Anschläge vom 11. September 2001 beherrschen den Rückblick
Das Datum der Attacken, “Der 11. September”, wurde zum Wort des Jahres 2001 gewählt. Wie schnell militärischer Sprachgebrauch in die Alltagssprache einfließt, zeigt der Ausdruck “Anti-Terror-Krieg”, der den zweiten Platz belegt. Danach folgen “Milzbrandattacke” und “Schläfer”, zwei Begriffe, die zum einen eine weitere Nuance des Terrors aufzeigen, zum anderen die Existenz getarnter Terroristen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gebracht haben.
Welche Themen bestimmten das Jahr 2001?
Neben dem Themenkreis Terror beschäftigten u.a. die Möglichkeiten der Stammzellenforschung und der Währungsumstellung auf den Euro die Bevölkerung. An fünfter Stelle des Jahresrückblicks steht demzufolge das Wort “Stammzellenimport”. Daran schließt sich die Neuschöpfung “Schlafmünzen” an, die Werbe-Bezeichnung für Bargeld, das in Sparbüchsen und Küchendosen daheim angesammelt wurde und noch vor der Euro-Einführung zur Bank gebracht werden sollte.
“Homo-Ehe” – der kurze und weitaus prägnantere Name für die am 1. August 2001 gesetzlich ermöglichte “eingetragene gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft” schaffte es auf den sechsten Platz. Dahinter folgten die von der Landwirtschafts- und Verbraucherministerin Renate Künast geforderte “Agrarwende” sowie der Begriff “Luderliga”. Die Jury wollte damit dem Bedeutungswandel des Wortes “Luder” Rechnung tragen.
Mit “Riester-Rente” wurde ein weiterer stabreimender Ausdruck in die Liste aufgenommen. Zum Schluss fanden ein Verb und ein Satz den Weg zu den Wörtern des Jahres: “simsen” überzeugte die Jury aufgrund der spannenden Neuschöpfung aus der Kurzform SMS, bei der die zugeführten Vokale eine leichtere Aussprache ermöglichen, Klaus Wowereits Ausspruch “Und das ist (auch) gut so!”, mit der er sich zu seiner Homosexualität bekannte, wurde in kürzester Zeit zu einem geflügelten Wort.
Wer fällt die Entscheidungen?
Jedes Jahr im Dezember erfolgt die Auswahl der einflussreichsten Spitzenwörter durch eine Fachjury. Diese setzt sich einerseits aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS), an dessen Spitze als Vorsitzender Prof. Dr. Rudolf Hoberg steht, andererseits aus den wissenschaftlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der GfdS zusammen. Mitglied der Jury ist auch der Autor jenes Aufsatzes, der in der Zeitschrift “Sprachdienst” den Entscheidungsprozess über das Wort des Jahres vorstellt. Im Jahr 2001 war Dr. Anja Steinhauer dafür zuständig.



