Wer war eigentlich Nikolaus?
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Wer war eigentlich Nikolaus?

Bild: Foto: Carl Otto, Public domain, via Wikimedia Commons

Wenn man so will ist der Nikolaustag hierzulande eine Art Weihnachten Light: Ein langbärtiger, rot gekleideter Mann kommt vorbei, es gibt Geschenke und man sitzt gemütlich mit seiner Familie beisammen. Während der Weihnachtsmann erst im 20. Jahrhundert populär wurde, hat der Heilige Nikolaus eine deutlich weiter zurückreichendere Vergangenheit.

Schokoladenfigur: GettyImages, AND-ONE

Wenn man so will ist der Nikolaustag hierzulande eine Art Weihnachten Light: Ein langbärtiger, rot gekleideter Mann kommt vorbei, es gibt Geschenke und man sitzt gemütlich mit seiner Familie beisammen. Während der Weihnachtsmann erst im 20. Jahrhundert populär wurde, hat der Heilige Nikolaus eine deutlich weiter zurückreichendere Vergangenheit.

Historiker gehen davon aus, dass in der Figur des Heiligen Nikolaus zwei reale Personen zu einer verschmolzen sind. Zum einen ist das Nikolaus von Myra, Bischof einer Stadt in der heutigen Türkei. Er lebte dort im 3. Jahrhundert. Hinzu kommen Geschichten von Nikolaus von Sion, der im 6. Jahrhundert ein Abt in der Nähe von Myra und später Bischof in Pinara war.

Ein wahrlich wundersamer Mann

Dem Heiligen Nikolaus, also der Kombination dieser beiden Nikoläuse, werden bis heute etliche Legenden und Wunder zugeschrieben. So soll er mehrere Tote wieder zum Leben erweckt oder einen Sturm besänftigt und so Seeleute gerettet haben. Für den heutigen Feiertag spielt aber eine andere seiner Eigenschaften eine große Rolle: Er soll sehr großzügig und hilfsbereit gewesen sein.

Die wohl gängigste Legende in diesem Zusammenhang handelt von einem Mann, der seinen drei Töchtern keine Mitgift für ihre Hochzeit geben konnte. Aus Mangel an Alternativen war er kurz davor, sie in die Prostitution zu schicken. Als Nikolaus davon erfuhr, schlich er sich drei Nächte hintereinander an ein Fenster des Hauses und warf jeweils einen Goldklumpen hinein. Damit können die drei Schwestern dann eine glückliche Hochzeit feiern.

In einer Version der Geschichte trifft Nikolaus mit den Goldklumpen jeweils in die Stiefel der Mädchen, die am Fenster zum Trocknen aufgehängt wurden. Durch diese Überlieferung könnte unser heutiger Brauch entstanden sein, nach dem der Nikolaus nachts kleine Geschenke in die abends bereitgestellten Schuhe oder Stiefel legt.

Public Domain

In manchen Ländern, beispielsweise Russland, ist der barmherzige St. Nikolaus sogar zum Nationalheiligen geworden. Dort ist der Nikolaustag auch einer der bedeutendsten Feiertage des Jahres. Dass dieser am 6. Dezember gefeiert wird, hängt übrigens mit dem Todestag von Nikolaus von Myra an diesem Tag zusammen. In manchen orthodoxen Religionen wird dieser allerdings nach dem julianischen Kalender gefeiert, wodurch er auf den 19. Dezember fällt.

Einer der größten Nikolaus-Gegner war Martin Luther. Der Theologe hielt es für kindisch, sich jedes Jahr an diesem Tag zu beschenken, und wollte die Bescherung lieber auf das Weihnachtsfest verlegen. Dies ist ihm zumindest teilweise gelungen: Mancherorts wurde der Heilige Nikolaus komplett durch das Christkind beziehungsweise den Weihnachtsmann ersetzt. Viele andere Gemeinschaften haben hingegen beide Geschenkelieferanten in ihre Traditionen aufgenommen.

Nur die guten Kinder bekommen Geschenke

In manchen Bräuchen kommt am 6. Dezember aber nicht nur Gutes durch den Kamin. Als Gegenstück zum gutherzigen Nikolaus existiert der Knecht Ruprecht, auch Pulterklas oder Rupsack genannt. Er kommt der Legende nach mit einer Rute und bestraft die unartigen Kinder. Seinen Ursprung hat der böse Nikolaus-Gehilfe wahrscheinlich in heidnischen Ritualen, die im Winter böse Geister austreiben sollten.

Auch das Outfit des Heiligen Nikolaus‘ variiert zwischen verschiedenen Regionen. Während er in Süddeutschland noch mit klassischem Bischofsgewand und -mütze auftritt, zeigt er sich im Norden eher als rot gekleideter Mann mit Rauschebart und kommt damit dem Weihnachtsmann schon sehr nahe. Diese Darstellung wurde übrigens nicht von Coca-Cola, sondern von dem aus Deutschland ausgewanderten Karikaturisten Thomas Nast erfunden. Durch ihn verbreitete sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts das gemütliche weiß-rote Outfit des Weihnachtsmannes.

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