Zitieren, Fußnoten, Anmerkungen und Quellenangaben
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Zitieren, Fußnoten, Anmerkungen und Quellenangaben

Bild: Foto: © Geolina, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Zitieren ist die sinngemäße Wiedergabe von sachlicher Information, Position oder Meinung eines anderen in der eigenen wissenschaftlichen Arbeit. Die Information, Position oder Meinung kann im genauen Wortlaut oder dem Sinn nach übernommen werden, sie muss aber mit genauen Quellenangaben kenntlich gemacht werden.

Zitieren ist die sinngemäße Wiedergabe von sachlicher Information, Position oder Meinung eines anderen in der eigenen wissenschaftlichen Arbeit. Die Information, Position oder Meinung kann im genauen Wortlaut oder dem Sinn nach übernommen werden, sie muss aber mit genauen Quellenangaben kenntlich gemacht werden.

Die Quellenangabe muss in jedem Fall den/die Autoren, den Titel des Buches, den Erscheinungsort und das Erscheinungsjahr enthalten.

Ein Zitat, das wörtlich übernommen wurde, sollte folgendermaßen belegt werden: Die Quellenangabe muss neben Autor, Titel, Erscheinungsort und -jahr auch die genaue Seitenangabe enthalten. Das Zitat selbst muss in Anführungszeichen gesetzt werden. Beispiel:

"Hier steht der wörtlich zitierte Text."

Dahrendorf, Ralf: Lebenschancen. Anläufe zur sozialen und politischen Theorie. Frankfurt am Main 1979, Seite 93

Zitate im laufenden Text sehen dann folgendermaßen aus:

Wenn bei Problemen das Wissen nicht ausreicht, um sie zu lösen, müssen vorher die nötigen Informationen beschafft werden. Gamber weist auf Folgendes hin: "Viele Diskussionen führen zu keinem Ergebnis, weil Meinungen und nicht Fakten ausgetauscht werden."1

Die hochgestellte Ziffer führt dann zur Quellenangabe in der Fußnote:
Gamber, Paul: Ideen finden, Probleme lösen. Weinheim 1996, Seite 77

Werden ganze Textpassagen zitiert, können sie auch als einzelner Absatz - meist durch kursive oder kleinere Schrift gekennzeichnet - in den weiteren Text integriert werden:

Informationen sammeln und auswerten ist in jeder Phase der Problemlösung unbedingt notwendig, gerade wenn am Anfang noch nicht genau klar ist, welche Informationen benötigt werden.

"Mit zunehmender Beschäftigung mit dem Problem wird der Informationsbedarf immer spezieller. Für viele Probleme wurden auch schon anderswo Lösungen erarbeitet und dokumentiert. Man muss ja das Rad nicht jedesmal neu erfinden. Deshalb ist es ratsam, vorher zu schauen, was es an Lösungen schon auf dem Markt gibt."

Gamber, Paul: Ideen finden, Probleme lösen. Weinheim 1996, Seite 77

Sinngemäß übernommene Zitate können folgendermaßen belegt werden:

vgl. Krieger, Ingrid/Pollman, Birgit/Schläfke, Bernd: Die mehrdimensionale Erfassung von Armut. In: Lompe, Klaus (Hrsg.): Die Realität der neuen Armut. Analysen der Beziehungen zwischen Arbeitslosigkeit und Armut in einer Problemregion. Regensburg 1987, Seite 9-18

Wiederholt sich die genannte Literatur im Text, so muss nach einer einmaligen, vollständigen Nennung fortan nur noch angegeben werden:

vgl. Dahrendorf, Ralf, a.a.O., Seite 104

Wiederholt sich die genannte Literatur in der direkt nachfolgenden Stelle und ist zudem noch die Seitenangabe identisch, so kann angemerkt werden:

vgl. ebenda oder vgl. ebd.

Bei abweichender Seitenangabe, aber gleichem Titel im folgenden Zitat kann auch stehen:

Ebd., Seite 240

Es gibt recht unterschiedliche Arten, einen Titel anzugeben (Abtrennung des Autors mit Komma oder Doppelpunkt; Punkt oder Komma nach dem Titel etc.); entscheidend ist, dass eine Zitierweise innerhalb einer Arbeit einheitlich und konsistent angewandt wird.

Häufig ist auch folgende Form:

Cassirer, Ernst: Die Philosophie der Aufklärung, Tübingen 1932

Werden Artikel oder Aufsätze aus einem Sammelband oder einer Zeitschrift zitiert, können sie in Anführungszeichen stehen:

Veit, Walter: "Toposforschung. Ein Forschungsbericht", in: DVjs 37 (1963), S. 120-163

Eine mögliche, aber nicht zwingende Regel besagt, dass in alphabetisch sortierten Literaturverzeichnissen stets der Nachname des Autors zuerst genannt wird; in Fußnoten hingegen, die ja nicht alphabetisch sortiert sind, kann die "normale" Reihenfolge mit Nennung des Vornamens an erster Stelle beibehalten werden.

Sekundärliteratur

Wird - im Ausnahmefall - ein Beleg (wörtliche Originalquelle/Zahlenmaterial) benutzt, der nicht aus dem zitierten Werk selbst stammt, wenn also aus einer Sekundärquelle zitiert werden muss, so werden beide Belege aufgeführt:

Arndt, H.: Die Konzentration der westdeutschen Wirtschaft. Pfullingen 1966, Seite 3,
zitiert nach:
Abelshauser, W.: Wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland 1945 - 1980, Frankfurt am Main 1992, Seite 72

Unterschiedliche Zitierweisen

Von Fach zu Fach sind die Zitierweisen unterschiedlich, deshalb sind die folgenden Empfehlungen mit den jeweils in Ihrem Fach herrschenden Zitierregeln abzugleichen. In einigen Disziplinen werden die Quellen in Form von Fußnoten angegeben, in anderen Fächern werden die Quellenangaben unmittelbar hinter das Zitat gestellt.

Zitieren Sie mit Hilfe von Fußnoten, so wird hinter dem direkten oder indirekten Zitat mit einer hochgestellten Ziffer die Fußnote gekennzeichnet. Sie wird am Fuß der Seite platziert und/oder kann durchgehend nummeriert am Kapitel- oder Arbeitsende stehen (Endnote).

Neben der zuvor dargestellten Vollbeleg-Zitierweise gibt es die so genannte "amerikanische Zitierweise", die sich in den letzten Jahren auch in den sozial- und geisteswissenschaftlichen Bereichen immer stärker durchsetzt. Nach dieser Zitierweise werden die Belege als Kurzbeleg im Text direkt hinter einem wörtlichen oder sinngemäßen Zitat in Klammern gesetzt:

... (vgl. Rückriem/Stary/Franck 1992).

In die Klammern werden die Autoren der Bücher oder der Aufsätze gesetzt; durch eine Leertaste abgetrennt folgt die Angabe des Erscheinungsjahres, und schließlich, durch einen Doppelpunkt oder ein Komma abgetrennt, die Seitenzahl (bei einem wörtlichen oder auf einen bestimmten Aufsatz bezogenen sinngemäßen Zitat).

"Zitat" (Adorno 1982:16) oder (Adorno 1982, S. 16) oder bei sinngemäßem Zitat ... (vgl. Adorno 1982:16) oder (vgl. Adorno 1982, S. 16) oder beim Hinweis auf einen oder mehrere Autoren, die einer bestimmten Argumentation folgen: (vgl. Adorno 1982, Becker-Schmidt 1989).

Bei einem Zitat aus einem Sammelband reicht in der Klammer die Angabe des Autors/der Autorin des jeweiligen Aufsatzes, aus dem zitiert wird, dann folgen das Erscheinungsjahr des Buches und die Seitenzahl:

... (Krieger/Schläfke 1982:18)

Im Fall eines Sekundärzitats wird folgendermaßen vorgegangen:

"Zitat" (Arndt 1966, zit. nach Abelshauser 1982:18)

Bei dieser Zitierweise wird nicht mit Verweisen wie "ebenda" oder "a.a.O." gearbeitet, sondern immer mit der konkreten Literaturangabe. Ein Muss dieser Zitierweise ist ein korrektes und vollständiges Literaturverzeichnis am Ende der Arbeit.

Anmerkungen

Anmerkungen, die keine Belegfunktion haben, werden in Fußnoten gefasst. Diese können Ergänzungen, Erklärungen oder Querverweise enthalten, die für das Verständnis des Textes nicht zwingend erforderlich sind. Beim Gebrauch von diesen zusätzlichen Anmerkungen ist zu beachten:

  • Wichtige Aussagen gehören in den Text.
  • Anmerkungen sind kein Abladeplatz für alle möglichen Kenntnisse. Man weiß immer mehr, als man in der Arbeit schreiben kann.
  • Anmerkungen sind nicht dazu da, um Vergessenes noch nachträglich unterzubringen.

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Fragen

1) Wozu ist ein Zitat notwendig?

2) Welche Angaben muss eine Quellenangabe enthalten?

3) Wozu sind Anmerkungen notwendig?

Antworten

1) Ein Zitat kennzeichnet die Aussage eines anderen in der eigenen Arbeit.

2) Eine Quellenangabe muss den Autor, den Titel, das Erscheinungsjahr und de Erscheinungsort enthalten.

3) Anmerkungen sind Ergänzungen zum Text, die zusätzliche Ausführungen, aber keine wesentlichen Aussagen enthalten.

Bibliografie

K. Bünting, A. Bitterlich, U. Pospiech: Schreiben im Studium. Ein Trainingsprogramm, Berlin 1996

H. Knauf, F. Schmithals: Tutorenhandbuch, Neuwied 2000

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