SAFE Labs steht für "Starting Aware Fair & Equitable Labs" und richtet sich an Forschungsgruppenleitende, die ein faires und gut organisiertes Labor führen möchten. Das Herzstück der Initiative ist das SAFE Labs Handbook – eine Sammlung von Selbstverpflichtungen zu zentralen Bereichen des Laboralltags: Erwartungen an die Arbeitszeit, Entscheidungen über Autorschaft bei Publikationen, die Gestaltung von Meetings, die Art des Feedbacks sowie die Unterstützung von Mitarbeitenden beim Einstieg und beim Verlassen der Gruppe.
Was das Handbuch auszeichnet, ist sein praktischer Ansatz: Jede Verpflichtung wird durch Beispiele aus echten Laborhandbüchern illustriert. Gruppenleitende müssen nicht bei null anfangen, sondern können auf bewährte Formulierungen zurückgreifen – etwa zur Frage, wie Autorschaft bei gemeinsamen Projekten verteilt wird oder welche Erwartungen an Arbeitszeiten gelten.
Die Initiative setzt auf konkrete, schriftliche Standards statt auf allgemeine Richtlinien. Doch freiwillige Selbstverpflichtung wirft Fragen auf: Wie wird die Einhaltung überprüft? Was passiert, wenn die Realität vom Handbuch abweicht? Der Artikel der Initiative lässt offen, welche Kontrollmechanismen oder Sanktionen es gibt.
Für Nachwuchsforschende – die Gruppe, die von solchen Reformen am meisten profitieren könnte – bleibt unklar, welche Handhabe sie haben, wenn Standards nicht eingehalten werden. Ein Handbuch ändert Laborkultur nur, wenn die Führungspraxis sich ändert.
SAFE Labs macht sichtbar, was gute Laborführung bedeutet, und setzt damit einen Standard, an dem sich Gruppenleitende messen lassen müssen. Wer das Handbuch unterschreibt, macht eine öffentliche Zusage. Ob diese Initiative sich verbreitet und institutionelle Unterstützung erhält, bleibt abzuwarten. Bislang ist unklar, wie viele Gruppenleitende das Handbuch bereits adoptiert haben.


