Winterspiele im Wandel der Zeit
Leben & Lifestyle

Winterspiele im Wandel der Zeit

Bild: Foto: Abraham Pisarek, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Der Erfolg der "Internationalen Wintersportwoche" von 1924 in Chamonix, die das I.O.C. zwei Jahre später rückwirkend als erste offizielle Winterolympiade anerkannte, forderte die Einführung eines eigenständigen Kalenders für Winterspiele. Kleine, idyllische Bergdörfchen versammelten die Athleten aus aller Welt nun ebenso wie London oder Paris.Trotz des nicht kalkulierbaren Wetterrisikos wuchs die Popularität, das Medieninteresse und die Teilnehmerzahlen mit den kommenden Spielen stetig. Aber die Welt in den Bergen schien noch heil und unverdorben von Profitgier und Gewinnstreben. St. Moritz, Lake Placid oder Garmisch- Partenkirchen konnten sich als Ausrichter noch einen familiären Charakter bewahren.

Der Erfolg der "Internationalen Wintersportwoche" von 1924 in Chamonix, die das I.O.C. zwei Jahre später rückwirkend als erste offizielle Winterolympiade anerkannte, forderte die Einführung eines eigenständigen Kalenders für Winterspiele. Kleine, idyllische Bergdörfchen versammelten die Athleten aus aller Welt nun ebenso wie London oder Paris.
Trotz des nicht kalkulierbaren Wetterrisikos wuchs die Popularität, das Medieninteresse und die Teilnehmerzahlen mit den kommenden Spielen stetig. Aber die Welt in den Bergen schien noch heil und unverdorben von Profitgier und Gewinnstreben. St. Moritz, Lake Placid oder Garmisch- Partenkirchen konnten sich als Ausrichter noch einen familiären Charakter bewahren.

Einen unwiderruflichen Wendepunkt stellen die Spiele von Innsbruck 1964 dar. Kein weißverschneiter Kurort, sondern eine Großstadt wird zum Ausrichter erkoren, was die zunehmende Instrumentalisierung der Spiele zur Folge hat. Die Sportler, ab sofort "zweitrangig" für erfolgreiche Spiele, stellen mit 913 Teilnehmern die kleinste Gruppe der "Invasoren". Hauptsache die Verpackung stimmt, die perfekte Organisation, der schöne Schein! 1150 Funktionäre und 1400 Journalisten werden aufgeboten. Kann ja nichts mehr schief gehen.
Kann doch! Schneemangel und ein milder Winter machen die Olympiade zu einem Vabanquespiel für Organisatoren und die Tourismusbranche. Die Residenz des Schahs von Persien, das Hotel Olympia, wird mit Tonnen herbeigekarrtem Schnee zugeschüttet, um seine Majestät meteorologisch nicht zu enttäuschen. Sind doch Schneemänner in der Wüste echte Mangelware.

Glaubwürdiger werden die Spiele danach kaum noch. Grenoble, Austräger der 68er Olympiade, liegt gerade mal 212 Meter über Null, und bleibt als "Olympia der langen Wege", genau wie Albertville 1992, negativ im Gedächtnis. Das hehre Ideal des olympischen Friedens wird wenige Jahre nach der Olympiade in Sarajevo 1984 ad absurdum geführt.

Doch ein Hoffnungsschimmer bleibt. Die wunderbaren Bilder von 1994 im norwegischen Lillehammer bleiben unwiederbringlich im Gedächtnis, weil die wintersportverrückten Skandinavier es trotz eines Budgets von 7,2 Milliarden Dollar schafften, den Menschen und die Begeisterung für den fairen Wettkampf, Begeisterung jenseits von Nationalismus und bloßem Medaillenzählen, wieder in den Mittelpunkt der Olympiade zu stellen und somit echten olympischen Geist zelebrierten.

Weitere Artikel auf wissenschaft.de

Mehr aus Leben & Lifestyle

Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Leben & Lifestyle.

Alle Leben & Lifestyle-Artikel
Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren
Leben & Lifestyle

Akustik historischer Instrumente: Die physikalischen Geheimnisse alter Meistergitarren

2. November 2026

Warum klingen Instrumente aus der Vorkriegszeit anders als neu gebaute Modelle? Die Antworten liegen in der komplexen physikalischen und chemischen Alterung von Holz, Leimen und Lacken über Jahrzehnte.

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur
Leben & Lifestyle

Kleine Bäume, große Geschichte: Die Entwicklung der Bonsai-Kultur

31. Oktober 2026

Von den chinesischen Penjing-Landschaften über den Zen-Buddhismus bis zur weltweiten Verbreitung: Die Geschichte der Bonsai-Kultur ist mehr als ein Dekorationstrend. Sie verbindet jahrhundertealte Philosophie mit…

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert
Leben & Lifestyle

Hypnose verstehen: Was im Zustand der Trance wirklich passiert

27. Oktober 2026

Kaum ein Verfahren ist so von Klischees umgeben wie die Hypnose. Bühnenshows, in denen Freiwillige wie ferngesteuert Hühner imitieren, prägen bis heute das Bild. Mit der Arbeit in einer Praxis hat das wenig zu tun. Dort…

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz
Leben & Lifestyle

Hefepathogen nutzt Inositol trotz Glukose: Rezeptor verknüpft Nährstoffwahl mit Virulenz

20. Oktober 2026

Eine Studie in PLOS Biology zeigt, wie ein Inositol-sensitiver Rezeptor bei einer Hefe die Nährstoffnutzung steuert – selbst bei Glukose-Überschuss. Die Entdeckung verbindet Stoffwechsel und Virulenz.

← Zurück zu Leben & LifestyleZur Startseite