Wo Skilaufen noch Spaß macht
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Wo Skilaufen noch Spaß macht

Bild: Foto: Theodor Paul, Public domain, via Wikimedia Commons

Wo Skilaufen noch Spaß macht. Tiefblauer Himmel, kristallklare Luft. Blicke gehen fast über den Horizont voller Gipfel hinaus

Tiefblauer Himmel, kristallklare Luft. Blicke gehen fast über den Horizont voller Gipfel hinaus. Echte Schneeflocken, die beim Schwung glitzernd hoch spritzen. Ein Gefühl von Freiheit, Frische und Fernweh. Anschließend schlemmen oder sich in Wellness-Tempeln verwöhnen lassen: So schön kann Skilaufen und das Danach sein. Purer Genuss!

Klasse statt Masse!

"Überfüllte Lifte", "Unfälle durch Chaoten": Wer einen Winterurlaub plant, sollte Regionen, die durch solche Schlagzeilen auffallen, eher meiden. Erholung und Spaß bleiben dort auf der Strecke und nicht auf der Piste. Auch den Skizentren mit bekannten Lawinengefahren, Geröllabgängen und wenig Schnee kann der Tourist mühelos aus dem Weg gehen. Selbst wenn der durchschnittliche Urlauber ein Lemming ist: Er fährt dahin, wo es die Masse hinzieht. Die steuert auch in schöner Regelmäßigkeit zu den Berg-Ballermännern mit Alkoholströmen ("Jogatä") und Gröhlgesang ("Antoooonaustiiirohhl"). Qualität, Sport und Naturerlebnisse sind dort kaum ein Thema. Reisebüros, Erfahrungen von alten Ski-Hasen, kritische Studien von Prospekten und Internet führen eher zum Traumziel. Iris Gesang, Branch Manager eines First-Reisebüros in der "Skiläufer-Hochburg" Hamburg, kennt durch Kunden wahre Traumziele: "Einige fahren sogar seit Jahren immer wieder an die gleichen Orte - die haben ihr Skiparadies gefunden." Der Reiseprofi kann daher "Gegenden verraten, wo Skilaufen noch richtig Spaß bringt!"

Deutschland: Garmisch-Partenkirchen

(Ortshöhe 722 bis 750 Meter, Lifte bis 2954 Meter)

75 Kilometer südlich von München finden Besucher das Bilderbuch-Bayern mit den höchsten Bergen: 12 Kabinenbahnen, 42 Schlepplifte und drei Sesselbahnen bringen Schneehungrige auf die Zugspitze (2964 Meter) und die anderen Erhebungen der Region. Wer Schnee sucht, findet ihn am ehesten auf dem Zugspitzplatt. Wer auf den Spuren von Weltklasse-Sportlern gleiten will, entdeckt daneben die Olympia-Piste, die notfalls auch künstlich beschneit wird. Neben "normalen" Skiläufern kommen auch Snowboarder (im Funpark mit Buckelpisten und 50-Meter-Halfpipe) sowie Langläufer (allein 32 Kilometer Loipen direkt vor der Tür!) auf ihre Kosten. Skischulen für Starter ab drei Jahren, Drachenflugschulen und eine Badelandschaft gehören zum sportlichen Sonderangebot im Werdenfelsener Land. Action finden Besucher eher im belebten Garmisch: Konzerte, Kinos, Pferdeschlitten und Diskos gehören zum Après-Angebot. Etwas ruhiger geht es im benachbarten Grainau zu.

Frankreich: Val Thorens

(Ortshöhe 2300 Meter, Lifte bis 3300 Meter)

Die höchste Skistation der Alpen findet man am Tal von Belleville, das von fünf Bergmassiven zwischen 3200 und 3560 Metern Höhe umgeben ist. Die 360 Kilometer lange Autofahrt ab Basel lohnt sich, wenn man absolute Schneesicherheit braucht. Schneekanonen sind in diesem Stück Savoyen eine Seltenheit. 53 Pisten mit 140 Abfahrtskilometern stehen dann auch für Sport pur. Sogar Fans von Tiefschnee im freien Gelände finden hier paradiesische Ecken. Snowboarder können sich im Snowpark unter anderem in der Halfpipe austoben. Für frühreife Skianfänger ab drei Monaten(!) steht ein Babyclub bereit. Währenddessen können die Eltern auch Gleitschirmfliegen oder Tennis ausprobieren. Zwischen französischer Küche und Bars darf man aber auch die Geschmacksnerven trainieren. Hit: Das Ortszentrum ist autofrei!

Italien: Campitello

(Ortshöhe 1450 Meter, Lifte bis 2950 Meter)

Schneeketten auf und ab über den Brenner: Die fotogene Dolomitenlandschaft um Campitello und seine Nachbargemeinde Canazei lädt ein auf 50 Kilometer Abfahrtspisten. 20.000 Meter davon bekommen an wärmeren Tagen Kunstschnee ab. Neben allen üblichen Attraktionen für Abfahrer (acht unpräparierte Hochpisten für Asse!), Langläufer (70 Kilometer Loipen), gibt es einen Extraspaß: Bei der geführten Tour "Sella Ronda" umrunden Teams - mit Aufstiegshilfen und Ski-Ausrüstung - die Sella-Berggruppe. Und im Tal, zwischen Wellness-Center, Squash, und Disko, sollte man zwei italienische Spezialitäten besuchen: Wochenmärkte und eine Pizzeria.

Österreich: Sölden

(Ortshöhe 1377 Meter, Lifte bis 3250 Meter)

Jedes Jahre locken hier verbesserte Anlagen und neue Attraktionen. Doch das Wichtigste hier ist Ski total. Von der sechs Kilometer langen Superabfahrt für Sportliche vom Gaislachkogel bis zu den sonnigen Gleithügeln von Hochsölden gibt es für jeden Geschmack etwas. Wenn die Schneedecke dünn wird, stehen 35 Schneekanonen im Anschlag. Und wer das ganze Jahr auf die Bretter steigen will, findet auf Rettenbachgletscher und Tiefenbachgletscher ungetrübte Skifreuden. Zu den zehn "coolsten" Snowboard-Revieren der Alpen zählt diese Region schon lange. Der Boarderpark Giggijoch hält alle aktuellen Halfpipes bereit - und auf den Gletschern trainieren sogar Nationalteams. Wer mehr auf Ausdauer setzt, kommt beim Langlauf sehr weit: Drei bis zu 50 Kilometer lange Loipen werden um rund um Sölden gezogen. Auch begehrt: Nachtskilauf und eine 5000 Meter lange Naturrodelbahn. Wer sich bisher noch nicht auf die Bretter getraut hat, findet 200(!) Skilehrer. Wem der Schnee zu kalt wird, der erwärmt sich bestimmt für das Erlebnisbad mit Wasserfällen und Grotten. Oder genießt das weithin bekannte Après-Ski-Angebot im Dorf Sölden. Und auch in 20 Skihütten und Höhenrestaurants kann man feiern, bis der Bergdoktor kommt.

Schweiz: Bettmeralp

(Ortshöhe 1950 Meter, Lifte bis 2896 Meter)

Von der Südseite des Jungfrau-Massivs bis zu den Hängen über dem oberen Rhônetal reicht der größte Gletscher der Alpen, das Skigebiet Aletsch. Das garantiert immer Schnee, auch wenn Beschneiungsanlagen in der Scheune auf ihren Einsatz warten. Wer ein autofreies, gemütliches Chaletdorf am Gletscher sucht, landet bestimmt in Bettmeralp. Unabhängig von den gigantischen Ski-Möglichkeiten (Loipe in 2100 Metern Höhe, 115 Abfahrtskilometer, Höhenunterschiede bis zu 1819 Metern pro Piste, einige der schönsten Touren) fühlen sich hier vor allem Kinder wohl. Und das liegt sicher nicht nur am Ausblick auf die Walliser Alpen, das Matterhorn und den Mont Blanc. Eine Rodelbahn, eine Kinderhütte und ein Gästekindergarten bieten Abwechslung bis zur frühen Schläfrigkeit. Dann kommen Eltern in Disko, Tennishalle oder Solarium auf ihre Kosten.

Tipps vom Reiseprofi

* Wer es etwas ruhiger und idyllischer liebt, sollte die Hauptzeiten zwischen Januar und März umgehen. Tipp aus dem Reisebüro: "Weihnachten ist - trotz schöner Atmosphäre - vergleichsweise wenig los. Auf geht’s!"
* Möglichst hoch gelegene Pisten aussuchen - sonst kann der Schnee schlecht oder rar sein.
* Trend: Gnadenlose Animateure gibt es zwar auch noch auf den Bergen - aber kaum noch in guten Ferienanlagen. Und diese, zum Beispiel vom "Club Med" gibt es immer häufiger in den Alpen.

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