Unter der Herrschaft der Mongolen wurde die Kirchenarchitektur kaum weiterentwickelt. Ab dem 15. Jahrhundert aber, als Großfürst Iwan der Große (1440-1505) mit der byzantinischen Prinzessin Anna verheiratet war, machte sich der Einfluss der italienischen Renaissance in Moskau geltend. Die Architekten Aristotele Fieravanti aus Bologna und Alevisio Novi aus Mailand gestalteten die Fassaden der Kirchen, die im Kreml errichtet wurden, nach Vorbildern aus ihrer Heimat. Von 1475 bis 1479 baute Fieravanti die Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale (Uspenski-Kathedrale). 30 Jahre später errichtete Novi die Erzengel-Michael-Kathedrale. Bei beiden Kirchen sind die hohen Tamboure (zylindrische Bauteile unter der Kuppel) sehr ähnlich und erinnern deutlich an Bauwerke aus Byzanz.
Warum aber die Dächer etwas zwiebelförmiger als in Konstantinopel ausfallen, hat nach Aussagen einiger Experten einen sehr einfachen Grund: Das Klima zwang die Architekten, ein Dach zu konstruieren, von dem der Schnee einfach abfallen konnte.



