Ideengeber Zufall
Die Geschichte der Wissenschaft ist voll von Beispielen, in denen Zufälle zu bedeutenden Fortschritten führten. So wie bei dem Bakteriologen Paul Fleming. In eine seiner Bakterienkulturen verirrten sich Schimmelpilze. Er ging der Frage nach, warum die Erreger in dieser Schale nicht mehr gediehen, und entdeckte das Penicillin. Und der Chemiker Kekulé fand die Struktur des Benzolrings durch einen Traum: Er sah eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz biss.
Zusammentreffen oder Fügung? Die Frage nach dem Sinn von Zufällen ist heiß umstritten. Der Tiefenpsychologe C. G. Jung sprach von Synchronizität. Seine These: Energie beeinflusst Materie. Deshalb wiesen äußere Geschehnisse häufig Parallelen zum inneren Zustand der Seele auf.
Doch auch wenn wir nicht an die Macht des Schicksals glauben, können wir das, was uns "zufällt", für Beruf oder Privatleben fruchtbar machen. Besonders, wenn uns nichts mehr einfällt. Bei kreativen Blockaden ist der Zufall ein wunderbares Mittel, unsere Fantasie und geistige Beweglichkeit anzuregen.
Wegweiser und Wasserglas
Zufallstechniken bringen unsere grauen Zellen auf spielerische Weise in Schwung. Ähnlich wie beim Brainstorming. Nur dass wir dabei sozusagen Hilfestellung von außen bekommen. Hilfsmittel sind überall und jederzeit vorhanden. Ein Wörterbuch, eine Zeitung, ein Wegweiser oder ein Glas Wasser können ganz neue Anregungen liefern:
Natürlich geht es bei allen Zufallstechniken nicht darum, zu einem objektiven Ergebnis zu kommen. Der eine denkt beim "Kamillenweg" vielleicht an Abwarten und Teetrinken. Dem anderen fällt die Hundskamille ein und ihm wird klar, dass ihn seine bisherigen Lösungsversuche nur "auf den Hund" gebracht haben. In jedem Fall wird die Antwort eine sehr persönliche sein. Und das ist gut so - denn der Zufall soll ja Ihren ureigenen Kreativitätsquell zum Sprudeln bringen.




