Wie sieht die Zukunft der Energie aus? Experten-Interview
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Wie sieht die Zukunft der Energie aus? Experten-Interview

Bild: Foto: Christoph Rieder, CC0, via Wikimedia Commons

Wie sieht die Energie der Zukunft aus? Ein Interview mit Dr. Holger Krawinkel vom Fachbereich Bauen, Energie, Umwelt bei der Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Herr Dr. Krawinkel, was waren in der Vergangenheit die größten Irrtümer bei der Nutzung von Energie bzw. der Energiereserven?

Es war nachlässig als Reaktion auf die Ölpreiskrisen 1976 und 1979 nicht konsequent genug auf Energieeffizienz gesetzt zu haben. Unsere Gebäude brauchen dreimal mehr Energie als notwendig und der Anteil der Kraftwärmekopplung ist minimal. Öl und Gas sind zum Verheizen viel zu wertvoll. Diese bittere Erfahrung müssen die Verbraucher jetzt machen.

Haben Sie Belege dafür, dass die Diskussion um den Klimawandel zu einer Bewusstseinsänderung geführt hat und die Deutschen heute mehr Wert auf Energieeffizienz legen als noch vor 10 Jahren?

Der Bewusstseinswandel bei den Verbrauchern setzt gerade ein, weniger wegen des Klimawandels, sondern aufgrund der stark steigenden Energiepreise. Das dürfte die Nachfrage nach energieeffizienteren Produkten und Gebäuden deutlich wachsen lassen.

Warum nutzen wir nicht stärker die Wärme im Inneren der Erde?

Bislang galt die Geothermie als eher unwirtschaftlich. Das ändert sich augenblicklich. Ich gehe davon aus, dass der Anteil dieser Energieform zunehmen wird, vor allem auch dann, wenn verstärkt Fernwärmenetze zur Wärmeverteilung aufgebaut werden können.

Welche Energieform wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen?

Das wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Solarenergie sein. Allerdings müssen die Preise deutlich sinken – bei den Kosten ist das zum Teil schon der Fall. Außerdem brauchen wir weitere Fortschritte bei den Speichertechnologien. In beiden Bereichen wird die Nanotechnologie eine wichtige Rolle spielen.

Wenn wir einen Sprung ins Jahr 2020 wagen: Wie sieht der Energiemix eines Durchschnittshaushalts in Deutschland aus?

2020 wird der Durchschnittshaushalt mindestens ein Drittel weniger Energie verbrauchen. Den Restenergiebedarf wird er ebenfalls zu einem Drittel mit erneuerbaren Energie decken. Dies bedeutet, dass sich der Verbrauch an fossiler bzw. nuklearer Energie mehr als halbiert.

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