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Wintersonnwende versus Christfest - Wann ist Jesus wirklich geboren?
Bildquelle nicht angegeben
Leben & Lifestyle

Wintersonnwende versus Christfest - Wann ist Jesus wirklich geboren?

Für uns heute ist es klar: Weihnachten ist am 25. Dezember – und an diesem Tag wurde der Legende und Kirchentradition nach Jesus von Nazareth in Bethlehem geboren. Ja genau, die Geschichte mit dem Stall, mit Ochs und Esel, den Hirten und der Krippe. Doch diesen Weihnachtstag begannen auch die frühen Christen erst…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle

Für uns heute ist es klar: Weihnachten ist am 25. Dezember – und an diesem Tag wurde der Legende und Kirchentradition nach Jesus von Nazareth in Bethlehem geboren. Ja genau, die Geschichte mit dem Stall, mit Ochs und Esel, den Hirten und der Krippe. Doch diesen Weihnachtstag begannen auch die frühen Christen erst einige Jahrhunderte nach der Zeitenwende als Geburtstag Christi zu feiern.

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historisch

Für die Urchristen spielte die Geburt keine Rolle

Eine Feier zur Geburt Jesu kannten die ersten Christen dagegen noch nicht, ihr einziger und höchster Feiertag war das Passahfest – das Ostermahl. Für die noch vergleichsweise junge Religion Christentum war es ohnehin nicht leicht, sich in der Fülle der arrivierten Kulte und Gebräuche zu etablieren. Gerade im Mittelmeerraum mischten sich die verschiedensten Kulte und Gebräuche. Einige verehrten viele Götter, wie die Griechen und Römer, andere nur ein höheres Wesen, wie die Juden und auch die Anhänger des Mithras-Kultes.

Im Frühling geboren

Erst nachdem sich das Christentum weiter ausgebreitet hatte, unternahmen Kirchenfürsten die ersten Versuche, Ereignisse im Leben Christi und auch seinen Geburtstermin zu berechnen und danach einen Festkalender anzulegen. Allerdings war dabei von vornherein klar, dass sich ein eher unauffälliger Termin nicht gegen die etablierten Feste der "heidnischen " Kulte würden durchsetzen können.

Klar war damals schon, das Jesus auf keinen Fall mitten im Winter geboren worden sein. Glaubt man den biblischen Berichten von den "auf dem Felde lagernden Hirten", muss die Geburt zwischen Frühjahr und Herbst stattgefunden haben. Nur dann hielten sich die Hirten Judäas und mit ihren Herden überhaupt draußen auf. Entsprechend kursierten Termine am 28. März, 2. oder auch am 19. April oder 20. Mai. Aber ein solcher Termin war zu unauffällig und würde zudem mit dem Osterfest kollidieren. Was also tun?

Ein heidnisches Fest wird annektiert....

Im Jahr 217 ging die Kirche in die Offensive: Papst Hippolytos setzte sich für den 25. Dezember als Tag der Christgeburt ein. Damit ging er absichtlich auf Konfrontationskurs mit den anderen Religionen jener Zeit. Denn an diesem Tag lag die Wintersonnwende -  den Punkt im Jahr, ab den die Nächte wieder kürzer und die Tage länger werden. Fast alle Völker feiern daher diesen "Sieg der Sonne über die Finsternis" mit besonderen Festen und Kulten.

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freeimages

Auch die Idee eines Geburtsfestes zur Wintersonnwende war keineswegs eine Erfindung des Christentums: Im ägyptischen Glauben wurde an diesem Tag das Fest der Göttin Isis und die Geburt des Horuskindes gefeiert. Für die Römer war der 25. Dezember ein offizieller Reichsfeiertag, als Geburtstagsfeier des "sol invictus" - der unbesiegbaren Sonne.

Weihnachtstag als christliches Dogma

Doch die christlichen Kirchenoberen setzten nun mit dem Weihnachtsfest dagegen. Sie hofften, die ursprünglich "heidnische " Bedeutung dieses Festes langsam mit christlichen Inhalten zu "unterwandern". Um 330 wurde es offiziell: Kaiser Konstantin erklärte das Christentum zur römischen Staatsreligion und funktionierte kurzerhand den alten Sonnengott zum Christengott um, der als "lux mundi" - Licht der Welt - die "Sonne der Gerechtigkeit erschaffen hat".

Damit wurde auch die Christgeburt auf den 25. Dezember fixiert, seit 381 sogar als offizielles Dogma der Kirche. Im Mittel- und Nordeuropa sollte es allerdings noch einige Jahrhunderte dauern, bis sich das neue Christfest gegen die germanischen und keltischen Sonnen- und Fruchtbarkeitskulte zur Wintersonnwende durchsetzen konnte. Im deutschen Sprachraum erkannte eine Synode den 25. Dezember erst im Jahr 813 als allgemeinen kirchlichen Feiertag an. Seither aber feiern wir alljährlich an diesem Tag das Weihnachtsfest.

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