Zentralabitur - die Notstands-Experten schlagen wieder zu
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Zentralabitur - die Notstands-Experten schlagen wieder zu

Bild: Foto: Markus Willimann, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wer Politiker-Reden über die Zukunft unseres Landes verfolgt, dem wird immer wieder der Begriff Bildung begegnen. Die Bildung muss verbessert werden, die Bildung muss gefördert werden, die Bildung ist das A und O der deutschen Zukunft. Ein Satiriker würde mit Blick auf die deutsche Bildungslandschaft nur noch sagen:" Na dann, gute Nacht."Über 20% der deutschen Hauptschüler sind des Schreibens und Lesens nicht mächtig. Bildung ist immer mehr eine Sache höherer Schichten. Auf der Strecke bleibt der Nachwuchs. Und das liegt sicher nicht an der Frage, ob das Abitur bundesweit vereinheitlicht wird.Ein schlicht gestrickter Geist, zu denen der baden-württembergische Ministerpräsident möglicherweise zählt, konzentriert sich in der Diskussion um die Verbesserung des deutschen Abschneidens bei den PISA-Studien auf die rein technokratische Frage, ob das Abitur zentral abgenommen wird oder nicht. Abgesehen davon, dass deutsche Ministerien noch immer den Beweis schuldig sind, dass sie in der Lage sind, Computersysteme aufzubauen, die Hackerangriffen von Schülern standhalten, fragt sich, was bringt eine solche Maßnahme für die mangelnde Bildung in der deutschen Jugend - nichts. Solche Forderungen lenken die Aufmerksamkeit auf Nebensächlichkeiten und sie lenken ab von den wahren Problemen. Die deutsche Lehrerschaft ist überaltert, die Lehrer sind wenig motiviert (woher auch) und offenbar auch nicht gut genug ausgebildet, viele Schulen sind in einem katastrophalen Zustand, Lehrmittel nicht in ausreichendem Maß vorhanden... Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Würde die Politik bei ihren Bekenntnisse zur Bildungsoffensive hier ansetzen, ließe sich die Analphabetenrate sehr schnell und dramatisch verringern, die Zahl der Abiturienten würde vermutlich steigen und dann, aber erst dann kann man über so etwas wie ein Zentralabitur nachdenken. Was Herr Oettinger hier von sich gibt, ist weder im Sinne der Schüler, noch der Bildung, möglicherweise aber im Sinne einiger Lehrer (die nun gar keine Verantwortung mehr übernehmen müssen) und im Sinne der Politiker. Denn es scheint deutsche Tradition zu werden, sich beim Thema Bildung als Aktionist zu gebährden und die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen. Herrn Oettinger täte das ein oder andere Gespräch mit Schülern sicher gut - er müsste vermutlich aber erst das Zuhören lernen.

Wer Politiker-Reden über die Zukunft unseres Landes verfolgt, dem wird immer wieder der Begriff Bildung begegnen. Die Bildung muss verbessert werden, die Bildung muss gefördert werden, die Bildung ist das A und O der deutschen Zukunft. Ein Satiriker würde mit Blick auf die deutsche Bildungslandschaft nur noch sagen:" Na dann, gute Nacht."

Über 20% der deutschen Hauptschüler sind des Schreibens und Lesens nicht mächtig. Bildung ist immer mehr eine Sache höherer Schichten. Auf der Strecke bleibt der Nachwuchs. Und das liegt sicher nicht an der Frage, ob das Abitur bundesweit vereinheitlicht wird.

Ein schlicht gestrickter Geist, zu denen der baden-württembergische Ministerpräsident möglicherweise zählt, konzentriert sich in der Diskussion um die Verbesserung des deutschen Abschneidens bei den PISA-Studien auf die rein technokratische Frage, ob das Abitur zentral abgenommen wird oder nicht. Abgesehen davon, dass deutsche Ministerien noch immer den Beweis schuldig sind, dass sie in der Lage sind, Computersysteme aufzubauen, die Hackerangriffen von Schülern standhalten, fragt sich, was bringt eine solche Maßnahme für die mangelnde Bildung in der deutschen Jugend - nichts. Solche Forderungen lenken die Aufmerksamkeit auf Nebensächlichkeiten und sie lenken ab von den wahren Problemen. Die deutsche Lehrerschaft ist überaltert, die Lehrer sind wenig motiviert (woher auch) und offenbar auch nicht gut genug ausgebildet, viele Schulen sind in einem katastrophalen Zustand, Lehrmittel nicht in ausreichendem Maß vorhanden... Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Würde die Politik bei ihren Bekenntnisse zur Bildungsoffensive hier ansetzen, ließe sich die Analphabetenrate sehr schnell und dramatisch verringern, die Zahl der Abiturienten würde vermutlich steigen und dann, aber erst dann kann man über so etwas wie ein Zentralabitur nachdenken. Was Herr Oettinger hier von sich gibt, ist weder im Sinne der Schüler, noch der Bildung, möglicherweise aber im Sinne einiger Lehrer (die nun gar keine Verantwortung mehr übernehmen müssen) und im Sinne der Politiker. Denn es scheint deutsche Tradition zu werden, sich beim Thema Bildung als Aktionist zu gebährden und die Augen vor der Wirklichkeit zu verschließen. Herrn Oettinger täte das ein oder andere Gespräch mit Schülern sicher gut - er müsste vermutlich aber erst das Zuhören lernen.

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