Berliner Philharmoniker

1882 von Mitgliedern der Bilseschen Capelle in Berlin gegründetes Orchester, das zunächst als „Frühere Bilsesche Capelle“, ab Oktober 1882 unter der Leitung von Ludwig von Brenner (* 1833, † 1902) auftrat; bis 2001 in zwei Formationen organisiert als „Berliner Philharmonisches Orchester“ und „Berliner Philharmoniker“, seit 2002 als Stiftung „Berliner Philharmoniker“; entwickelte sich unter seinen Chefdirigenten schnell zu einem Orchester von Weltruf: Hans von Bülow (1887 – 1893), Arthur Nikisch (1895 – 1922), Wilhelm Furtwängler (1922 – 1945; 1952 – 1954), Sergiu Celibidache (1945 – 1952); 1955 wurde Herbert von Karajan zum Chefdirigenten auf Lebenszeit gewählt; nach seinem Tod 1989 folgten ihm Claudio Abbado (1989 – 2002) und Simon Rattle (seit 2002). Das Orchester verfügt über ein großes Repertoire, das sowohl Werke der Klassik und Romantik als auch der Moderne umfasst; regelmäßig stehen Uraufführungen von zeitgenössischen (Auftrags-)Werken auf dem Programm, z. B. von Paul Hindemith zum 50-jährigen Bestehen oder von Krzysztof Penderecki, Aribert Reimann und Isang Yun zum 100. Geburtstag.

Das Orchester arbeitet stets mit namhaften Gastdirigenten und Solisten zusammen und unternimmt weltweite Konzertreisen; jährlich wiederkehrende Veranstaltungen sind das Europakonzert am 1. Mai, das Saison-Schlusskonzert auf der Berliner Waldbühne (seit 1984) und das Silvesterkonzert sowie die Mitwirkung bei den Salzburger Osterfestspielen ( Salzburger Festspiele ) und den Berliner Festspielen. Zur Nachwuchsförderung gründete Karajan 1972 die Orchesterakademie, 2002 wurde von Rattle mit „Zukunft@BPhil“ ein sog. Education-Programm ins Leben gerufen. Als Unter-Formationen existieren zahlreiche renommierte (Kammermusik-)Ensembles, z. B. „Die 12 Cellisten der Berliner Philharmoniker“, die „Philharmonische Camerata“, das „Blechbläserensemble der Berliner Philharmoniker“, das „Scharoun Ensemble Berlin“ oder „The Berlin Philharmonic Jazz Group“.