Schwimmen
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Schwimmen

Bild: Foto: Unidentified painter, Public domain, via Wikimedia Commons

Unter dem Begriff Schwimmsport werden alle sportlichen Disziplinen zusammengefasst, deren Grundvoraussetzung das Schwimmen ist, d.h. die Fähigkeit des Menschen, sich im oder unter Wasser mit Hilfe von Arm- und Beinbewegungen und ohne Berührung des Bodens aufzuhalten beziehungsweise fortzubewegen.

Unter dem Begriff Schwimmsport werden alle sportlichen Disziplinen zusammengefasst, deren Grundvoraussetzung das Schwimmen ist, d.h. die Fähigkeit des Menschen, sich im oder unter Wasser mit Hilfe von Arm- und Beinbewegungen und ohne Berührung des Bodens aufzuhalten beziehungsweise fortzubewegen.

Geschichte des Schwimmsports

Schon antike Philosophen und Geschichtsschreiber berichten vom Schwimmen in Griechenland und im Römischen Reich. Vor 2000 Jahren gab es bereits Schwimmwettkämpfe in Japan, während in Europa die Furcht vor der Verbreitung von Krankheiten eine Verbreitung des Schwimmens bis zum 19. Jahrhundert verhinderte. Schwimmdisziplinen waren Bestandteil der ersten Olympischen Spiele 1896 in Athen, wo man sie im Meer austrug. Erst bei den Olympischen Spielen 1948 wurde das Schwimmen in einer Halle ausgetragen. Im Jahr 1908 wurde der Internationale Amateur-Schwimmverband (Fédération International de Natation Amateur) als Fachverband nicht nur für das Schwimmen, sondern auch für das Wasserspringen und Wasserball gegründet. Im Jahr 1973 wurden Weltmeisterschaften eingeführt.

Schwimmarten und Schwimmdisziplinen

Die vier Wettkampfschwimmarten sind Kraulschwimmen (bei Freistilrennen), Rückenkraul, Brustschwimmen und Schmetterlingsschwimmen. Beim Freistilschwimmen gibt es keine Einschränkungen, während die Technik der anderen Stilarten und die Wenden streng reguliert sind. Bei großen Meisterschaften werden Freistilwettbewerbe der Männer über 50 m, 100 m, 200 m, 400 m und 1500 m ausgetragen, während die Frauen statt 1500 m die 800-m-Strecke schwimmen. Bei den anderen Schwimmarten absolvieren sowohl die Männer als auch die Frauen Rennen über 100 und 200 m. Für Männer und Frauen gibt es Lagenwettbewerbe, bei denen jeder Schwimmstil über 50 beziehungsweise 100 m geschwommen wird. Die Reihenfolge ist Schmetterling, Rückenkraul, Brust und Freistil. Die Staffelrennen führen über 4 x 100 m und 4 x 200 m sowie eine Lagenstaffel über 4 x 100 m, bei der die Reihenfolge der Schwimmstile folgende ist: Rückenkraul, Brust, Schmetterling und Freistil.

Wettbewerbe

Die Standardstrecken werden in Wasserbecken mit acht 50-m-Bahnen, von denen jede 2,3 m breit ist, geschwommen. Es werden auch Kurzstreckenwettbewerbe auf 25-m-Bahnen ausgetragen. Die Schwimmer tauchen per Startsprung von Startblöcken aus in das Wasser ein, mit der Ausnahme des Rückenkraulwettbewerbs, der im Becken gestartet wird. Die Zeit wird auf hundertstel Sekunden genau gemessen, indem die Schwimmer im Ziel elektronische Anschlagflächen berühren. Die Schwimmer müssen in ihren auf der Oberfläche des Wassers mit Seilen markierten Bahnen bleiben. Die USA waren bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften seit jeher die führende Schwimmnation. So beherrschte beispielsweise der amerikanische Schwimmer Michael Phelps im Sommer 2008 während der Olympischen Sommerspiele in Peking (Beijing) die Schlagzeilen. Mit acht Goldmedaillen übertraf er den Rekord seines Landsmannes Mark Spitz, der 1972 sieben Mal Gold geholt hatte.

Wasserspringen

Die ersten nationalen Meisterschaften im Wasserspringen wurden 1889 in Schottland durchgeführt. Turmspringen für Männer war Bestandteil der Olympischen Spiele 1904, und das Springen vom Brett für Männer wurde 1908 olympisch. Das Wasserspringen der Frauen folgte 1912 beziehungsweise 1920. Seit 1973 werden Weltmeisterschaften durchgeführt.

Regeln

Das Turmspringen findet von einer festen Plattform aus statt, die zehn Meter über der Wasseroberfläche an einem Sprungturm angebracht ist. Die Sprünge vom federnden Brett werden aus drei beziehungsweise einem Meter Höhe absolviert. Es gibt Sprünge vorwärts und rückwärts, Auerbachsprünge, Schraubensprünge, und vom Turm können die Springer aus dem Handstand von der Plattformkante abspringen. Die Sprünge können beispielsweise gehockt und gehechtet durchgeführt werden. In jeder Wettkampfdisziplin müssen die Springer eine Anzahl von Pflicht- und Kürsprüngen ausführen, normalerweise insgesamt zehn. Jeder Sprung wird, je nach Status des Wettbewerbs, von einem Kampfgericht aus drei bis sieben Kampfrichtern bewertet, die für jeden Sprung bis zu zehn Punkte vergeben. Die höchsten und niedrigsten Wertungen werden gestrichen, die Summe der verbleibenden Wertungen wird mit dem Schwierigkeitsgrad des Sprungs multipliziert. Die Punkte der Springer für jeden Sprung werden zur endgültigen Punktzahl addiert. Beim Synchronspringen müssen zwei Springer/innen vom 3-m-Brett oder der 10-m-Plattform gleichzeitig abspringen, können aber unterschiedliche Sprungarten ausführen.

Wasserball

Das Wasserballspiel ist ein Mannschaftssport mit sieben Spielern in jeder Mannschaft. Die Regeln wurden erstmals in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts in Großbritannien aufgestellt, und Wasserball wurde 1900 olympisch. Weltmeisterschaften werden seit 1973 durchgeführt, für Frauen seit 1986.

Regeln

Bei internationalen Begegnungen ist das Spielfeld 30 m lang und 20 m breit (für Frauen 25 x 17 m); die Tore sind 3 m breit und 0,9 m hoch (über dem Wasser). Die Spielzeit besteht aus vier Vierteln zu je 7 Minuten. Eine Mannschaft hat sieben Spieler, die sich an der Farbe der Kappen (hell oder dunkel) unterscheiden, sowie sechs Ersatzspieler, die nach einem Torerfolg in das Spiel eingewechselt werden können. Die Spieler dürfen den Ball mit einer Hand innerhalb und außerhalb des Wassers spielen, aber nur der Torwart darf beide Hände gleichzeitig benutzen.

Synchronschwimmen

Das Synchronschwimmen wird international nur von Frauen und Mädchen ausgeübt; es wurde 1933 erstmals von einer amerikanischen Sportgruppe anlässlich der Weltausstellung in Chicago vorgeführt, Wettkampfbestimmungen dafür entstanden 1945. Seit 1973 gibt es Weltmeisterschaften im Synchronschwimmen, seit 1984 ist Synchronschwimmen olympische Disziplin. Bei dieser Sportart werden zum Rhythmus der Musik passende, synchrone Bewegungen verlangt. Es werden drei Wettbewerbe unterschieden: Solo, Duett und Gruppe (vier bis acht Teilnehmerinnen).

Langstreckenschwimmen

Langstreckenschwimmen ist eine Ausdauerprüfung. Es gibt viele anerkannte Langstreckenschwimmwettbewerbe, vom 13-km-Schwimmen durch die Straße von Gibraltar bis zum 130-km-Schwimmen durch den Suez-Kanal. Der Ehrgeiz der meisten Langstreckenschwimmer ist jedoch darauf gerichtet, den Kanal zwischen England und Frankreich zu durchqueren, eine Strecke, deren kürzeste Entfernung 33 km misst, die jedoch durch Strömungen und die Gezeiten erschwert wird. Das Kanalschwimmen als Sport geht ins 19. Jahrhundert zurück, und der Erste, der die Strecke bewältigte, war Matthew Webb, ein britischer Kapitän der Handelsmarine, im Jahr 1875. Er benötigte 21 Stunden und 45 Minuten und legte ungefähr 61 km zurück. Die erste Frau, die den Kanal durchschwamm, war Gertrude Ederle (USA), die den bestehenden Männerrekord im Jahr 1926 mit einer Zeit von 14 Stunden und 39 Minuten unterbot.

Kleines Schwimm-Glossar

Rekorde

Deutsche Rekorde der Männer (50-Meter-Bahn)

(Stil / Name / Zeit / Datum / Ort)

  • 50 m Freistil Rafed El-Masri (Neukölln) 0:21,86 19.07.08 Magdeburg
  • 100 m Freistil Deibler (Biberach) 0:48,55 21.04.08 Berlin
  • 200 m Freistil Biedermann (Halle/Saale) 1:46,00 12.08.08 Beijing
  • 400 m Freistil Dassler (Potsdam) 3:46,95 23.09.88 Seoul
  • 800 m Freistil Kubusch (Magdeburg) 7:49,22 20.04.08 Berlin
  • 1500 m Freistil Hoffmann (Potsdam) 14:50,36 13.01.91 Perth
  • 50 m Rücken Rupprath (Wuppertal) 0:24,80 27.07.03 Barcelona
  • 100 m Rücken Meeuw (Wiesbaden) 0:53,10 19.04.08 Berlin
  • 200 m Rücken Meeuw (Wiesbaden) 1:56,34 24.06.06 Berlin
  • 50 m Brust Warnecke (Essen) 0:27,44 25.05.05 Berlin
  • 100 m Brust Kruppa (DSV) 1:01,19 14.08.04 Athen
  • 200 m Brust Lösel (Erlangen) 2:11,97 12.04.07 Berlin
  • 50 m Schmetterling Rupprath (Rostock) 0:23,46 14.04.07 Berlin
  • 100 m Schmetterling Rupprath (Wuppertal) 0:51,88 24.05.02 Warendorf
  • 200 m Schmetterling Groß (Offenbach) 1:56,24 28.06.86 Hannover
  • 200 m Lagen Kasprowicz (Hannover) 2:00,47 14.04.07 Berlin
  • 400 m Lagen Kühl (Potsdam) 4:16,08 16.08.89 Bonn
  • 4 x 100 m Freistil DSV-Auswahl 3:15,98 29.07.03 Barcelona
  • 4 x 200 m Freistil DSV-Auswahl 7:13,10 19.08.87 Straßburg
  • 4 x 100 m Lagen DSV-Auswahl 3:33,62 21.08.04 Athen

Deutsche Rekorde der Frauen (50-Meter-Bahn)

(Stil / Name / Zeit / Datum / Ort)

  • 50 m Freistil Steffen (Neukölln) 0:24,06 17.08.08 Beijing
  • 100 m Freistil Steffen (Neukölln) 0:53,05 19.07.08 Magdeburg
  • 200 m Freistil Lurz (Würzburg) 1:55,68 28.03.07 Melbourne
  • 400 m Freistil Möhring (Magdeburg) 4:05,84 17.08.89 Bonn
  • 800 m Freistil Möhring (Magdeburg) 8:19,53 22.08.87 Straßburg
  • 1500 m Freistil Stockbauer (Erlangen) 16:00,18 22.07.03 Barcelona
  • 50 m Rücken Pietsch (Ingolstadt) 0:28,19 25.05.05 Berlin
  • 100 m Rücken Buschschulte (Magdeburg) 1:00,33 26.07.03 Barcelona
  • 200 m Rücken Hase (Magdeburg) 2:09,46 31.07.92 Barcelona
  • 50 m Brust Schäfer (Wolfsburg) 0:30,89 23.11.06 Hannover
  • 100 m Brust Poewe (Wup/Uer/Dor) 1:07,10 19.04.08 Berlin
  • 200 m Brust Steven (Hamburg) 2:25,33 15.04.07 Berlin
  • 50 m Schmetterling Buschschulte (Magdeburg) 0:26,35 24.11.06 Hannover
  • 100 m Schmetterling Samulski (Wup/Uer/Dor) 0:58,63 18.04.08 Berlin
  • 200 m Schmetterling Mehlhorn (Baunatal) 2:06,97 23.07.01 Fukuoka
  • 200 m Lagen Geweniger (Chemnitz) 2:11,73 04.07.81 Berlin
  • 400 m Lagen Schneider (Chemnitz) 4:36,10 01.08.82 Guayaquil
  • 4 x 100 m Freistil DSSV-Auswahl 3:35,22 31.07.06 Budapest
  • 4 x 200 m Freistil DSSV-Auswahl 7:50,82 03.08.06 Budapest
  • 4 x 100 m Lagen DSSV-Auswahl 4:00,72 21.08.04 Athen

Weltrekorde der Männer (50-Meter-Bahn)

(Stil / Name / Zeit / Datum / Ort)

  • 50 m Freistil Sullivan (Australien) 0:21,28 28.03.08 Sydney
  • 100 m Freistil Bernard (Niederlande) 0:47,50 22.03.08 Eindhoven
  • 200 m Freistil Phelps (Australien) 1:43,86 27.03.07 Melbourne
  • 400 m Freistil Thorpe (Australien) 3:40,08 30.07.02 Manchester
  • 800 m Freistil Hackett (Australien) 7:38,65 27.07.05 Montreal
  • 1500 m Freistil Hackett (Australien) 14:34,56 29.07.01 Fukuoka
  • 50 m Rücken Tancock (Großbritannien) 0:24,47 02.04.08 Sheffield
  • 100 m Rücken Peirsol (USA) 0:52,89 01.07.08 Omaha
  • 200 m Rücken Lochte (USA) 1:54,32 30.03.07 Melbourne
  • 50 m Brust Lisogor (Ukraine) 0:27,18 02.08.02 Berlin
  • 100 m Brust Hansen (USA) 0:59,13 01.08.06 Irvine
  • 200 m Brust Kitajima (Japan) 2:07,51 08.06.08 Tokyo
  • 50 m Schmetterling Schoeman (Südafrika) 0:22,96 25.07.05 Montreal
  • 100 m Schmetterling Crocker (USA) 0:50,40 30.07.05 Montreal
  • 200 m Schmetterling Phelps (USA) 1:52,09 28.03.07 Melbourne
  • 200 m Lagen Phelps (USA) 1:54,80 04.07.08 Omaha
  • 400 m Lagen Phelps (USA) 4:05,25 29.06.08 Omaha
  • 4 x 100 m Freistil USA 3:12,46 19.08.06 Victoria
  • 4 x 200 m Freistil USA 7:03,24 30.03.07 Melbourne
  • 4 x 100 m Lagen USA 3:30,68 21.08.04 Athen

Weltrekorde der Frauen (50-Meter-Bahn)

(Stil / Name / Zeit / Datum / Ort)

  • 50 m Freistil Trickett (Australien) 0:23,97 29.03.08 Sydney
  • 100 m Freistil Trickett (Australien) 0:52,88 27.03.08 Sydney
  • 200 m Freistil Pellegrini (Italien) 1:54,82 13.08.08 Beijing
  • 400 m Freistil Pellegrini (Italien) 4:01,53 24.03.08 Eindhoven
  • 800 m Freistil Adlington (Großbritannien) 8:14,10 16.08.08 Beijing
  • 1500 m Freistil Ziegler (USA) 15:42,54 17.06.07 Mission Viejo
  • 50 m Rücken Edington (Australien) 0:27,67 23.03.08 Sydney
  • 100 m Rücken Coughlin (USA) 0:58,97 01.07.08 Omaha
  • 200 m Rücken Hoelzer (USA) 2:06,09 05.07.08 Omaha
  • 50 m Brust Edmistone (Großbritannien) 0:30,31 30.01.06 Melbourne
  • 100 m Brust Jones (Großbritannien) 1:05,09 20.03.06 Melbourne
  • 200 m Brust Jones (Großbritannien) 2:20,54 01.02.06 Melbourne
  • 50 m Schmetterling Alshammar (Schweden) 0:25,46 13.06.07 Barcelona
  • 100 m Schmetterling de Bruijn (Niederlande) 0:56,61 17.09.00 Sydney
  • 200 m Schmetterling Schipper (Großbritannien) 2:05,40 17.08.06 Victoria
  • 200 m Lagen Rice (Australien) 2:08,92 25.03.08 Sydney
  • 400 m Lagen Hoff (USA) 4:31,12 29.06.08 Omaha
  • 4 x 100 m Freistil Niederlande 3:33,62 18.03.08 Eindhoven
  • 4 x 200 m Freistil USA 7:50,09 29.03.07 Melbourne
  • 4 x 100 m Lagen Australien 3:55,74 31.03.07 Melbourne

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