (Reichweite 15.000 Kilometer) könnte Amerika in sehr kurzer Zeit Atombomben auf jeden Winkel der Erde fallen lassen. In dem zwischen Barack Obama und dem russischen Präsidenten Dmitrij Medwedew ausgehandelten START-Nachfolgeabkommen haben sich beide Seiten auf eine Reduzierung ihrer Atomwaffen um 30 Prozent innerhalb der kommenden sieben Jahre geeinigt. Dabei geht es vor allem um den Abbau von atomaren Langstreckenwaffen, die während des Kalten Krieges zur gegenseitigen Abschreckung und Wahrung eines "Gleichgewichts des Schreckens" hochgerüstet worden waren. Russland besitzt zurzeit noch 2700 atomare Sprengköpfe, 370 Raketenkomplexe, 13 Raketenkreuzer und 76 Tupolew-Langstreckenbomber. Beide Nationen behalten sich übrigens nach wie vor das nukleare Erstschlagsrecht vor. Dies gilt gerade der zweitgrößten Atommacht der Welt als Faustpfand: Russland verfügt über an sich wenig schlagkräftige konventionelle Streitkräfte.

dass Israel ...

über die Atombombe verfügt? Dann kennen Sie lediglich ein offenes Geheimnis. Denn, auch wenn Israel keine Antwort auf die Frage gibt, ob es eine Atommacht sei oder nicht, und auch wenn es ebensowenig wie Pakistan und Indien den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben hat, kann davon ausgegangen werden, dass das Land über 100 bis 200 atomare Sprengköpfe verfügt. 2008 hat der damalige israelische Ministerpräsident Ehud Olmert sein Land jedenfalls in die Aufzählung von Atommächten aufgenommen und die Gerüchte damit bestätigt. Israel, ein Land umgeben von Feinden, soll schon kurz nach seiner Gründung ein Atomprogramm begonnen haben, das es nach dem Sechs-Tage-Krieg von 1967 stark ausweitete. Seitdem wird der serielle Bau von Atomwaffen betrieben. Doch obwohl der israelische Besitz der Atombombe als gesichert gilt, kostete es den israelischen Techniker Mordechai Vanunu viele Jahre seines Lebens, als er 1986 Details über die nuklearen Waffenprogramme an die Presse gab. Israel verurteilte ihn in einem nichtöffentlichen Verfahren zu 18 Jahren Gefängnis. Neben Israel gelten auch Indien, Pakistan, der Iran und Nordkorea als defacto-Nuklearmächte. Zu den offiziellen Atommächten gehört neben Amerika und Russland, Frankreich und England auch China.

dass Nordkorea genug Plutonium besitzt, ...

um wahrscheinlich fünf bis acht atomare Sprengköpfe herzustellen? 1985 ist das kommunistische Land, das seit den 50er Jahren an einem atomaren Forschungsprogramm arbeitet, aus dem Atomwaffensperrvertrag wieder ausgetreten. Der 1965 in Betrieb genommene Forschungsreaktor Yonghyon ist seit 2003 Bestandteil der Sechser-Gespräche (mit China, USA, Südkorea, Japan und Russland). Doch Nordkorea weigert sich bislang beharrlich, den Plutoniumreaktor still zu legen und sein Atomprogramm offen zu legen. Inzwischen dürfen auch die IAEA-Inspekteure nicht mehr ins Land. Stattdessen hat Pjöngjang zwei Atombombentests gestartet. Obwohl Nordkorea über reiche Uranvorkommen verfügt, gehen Experten nicht davon aus, dass dem Land in naher Zukunft die Anreicherung von Uran gelingen wird. Die größte Gefahr besteht jedoch darin, dass sich Iran und Nordkorea zusammen tun könnten.

dass der Iran in wenigen Jahren...

in der Lage sein wird, eine Atombombe zu bauen? Der israelische Geheimdienst Mossad geht davon aus, dass der Iran schon 2014 eine Atombombe entwickelt haben wird, die von einer Shahab-Rakete getragen werden könnte. Iran unternimmt keinerlei Anstrengungen, den Verdacht, geheime unterirdische Atomfabiken zu betreiben, auszuräumen. Er kommt auch den UNO-Resolutionen nicht nach, die Urananreicherung einzustellen, und nimmt stattdessen Sanktionen in Kauf. Dass das seit 50 Jahren betriebene iranische Atomprogramm rein zivile Zwecke verfolge, will schon deshalb niemand mehr glauben, weil das Land immer neue Zentrifugen zur Anreicherung von Uran in Betrieb nimmt und außerdem an der Entwicklung von Trägerrakten für atomare Sprengköpfe arbeitet.

dass eine "Schmutzige Bombe"...

im engeren Sinne nicht zu den atomaren Kampfmitteln zählen? Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA bezeichnet als "Schmutzige Bomben" Waffen mit konventionellem Sprengstoff, denen radioaktives Material beigemischt ist. Der konventionelle Sprengstoff hat dabei die Aufgabe, die radioaktiven Stoffe möglichst breit zu verteilen. Der Bau und Gebrauch einer "Schmutzigen Bombe" gehören zu den meist gefürchteten Formen des Missbrauchs von radioaktivem Material, das etwa aus zivilen Einrichtungen wie beispielsweise Krankenhäusern stammen könnte.

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