Zwischen Komik und Tragik
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Zwischen Komik und Tragik

Bild: Foto: American Pottery Manufacturing Company, CC0, via Wikimedia Commons

Der in Taganrog geboren Tschechow kam 18-jährig nach Moskau, war Arzt und Mitarbeiter von Zeitungen und Zeitschriften. 1890 unternahm er eine Informationsreise zur Strafkolonie auf Sachalin (Schrift "Ostrov Sachalin", 1893, als Buch 1895; deutsch "Die Insel Sachalin"). Ab 1898 lebte er, an Tuberkulose erkrankt, im wärmeren Südrussland und in westeuropäischen Kurorten, 1901 heiratete er die Schauspielerin Olga L. Knipper.

Der Erzähler der Kleinform

Der in Taganrog geboren Tschechow kam 18-jährig nach Moskau, war Arzt und Mitarbeiter von Zeitungen und Zeitschriften. 1890 unternahm er eine Informationsreise zur Strafkolonie auf Sachalin (Schrift "Ostrov Sachalin", 1893, als Buch 1895; deutsch "Die Insel Sachalin"). Ab 1898 lebte er, an Tuberkulose erkrankt, im wärmeren Südrussland und in westeuropäischen Kurorten, 1901 heiratete er die Schauspielerin Olga L. Knipper.

Tschechow, der seine literarische Laufbahn mit kurzen, humoristischen Prosaskizzen begann, bevorzugte als Erzähler die Kleinform. Längere Erzählungen wie "Step'" (1888; deutsch "Die Steppe") bildeten die Ausnahme. Zwar bezeugt auch sein reifes Erzählwerk den Sinn für Humor, aber die anfangs direkte Komik und Satire weicht hier einer teils heiteren, teils melancholischen Ironie, die auch die tragischen Aspekte menschlichen Zusammen- und Alleinseins zur Geltung bringt.

Die Illusion einer besseren Welt

Die Schilderungen der zeitgenössischen russischen Gesellschaft, des sich auflösenden Gutsadels, des neu entstandenen Kleinbürgertums und der "Intelligenzija" setzten einerseits durch die liebevolle, aber unbestechliche Analyse menschlichen Verhaltens und sozialer Missstände die Tradition des kritischen Realismus fort; andererseits waren sie in der subtilen Darstellung und Deutung seelischer Zustände und nuancierter Stimmungen dem europäischen Impressionismus und Symbolismus verbunden (Klangwiederholungen, Iterationen von thematischen und formalen Motiven). Ein immer wiederkehrendes Motiv ist die Vorstellung einer besseren Welt, die sich meist als Illusion entpuppt.

Das impressionistische Stimmungsdrama

Dies gilt in noch höherem Maß für die Dramen, in denen zunächst ebenfalls die humoristische Kleinform überwog ("Medvěd'", 1888, deutsch "Der Bär"; "Predloženie", 1889, deutsch "Der Heiratsantrag"). Dann aber entwickelte Tschechow in seinen dramatischen Hauptwerken, mit denen er Weltruhm erlangte, "Čajka" (1896; deutsch "Die Möwe"), "Djadja Vanja" (1897; deutsch "Onkel Wanja"), "Tri sestry" (1901; deutsch "Drei Schwestern") und "Višnevyj sad" (1904; deutsch "Der Kirschgarten") einen neuen Typus des "impressionistischen" Stimmungsdramas, das bei weitgehendem Verzicht auf äußere dramatische Handlung seine Wirkung aus dem Neben- und Gegeneinander von Seelenzuständen und Stimmungen bezieht.

Das erforderte einen eigenen, neuen Inszenierungsstil, der von K. S. Stanislawskis Moskauer Künstlertheater an diesen Dramen erarbeitet wurde und die neuere Bühnenkunst ebenso nachhaltig prägte wie die Wirkung Tschechows als Dramatiker.



Weitere Werke



Erzählungen: Smert' činovnika (1883; deutsch Der Tod des Beamten);

Tolstyj i tonkij (1883; deutsch Der Dicke und der Dünne);

Skučnaja istorija (1889; deutsch Eine langweilige Geschichte);

Duėl' (1891; deutsch u. a. als Das Duell);

Palata No. 6 (1892; deutsch Krankenstation Nummer 6);

Černyj monach (1894, deutsch Der schwarze Mönch);

Anna na šee (1895, deutsch Anna am Halse);

Ariadna (1895; deutsch);

Moja žizn' (1896; deutsch Mein Leben);

Mužiki (1897; deutsch Die Bauern);

Dušečka (1898; deutsch Seelchen);

Čelovek v futljare (1898; deutsch Der Mensch im Futteral);

Dama s sobačkoj (1899; deutsch Die Dame mit dem Hündchen);

V ovrage (1900; deutsch In der Schlucht).

Drama: Ivanov (1887/89; deutsch Iwanow).

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