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Zino Davidoff: Der Mann, der zur Marke wurde
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Leben & Lifestyle

Zino Davidoff: Der Mann, der zur Marke wurde

Mit fünf war er ein jüdischer Flüchtling aus der Ukraine. Als er mit 87 Jahren starb, war sein Name weltweit der Inbegriff für Luxus und Genuss. Die Rede ist natürlich von Zino Davidoff, dem legendären Zigarren-Hersteller. Heute werden unter seinem Namen nicht nur Zigarren verkauft, sondern Zigaretten und Pfeifen,…
Veröffentlicht
26. Februar 2022
Lesezeit
3 Minuten
Rubrik
Leben & Lifestyle

Vom Flüchtling zum Connaisseur

Geboren wurde Zino Davidoff am 11. März 1906 im ukrainischen Kiew. In Zuge der zaristischen Progrome floh seine Familie aus Russland Richtung Amerika. Nach dreimonatiger Flucht fanden sie allerdings in Genf eine neue Heimat. Dort eröffnete sein Vater weng später ein Tabakgeschäft am Boulevard des Philosophes. Hier lernte der junge Davidoff früh Tabakmischungen für Zigarren und Pfeifen herzustellen. Nachdem er 1924 die Schule beendet hatte, zog es ihn für mehrere Jahre nach Argentinien, Brasilien und vor allem Kuba. Hier lernte er den Tabakanbau kennen, studierte das Trocknen und Fermentieren, erwarb sich wichtige Kenntnisse für das richtige Mischen und Degustieren. Zurück in Genf, eröffnete er 1929 im Geschäft seines Vaters eine eigene Zigarrenabteilung. Seine profunden Kenntnisse, sein Geschick als Kaufmann, seine erstklassigen Handelsbeziehungen und nicht zuletzt sein Charme und die kosmopolitische Ausstrahlung machen ihn und seinen Laden bald über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Er war der Erste in Europa, der in seinem Laden einen Humidor einbauen ließ. Dadurch konnten die Tabakblätter und Zigarren bei gleichbleibender Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch über längere Zeit fachgerecht gelagert werden. Davidoff gehörte deswegen zu den wenigen, die während der Zeit des Zweiten Weltkriegs hochwertige Zigarren liefern konnten.

Die großen Havannas

Nach Kriegsende konzentrierte er sich auf die Produktion eigener Mischungen. Daraus entstand ab 1946 die legendäre „Chateau-Linie“ – Havannas, die nach großen Bordeaux-Weinen benannt waren. 1967 kreierte Davidoff auf Kuba die „Davidoff No. 1“ . Sie wurde weltweit eine der populärsten Zigarren. 1970 tat sich Davidoff mit seinem langjährigen Freund Ernst Schneider, Chef des traditionsreichen Familienunternehmens Oettinger aus Basel, zusammen. Gemeinsam bauten sie Davidoff zu einer global erfolgreichen Marke aus, zu der heute auch Lederwaren, Kosmetika, Brillen und Uhren gehören.

Anfang der neunziger Jahre verlegte das Unternehmen seine Zigarren-Produktion in die Dominikanische Republik und brachte eine neue Zigarren-Serie heraus – darunter die „Anniversario“, „Grand Cru“ und „Millenium Blend“.

Die Philosophie des Genusses

Zino Davidoff starb am 14. Januar 1994 in Genf. In seiner Biographie „Zigarren-Brevier oder Was raucht der Connaisseur“ schreibt er über sein Leben: „Die Zigarre war mein Leben. Ihr verdanke ich alles: Meine Ekstasen und meine Qualen, die Freuden meiner Arbeit und meiner Mußestunden, und wenn ich im Laufe der Jahre ein wenig mit Philosophie gewürzte Wissenschaft erworben habe, so verdanke ich auch dies der Zigarre.” Am Ende bleibt sein Rat für die Freunde des blauen Dunstes: „Rauchen Sie weniger, aber besser und länger – machen Sie einen Kult daraus, eine Philosophie!”

Mehr Informationen über Davidoff: http://www.davidoff.com

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